Nützliches Gift

09. Oktober 2012 22:35; Akt: 10.10.2012 13:51 Print

Botox jetzt auch gegen Heuschnupfen

Forscher glauben, dass Botox nicht nur Falten den Garaus macht, sondern auch gegen Heuschnupfensymptome wie eine laufende Nase und tränende Augen wirkt. Jetzt soll ein Test die Wirkung bestätigen.

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Botox als Nasengel angewendet soll Allergikern Linderung verschaffen. (Bild: Colourbox)

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Forscher vom Universitätsklinikum in Melbourne haben das Molekül des Antifaltenmittels Botox so verändert, dass es durch die Haut und die Nasenschleimhaut eindringen kann. Dort wirke es auf die Nerven ein, erklärte der Leiter der Studie, Philip Bardin. Es könne die Nervenenden hindern, Chemikalien auszuschütten, die für die typischen Symptome wie Schnupfen, tränende Augen und heftige Niesanfälle verantwortlich seien.

Nach ersten vielversprechenden Versuchen wollen die Forscher das Bakteriengift nun in einer breit angelegten Studie testen. Nach Bardins Angaben sollen die zunächst 70 Versuchspersonen Botox als Nasen-Gel einsetzen. Er hofft, dass eine Anwendung die Symptome für bis zu drei Monate lindern wird.

Botulinumtoxin A ist die gereinigte Form eines Nervengifts, das vom Bakterium Clostridium botulinum produziert wird. Es wird in der Medizin seit mehr als 20 Jahren gegen Schielfehler und unkontrollierbares Augenzwinkern eingesetzt, in einigen Ländern ist es auch zur Behandlung chronischer Migräne erlaubt.

Den Einsatz als Mittel gegen Heuschnupfen bezeichnet Bardin als eine «sehr neue Art, ein altes Medikament anzuwenden». In der Kosmetik hat Botox seit den 1990er-Jahren eine rasante Karriere als Schönheitsspritze gegen Mimikfalten gemacht.

(jcg/sda)