HPV-Viren

02. März 2015 17:28; Akt: 02.03.2015 22:35 Print

Bund empfiehlt Buben Impfung gegen Peniskrebs

Die Impfung gegen sexuell übertragbare humane Papillomaviren wird Mädchen seit Jahren empfohlen. Jetzt sollen sich auch junge Männer schützen.

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Junge Männer sollten sich am besten zwischen 11 und 14 Jahren gegen HVP-Viren impfen lassen. (Bild: Keystone/Gaetan Bally/Archivbild)

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Seit 2007 empfiehlt der Bund jungen Frauen die HPV-Basisimpfung im Kampf gegen Gebärmutterhalskrebs und weitere durch das Virus verursachte Krankheiten. Neue Studien belegen nun laut dem Bund, dass die Impfung auch für Knaben und junge Männer von Nutzen sein könnte, wie es im BAG-Bulletin vom Montag hiess.

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Das BAG schliesst sich der Eidgenössischen Kommission für Impffragen (Ekif) an, die eine Impfung für junge Männern vor einem Monat empfohlen hat. Knaben und junge Männer sollten sich gemäss der Empfehlung im Alter von 11 bis 26 Jahren, vorzugsweise zwischen 11 und 14 Jahren – vor Beginn der sexuellen Aktivität – impfen lassen.

Steigende Krankheitszahlen

Die ergänzende Impfung wird zur Prävention von Genitalwarzen empfohlen, aber auch zur Vorbeugung von für Männer gefährlichen HPV-assoziierten Krebserkrankungen wie Anal- oder Peniskrebs. Die HPV-Infektion ist laut BAG eine der häufigsten sexuell übertragbaren Krankheiten und betrifft besonders junge Altersgruppen beider Geschlechter – Tendenz steigend.

In der Periode 2007 bis 2011 sind laut dem Nationalen Institut für Krebsepidemiologie und -registrierung (Nicer) jährlich durchschnittlich zwischen 79 und 183 Männer und zwischen 285 und 320 Frauen an HPV-assoziiertem Krebs erkrankt. Eine Impfung hätte diese Fälle theoretisch verhindern können.

«Es sind momentan zwei Impfstoffe gegen HPV verfügbar», teilte das Bundesamt mit. Der Impfstoff Gardasil schütze vor einer Infektion durch vier HPV-Typen und stelle damit den wirksamsten Schutz vor den Viren dar. Der andere Impfstoff Cervarix schütze nur vor zwei Typen.

Viele offene Fragen

Das BAG empfiehlt die Impfung für junge Männer, obwohl derzeit noch keine Kosteneffektivitätsanalysen vorliegen. Die Impfung beider Geschlechter scheine im Vergleich mit der ausschliesslichen Impfung von Mädchen von Vorteil zu sein, schrieb das BAG – «allerdings bei höheren Kosten».

Ebenfalls offen sei die Frage nach der Wirksamkeit. Es existierten wegen der geringen Fallzahlen bisher keine Daten zur Schutzwirkung der Männerimpfung für Frauen. «Es ist bisher noch unklar, in welchem Ausmass eine Impfung von Knaben und Männern den Schutz der Frauen vor Gebärmutterhalskrebs erhöhen kann.»

Auch die Modalitäten der Kostenvergütung der HPV-Impfung für Männer sind in Ausarbeitung. Ein Entscheid wird in den nächsten Monaten erwartet.

Das BAG sieht in der erweiterten Impfempfehlung trotz der Unklarheiten positive Folgen: «Die HPV-Impfung für junge Männer erlaubt es, dass beide Geschlechter die Verantwortung für Themen wie die sexuelle und reproduktive Gesundheit tragen.»

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Sebastian peters am 02.03.2015 18:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    neu für mich

    Ich hab vorher ganz ernsthaft noch nie was von peniskrebs gehört oder gelesen

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  • Billy am 02.03.2015 18:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Statistik ?

    Ich arbeite in spital seit 15 jahren (radiologie) habe nur einmal ein patienten krankengeschichte gelesen wo der parient peniskrebs gehabt hat..... Interessant

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  • Miriam am 02.03.2015 18:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die Pharmas freuts

    Langsam reicht es mit der ganzen Impferei. Die grossen Pharmas freuen sich wieder wenn die Kasse klingelt!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • O. B. am 03.03.2015 13:30 Report Diesen Beitrag melden

    Googelt doch mal ein wenig...

    ... aber nicht immer nur die ersten Seiten anschauen... denn da stehen nur die Resultate der Fanatiker und Verschwörungstheoretiker... Um echte Fakten zu finden muss man immer ein wenig tiefer Graben... Aber viele Menschen sind einfach zu faul und glauben zu leichtfertig...

  • Herr R. am 03.03.2015 12:59 Report Diesen Beitrag melden

    Wer hats erfunden ?

    Die Frage aus dem Titel beantwortet dann jeder für sich. Ausser die Zoophilen die wissen es am besten, teoretisch.

  • Emi Mi am 03.03.2015 08:57 Report Diesen Beitrag melden

    Impfungen für alles..

    Also langsam reichts ja wirklich mit all den Impfungen.. Für jeden kleinigkeit gibts schon ne Impfung.. Einige haben sogar mehr Nebenwirkungen als das sie einem gut tun.. ich bin total gegen Impfungen! Warum soll ich einem gesunden Körper was spritzen damit er in Zukunft nicht krank wird??

  • gagii am 03.03.2015 08:53 Report Diesen Beitrag melden

    I dont know

    Habe vor 5 min gelesen, wie Bill Gates dazu beiträgt die Menschen auf ein "gesundes Mass" zu reduzieren. Deshalb verunsichert mich das jetzt ein bisschen.

    • May am 03.03.2015 14:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Wahr

      Ja die Weltherrschaft will nicht soviele Menschen haben, kostet nur Geld... Kaum nachvollziehbar aber wahr. Nur Geld allein machte noch keinen glücklich.

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  • Liliana am 03.03.2015 08:31 Report Diesen Beitrag melden

    Jetzt aber

    Die Pharma versucht wohl gerade alles, die Jugend gemäss ihrer Vorstellungen zu erziehen?! Ich find's schrecklich.