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Stammzellen
04. Januar 2012 16:04; Akt: 04.01.2012 16:05 Print
Aus alt mach jung
Das würde unseren Pensionskassen gerade noch fehlen: Wissenschaftlern ist es gelungen, die Lebensdauer mittels Stammzellen zu verdreifachen. Bislang allerdings nur im Tiermodell.

Was bei der Maus funktioniert, muss beim Menschen nicht zwangsweise taugen.
(Bild: Colourbox)
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Das Injizieren «junger» Zellen könnte dazu beitragen, dass sich bei vom Alter gezeichneten Menschen unter Umständen das Leben deutlich verlängern lässt. Beweisen liess sich diese Theorie bislang allerdings nur bei Mäusen.
Bildstrecken Rückspiegelung - das Gesundheitsjahr 2011Die Studie, die am 3. Januar im Medizinjournal «Nature Communications» veröffentlicht wurde, eröffne neue, wenn auch nicht unumstrittene Möglichkeiten zur Behandlung alter und kranker Zellen, so heisst es auf ABCnews. Dennoch: Ein ewiger Jungbrunnen sei nicht entdeckt worden.
Stammzellen für ein längeres Mäuseleben
Im Rahmen ihrer Untersuchungen bearbeiteten Wissenschaftler des University of Pittsburgh Medical Center (USA) die genetische Struktur von Mäusen, um bei ihnen einen beschleunigten Alterungsprozess hervorzurufen. Die so innerhalb von nur 17 Tagen rapide gealterten Nager erhielten anschliessend Stammzellen. Diese entnahmen die Forscher zuvor jungen gesunden Mäusen.
Das erstaunliche Resultat: Die zuvor schnell gealterten Tiere, die mit Stammzellen behandelt worden waren, lebten bis zu drei Mal so lange wie ihre «ungeimpften», ebenfalls genetisch modifizierten Artgenossen. Während die mit Stammzellen therapierten Mäuse 66 Tage lebten, starben die unbehandelten Tiere, die man zuvor künstlich altern liess, nach nur 28 Tagen.
Neben der verlängerten Lebensdauer profitierten die behandelten Mäuse von einer gesünderen Gesamtkonstitution, stärkeren Muskeln und auch die Durchblutung des Gehirns war deutlich besser.
«Positive Auswirkungen auf Organismus»
Mittels wissenschaftlicher Analysen konnte während der vergangenen Jahre belegt werden, dass der Alterungsprozess bei Tieren und Menschen dann einsetzt, wenn die Stammzellen die Fähigkeit verlieren, dass Gewebe zu «verjüngen». Einige Forscher sind davon überzeugt, dass sich die biologische Uhr dennoch zurückdrehen lässt.
«Die jungen Stammzellen scheinen etwas zu bewirken, das sich äusserst positiv auf den Organismus auswirkt», kommentiert Laura Niedernhofer, eine Autorin der Studie, die Resultate der Untersuchungen und ergänzt: «Was es genau damit auf sich hat, lässt sich noch nicht mit Bestimmtheit sagen.»
Euphorie mit angezogener Handbremse
Doch genau dieser ungewisse Faktor könnte von besonderer Bedeutung sein, wenn es künftig darum geht, das Leben von Mäusen und auch das von Menschen zu verlängern. Schon jetzt wird untersucht, ob, beziehungsweise wie sich Menschen mit eigenen Muskelzellen behandeln lassen können. «Das Tolle an diesen Zellen ist, dass wir sie dem Muskel entnehmen und sie dann im Labor nachzüchten können, bis uns eine ausreichende Menge für therapeutische Zwecke zur Verfügung steht», meint Niedernhofer und betont, dass «bei körpereigenen Zellen keine Abstossungsreaktionen» zu befürchten seien.
Aller Euphorie zum Trotz: Was bei Mäusen funktioniert, klappt nicht zwangsläufig auch beim Menschen – ganz abgesehen von unangenehmen bis lebensbedrohlichen Nebenwirkungen. Immer wieder scheitern klinische Studien, obwohl dieselben Untersuchungen im Tierversuch vielversprechend abliefen. Auch Amy Wagers, Privatdozentin für Stammzellen und regenerative Biologie an der Harvard University, mahnt zu Bedacht: «Mit dem Übertragen von Erkenntnissen aus der Anti-Aging-Medizin vom Tiermodell auf den Menschen muss man äusserst vorsichtig sein. Die in der Studie gezeigten Ergebnisse bei Mäusen lassen sich nicht einfach so übertragen.»
Tatsächlich wurde bei den Mäusen im Versuch künstlich eine Art Progerie verursacht, eine Krankheit, die auch bei Menschen auftritt: Sie lässt Kleinkinder zu Greisen werden. Die Progerie-Tiere lebten nur 66 Tage, die Lebenserwartung einer unbehandelten Maus beträgt hingegen 800 Tage.
(rre)

























