Risiko

13. März 2017 16:40; Akt: 13.03.2017 16:40 Print

Auf Gluten verzichten – und Diabetes bekommen

Gluten macht krank – davon sind viele überzeugt. Doch das ist falsch: Manche Menschen brauchen das Klebereiweiss offenbar, um gesund zu bleiben.

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Starke Blähungen, Durchfall oder Bauchschmerzen: Für ihre Verdauungsprobleme machen viele Menschen Gluten verantwortlich und verzichten deshalb auf Brot, Teigwaren und andere Getreideprodukte.

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Das Problem: Tun sie das, obwohl es medizinisch nicht nötig wäre (siehe Box 1), schaden sie sich. Das berichteten US-Forscher am American Heart Association Meeting. Denn offenbar erhöht Glutenverzicht bei Gesunden das Risiko, Diabetes Typ 2 zu entwickeln (siehe Box 2).

Gluten meiden, Diabetes bekommen?

Das Forscherteam um Geng Zong von der Harvard University T.H. Chan School of Public Health in Boston hatte den Glutengehalt in der Ernährung von fast 200'000 Personen ermittelt. Die entsprechenden Daten stammten aus drei Langzeitstudien.

Dabei zeigte sich, dass diejenigen Teilnehmer mit dem höchsten Glutenkonsum (bis zu zu zwölf Gramm pro Tag) ein um 13 Prozent geringeres Risiko für Diabetes Typ 2 hatten als diejenigen, die so gut wie gar keinen Weizenkleber zu sich nahmen.

Fehlende Getreidefasern

Zong und seine Kollegen empfehlen, Gluten nur bei diagnostizierter Überempfindlichkeit zu meiden. Denn «glutenfreie Lebensmittel enthalten oft weniger Ballaststoffe und andere Mikronährstoffe», schreibt Studienautor Zong in einer Mitteilung. Dazu gehören Vitamine und Mineralstoffe. Diese glutenfreien Nahrungsmittel seien daher weniger nahrhaft und obendrein oft auch teurer.

Studienteilnehmer, die wenig Gluten zu sich nahmen, konsumierten meist auch generell weniger Getreidefasern, wie die Forscher feststellten. Eine faserreiche Ernährung wiederum steht im Zusammenhang mit einem niedrigeren Risiko für diverse Erkrankungen, darunter auch Diabetes Typ 2, Herzerkrankungen und verschiedene Krebsarten.

Weitere Studien notwendig

Trotz des eigentlich eindeutigen Resultats, müssen die Ergebnisse laut American Heart Association in einer weiteren Untersuchung überprüft werden. Denn die Probanden hatten selber Angaben zu ihren Essgewohnheiten gemacht, was zu Ungenauigkeiten geführt haben könnte.

Ausserdem stammen die Daten grösstenteils aus einer Zeit, als glutenarme Ernährung noch kein Trend war. Die Auswirkungen des Trends sind somit in der Studie nicht enthalten.

(fee/sda)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • jonny am 13.03.2017 16:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Glutenfreie Nahrung?

    Nur wer Probleme hat, sollte darauf achten für alle Anderen ist es Unsinnig!

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  • Barbarian am 13.03.2017 16:46 Report Diesen Beitrag melden

    wusste ich's doch

    ich bestelle generell immer mit einer extra Portion Gluten.

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  • Rico am 13.03.2017 17:03 Report Diesen Beitrag melden

    Problem - Zu kurzes Leben

    Ich schaffe es leider nicht, jeden guten Tipp unserer 100'000 "Ernährungsberater" einmal einen ganzen Tag anzuwenden. Ich habe positiv geschätzt max. 36'500 Lebenstage zur Verfügung.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Markus Meier am 19.03.2017 20:02 Report Diesen Beitrag melden

    habe auf Vegan gesetzt & auf Glutenfrei

    habe nun Diabetes... Ja die vielen Kohlehydrate, an der Stelle von tierischem Eiweiss und tierieschen Fetten, fordert eben ihren Tribut. Nun brauche ich eben Insulin. Welche Ironie! Denn das Vegane Insulin, vertrage ich nicht.

  • Claudia am 16.03.2017 02:37 Report Diesen Beitrag melden

    Zoliakie , Spitze des Eisberges.....

    Wenn das was dran ist, dann liegt es schlicht daran, dass die industriell hergestellten glutenhaltigen Produkte vollgeknallt sind mit Stärke! Die sollte man also wenns geht meiden und dann ist glutenfrei , das beste , was man überhaupt machen kann. Alle, denen ich bislang dazu riet und die ihre Ernährung umgestellt haben, haben enorm profitiert und diese ERfahrung hat auch ein Freund von mir im Umfeld gemacht. Im übrigen, gibt es nicht nur die Zöliakie, die ständig übersehen wird , unter anderem weil sie oft nur zur Hälfte diagnostziert wird. Es gibt auch die Glutensensivität.

  • M. P. am 15.03.2017 05:57 Report Diesen Beitrag melden

    Aber...

    Ich hab Zöliakie und muss daher glutenfrei leben. Wenn ich sehe, wie viele Schoggigipfel, Berliner, Doughnuts etc. mit all ihren Transfetten täglich in der Office-Kantine weggeputzt werden, möchte ich von den Studienleitern gern wissen, wie viele Prozente ich dafür bei anderen Krankheiten besser dastehe. Nur damit es nicht einseitig wird mit der Berichterstattung.

  • Gelangweilter am 14.03.2017 13:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gerade nichts besseres zutun!

    Also ich lebe jetzt bereits seit 4 stunden ohne Gluten und ich fülle mich gesünder und besser! Und merke schon die Unterschiede!

    • M. P. am 15.03.2017 06:10 Report Diesen Beitrag melden

      Geil...

      Hahaha. geiler Verschreiber. Ja, wer glutenfrei isst, füllt sich gesünder...

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  • Dr.Sterchi am 14.03.2017 07:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Eine Promille

    Es ist nur ca. ein Mensch auf Tausend welcher ungünstig auf Gluten reagiert. Lebensbedrohlich ist es nicht.

    • ohne magen am 14.03.2017 09:33 Report Diesen Beitrag melden

      gluten nicht tödlich?

      klar das der zerstörte Dünndarm kein Problem für sie darstellen dürfte, aber so zu leben maaacht totaaaal spaaaasti....

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