Gefährliche Trends

14. Januar 2018 20:47; Akt: 14.01.2018 20:47 Print

Penis-Bleaching und Skrotox? Keine gute Idee!

Dunkle Haut im Genitalbereich und schrumpelige Hoden sind für viele Männer offenbar so unerträglich, dass sie zum Beauty-Doc gehen.

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Ein Trend aus Thailand sorgt derzeit weltweit für Aufsehen: Dort unterziehen sich viele Männer dem sogenannten Penis-Bleaching. Dabei werden die Farbpigmente der Haut (Melanin) mithilfe eines Lasers zerstört und ... ... die behandelten Stellen werden heller. Empfehlenswert ist dieser Eingriff laut Experten aber nicht. Während beim Bleachen mit Cremes Hautreizungen und Allergien auftreten können, kann beim Lasern die Haut so stark geschädigt werden, dass es zu dauerhaften Pigmentstörungen kommen kann. (Symbolbild) Auch vor einem anderen Beauty-Trend für untenrum – dem sogenannten Skrotox, bei dem Botox in den Hodensack gespritzt wird, um ihn zu straffen – warnen Schweizer Schönheitsmediziner. Insbesondere Männer, die noch vorhaben, Vater zu werden, sollten Abstand davon nehmen: «Das Nervengift lähmt die Muskulatur der Hoden, die eigentlich deren Temperaturregulation steuert, was wichtig für die Spermienproduktion ist», so Christian Depner von den Pallas Kliniken. Selbst einen optischen Vorteil sieht der Spezialist nicht: Einerseits hänge der Hoden nach dem Eingriff stärker als vorher. Andererseits störe ein aufgefüllter und damit glätterer und grösserer Hodensack mehr als ein etwas gefältelter. Weitere wichtige Informationen rund um das beste Stück des Mannes erfahren Sie in den folgenden Bildern. Im männlichen Geschlechtsteil enden rund 4000 Nerven. Das erklärt, warum Vorhaut, Eichel und das Vorhautbändchen zu den wichtigsten erogenen Zonen eines Mannes zählen. Apropos Details: Von der Vorhaut über das Vorhautbändchen und den Hodensack bis zum Damm verläuft die Penisnaht (Raphe penis). Dabei handelt es sich um eine Verwachsungsnaht. Bis zur 7. Schwangerschaftswoche sind die Genitalien aller Embryos weiblich. In der 8. Woche beginnt im Körper von Embryos mit männlicher Anlage die Produktion männlicher Hormone. Die winzigen Schamlippen schliessen sich und formen sich zur Verwachsungslinie. Obwohl dieser Teil der Entwicklung bei allen Penissen gleich läuft, gibt es zwei Arten Penis: Der Blutpenis ist im schlaffen Zustand klein, er wächst während der Erektion deutlich. Der Fleischpenis ist auch schlaff schon ziemlich gross und hat dem im erigierten Zustand meist nur wenig hinzuzufügen. Viele Männer haben Komplexe wegen ihres vermeintlich zu kleinen Penis. Dabei ist der Riesenpenis nichts anderes als ein Riesenmythos. So haben 95 Prozent der Männer einen – im Ruhezustand – zwischen 7,5 und 15 Zentimeter langen Penis. Alles über 19 Zentimeter ist als Ausnahme zu betrachten. Nach Schätzungen haben weltweit nur 5000 Männer einen Penis, der erigiert länger als 30 Zentimeter ist. Der längste dokumentierte Penis soll übrigens sage und schreibe 48,3 Zentimeter lang sein und dem Pornostar Long Dong Silver gehören. Allerdings gibt es Behauptungen, die imposante Länge verdanke er einer geschickten Bildmanipulation und einer täuschend echten Prothese. Laut Alfred Kinsey, dem amerikanischen Pionier der Sexualforschung, kann ein Mann übrigens innerhalb von drei Sekunden eine Erektion bekommen. Je nach Alter des Mannes wird sein Penis etwa elfmal pro Tag steif. Zusätzlich bekommt das männliche Geschlecht im Schlaf durchschnittlich fünf weitere Erektionen. Von einer Dauererektion (Priapismus) spricht man, wenn die Erektion länger als zwei Stunden anhält. Doch wünschen sollte man sie sich nicht. Denn die Angelegenheit ist ziemlich schmerzhaft. Priapismus ist immer ein Notfall. Deshalb muss ein Arzt spätestens sechs Stunden nach dem Beginn der Dauererektion die Behandlung einleiten, sonst stirbt Gewebe unwiderruflich ab. Beim Liebesakt mit Nadja Abd El Farrag soll sich Dieter Bohlen einst einen Penisbruch zugezogen haben. Dabei handelt es sich jedoch nicht um eine richtige Fraktur. Vielmehr wird das Einreissen der Penis-Schwellkörper als Penisbruch bezeichnet. Dies kann nur im erigierten Zustand passieren, etwa wenn er beim Sex zu ruckartig abgeknickt wird. Bei einem Penisbruch ist ein knackendes, peitschenartiges Geräusch zu hören. Danach setzt ein heftiger Schmerz ein, der Penis schwillt an und färbt sich blau. Noch bevor der Mann zum Höhepunkt kommt, tritt ein leicht klebriges und farbloses Sekret aus der Penisspitze: der Lusttropfen (Präejakulat), das männliche Pendant zum weiblichen Scheidensekret. Zusammen wirken beide wie ein natürliches Gleitmittel. Der Penis stösst das Ejakulat mit einer Geschwindigkeit von etwa 17 Kilometern pro Stunde aus. Das ist vergleichbar mit dem Tempo von Langstreckenläufern. Bei einzelnen Männern wurden sogar Geschwindigkeiten von bis zu 50 Kilometern pro Stunde gemessen. Tempo ist wichtig, damit die Spermien mit möglichst viel Druck in die Vagina gelangen. Das steigert die Chancen einer erfolgreichen Befruchtung. Beim Sex ist das Ejakulat durchschnittlich um 20 Prozent umfangreicher, als wenn der Mann selbst Hand anlegt. Laut Forschern produzieren Männer in ihrem Leben rund 50 Liter Sperma. Vorausgesetzt, sie ejakulieren von Jugend bis zum Rentenalter jeden zweiten Tag einmal. Für manche Männer ist nicht nur die Grösse ihres besten Stücks wichtig: Auch stark muss er sein. Den Titel als Mann mit dem stärksten Penis der Welt sicherte sich 1995 ein gewisser Mo Ka Wang aus Hongkong. Er stemmte 120 Kilogramm mit seinem Glied. Möglich war das nur dank jahrelangem Training. Wer sich bisher die Männlichkeit verletzte, hatte das Nachsehen. Doch nun ist es Forschern gelungen, im Labor ein Glied zu züchten, das wie ein normaler Penis funktioniert.

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Was ist das überhaupt und was soll das?

Im asiatischen Raum ist vor allem das Interesse am Penis-Bleaching gross. Dabei werden die Farbpigmente der Haut (Melanin) mithilfe eines Lasers zerstört. Die behandelten Stellen werden heller. In Thailand kostet eine Sitzung rund 630 Franken. Für eine dauerhafte Aufhellung sind fünf Sitzungen nötig.

Seit etwa einem halben Jahr würden ihnen die Männer die Türen einrennen, erzählt Bunthita Wattanasiri vom Lelux Hospital in Bangkok (siehe Box) in einem mittlerweile gelöschten Facebook-Video. Bis zu 100 Männer im Monat würden sich untenrum aufhellen lassen, manche kämen dafür sogar extra aus Myanmar oder Kambodscha.

Untenrum edel

Besonders unter Homosexuellen und in Transgender-Kreisen sei die Behandlung beliebt: «Sie wollen, dass jeder Teil ihres Körpers so gut wie möglich aussieht», so Wattanasiris Kollege Popol Tansakul gegenüber der BBC.

In Thailand gilt, wie in vielen Teilen Asiens, helle Haut als besonders attraktiv. Ein dunkler Teint dagegen steht für harte Arbeit im Freien und damit für den armen Teil der Bevölkerung. Deshalb sind dort auch Bleaching-Cremes sehr gefragt.

Nervengift im Sack

Auch beim Skrotox geht es um die Schönheit: Die Botox-Injektionen sollen die Hautfältchen an den Hodensäcken verschwinden und die Hoden praller wirken lassen. Ein weiterer Effekt, der von den Fans dieser Methode für gut befunden wird: Das Nervengift (Botulinumtoxin) reduziert den Schweissfluss im Schritt, was Hautirritationen mindern soll.

Skrotox ist insbesondere in Grossbritannien sehr beliebt: Wie das Magazin «GQ» berichtet, ist dort die Nachfrage nach diesem Eingriff zwischen 2000 und 2015 um 377 Prozent gestiegen.

«Wir bleachen ganz sicher nicht»

In der Schweiz sind derartige Verschönerungen für untenrum kaum ein Thema. Während Christian Depner, Leiter Plastische Chirurgie an der Pallas Klinik Zürich, von überhaupt keinen Bleaching-Anfragen weiss, hat The Gentlemen's Clinic in Zürich immerhin ein paar vereinzelte erhalten.

Anwenden würden die Institutionen keine der beiden Methoden. «Wir bleachen ganz sicher nicht», so Mélinda Costentin von der Genfer Dependance der Gentlemen's Clinic. Und auch Depner hält solche Behandlungen für «nicht sinnvoll»: Beim Bleaching mit Cremes könnten Hautreizungen und Allergien auftreten. Beim Lasern könne die Haut geschädigt werden, sodass dauerhafte Pigmentstörungen auftreten können.

Ähnlich scheint es mittlerweile auch das thailändische Gesundheitsministerium zu sehen: Es warnt vor möglichen Nebenwirkungen.

Von wegen schöner

Auch Botox sei für die Injektion in den Hodensack nicht zu empfehlen: «Das Nervengift lähmt die Muskulatur der Hoden, die eigentlich deren Temperaturregulation steuert, was wichtig für die Spermienproduktion ist», so Depner. Deshalb rät er vor allem Männern mit Kinderwunsch von Skrotox ab.

Selbst einen optischen Vorteil sieht der Spezialist nicht: Einerseits hänge der Hoden nach dem Eingriff stärker als vorher. Andererseits störe ein aufgefüllter und damit glätterer und grösserer Hodensack mehr als ein etwas gefältelter.

(fee)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Peter E. am 14.01.2018 20:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Was geht ab

    Kann die Menschheit noch tiefer fallen. Was passiert in diesen Köpfen?

    einklappen einklappen
  • VornameName am 14.01.2018 21:28 Report Diesen Beitrag melden

    Fragt die Docs in ein paar Jahren

    Jaja, vor ein paar Jahren sagten die meisten Schönheitsärzte auch noch, dass sie keine Schamlippenkorrekturen oder sonstigen Intimeingriffe bei Frauen machen würden. Heute wird das überall angeboten. Also mal schauen wie das in ein paar Jahren bei den Männern ausschaut.

  • xaver am 15.01.2018 09:29 Report Diesen Beitrag melden

    Gehirn-Bleaching

    Männer die so was machen haben keine OP im Intimbereich nötig sondern im Gehirn

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Mardith am 09.02.2018 16:58 Report Diesen Beitrag melden

    no comment

    Intimbereich Schönheit machen, will ich sicher nicht machen. Schad fürs Geld. Wenn meinem Mann mit meinem Vaginal nicht zufrieden ist. Er soll weggehen und eine neue geborene Baby suchen Hahaha. Es gibt manchmal Leute die spinnt. Frauen auch Männer will immer gern für seinem Partnerin, Freund, Ehemann und Ehefrau Perfekt zu sein. Weil Sie oder Er Angst habe, das seiner Freundin, Freund, Ehemann oder Ehefrau läuft davon.

  • Neumann am 15.01.2018 23:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Toll

    Find ich geil, body modification und sich chirurgisch aufhübschen. Find auch dauerstimulans toll! Nur weiter so.

  • Yo Hanna am 15.01.2018 15:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unverständlich ...

    Achtsam leben, lieben wie ich bin und wenn es anderen nicht passt - egal! Wie kann man nur auf solch seltsame Ideen kommen? Verstehe diese Welt noch jemand ... ich nicht, sorry

  • August Augur am 15.01.2018 14:50 Report Diesen Beitrag melden

    Der Film Idiocracy

    ging in seinem Utopie-Szenario nicht so weit, wie die Realität.

  • Petra am 15.01.2018 12:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Heisse bridge

    Ich finde es herrlich, dass sich die Menschen immer heisser machen. Bleache gersde meine Bikini bridge