Tumor-Killer

29. Oktober 2013 16:47; Akt: 29.10.2013 17:11 Print

Cannabis bekämpft Blutkrebs

Cannabis-Präparate werden bereits als Schmerzmittel eingesetzt. Jetzt hat eine britische Studie ergeben, dass Cannabis-Wirkstoffe Leukämiezellen zerstören können.

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Cannabis ist nicht nur eine Droge für jugendliche Partygänger und Alt-Hippies, das vielgelobte und -geschmähte Kraut besitzt auch therapeutische Qualitäten. Wirkstoffe der Hanf-Pflanze werden schon seit Längerem als Schmerzmittel oder Appetit-Stimulans eingesetzt und können Übelkeit lindern.

Britische Wissenschaftler haben nun entdeckt, dass Cannabinoide, also Wirkstoffe der Cannabis-Pflanze, Krebszellen zerstören. «Cannabinoide wirken komplex; sie stören eine Reihe von wichtigen Prozessen, die Krebszellen zum Überleben benötigen», sagte der Onkologe Wai Man Liu von der St George's University of London dem Online-Magazin «Huffington Post».

Sechs Cannabinoide getestet

Die krebshemmenden Eigenschaften des Tetrahydrocannabinols (THC), dem hauptsächlichen psychoaktiven Stoff der Cannabis-Pflanze, seien schon länger bekannt, heisst es in einer Mitteilung der Universität. An anderen, nicht-halluzinogenen Cannabinoiden – Cannabis-Öl enthält gemäss Liu rund 80 bis 100 verschiedene Cannabinoide – sei dagegen bisher wenig geforscht worden.

Dies holten Liu und sein Team nun nach. Sie testeten sechs Cannabinoide, jeweils allein und in Kombination miteinander auf ihre Wirksamkeit gegen Leukämie. Jeder der untersuchten Wirkstoffe habe so effektive Anti-Krebs-Eigenschaften gezeigt wie das THC. Kombiniert eingesetzt sei ihr Effekt gegen Krebszellen sogar grösser gewesen. Die Forscher behandelten im Labor gezüchtete Leukämie-Zellen mit steigenden Dosierungen der folgenden Cannabinoide: CBD (Cannabidiol), CBDA (Cannabidiol-Säure), CBG (Cannbigerol), CBGA (Cannabigerol-Säure), CBGV (Cannabigevarin) sowie CBGVA (Cannabigevarin-Säure). Danach analysierten sie die Lebensfähigkeit der Krebszellen.

Kiffen nicht empfehlenswert

Die Resultate seien vielversprechend, sagte Liu. Er räumte indes ein, es bleibe nach wie vor unklar, ob die Cannabinoid-Therapie bei den über 200 bekannten Krebsarten wirksam sei. «Krebs ist ein Sammelbegriff für eine ganze Reihe von Krankheiten, die sich in ihrer Zellstruktur grundsätzlich unterscheiden», so Liu.

Kiffen empfiehlt der Wissenschaftler übrigens nicht. Cannabis zu rauchen, bringe eine Menge Probleme mit sich: Da im Cannabis-Rauch etwa 80 bioaktive Stoffe enthalten seien, könne es durchaus sein, dass die Wechselwirkung solcher Stoffe die beabsichtigte krebshemmende Wirkung zunichtemache. Dann sei die Dosierung bei Injektionen oder der oralen Einnahme von Tabletten viel genauer und effizienter. Auch könnte die Hitze beim Verbrennen die nützliche Wirkung der Stoffe zerstören.

Ihre Studienergebnisse haben die Forscher kürzlich in der Fachzeitschrift «Anticancer Research: International Journal of Cancer Research and Treatment» veröffentlicht.


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(Quelle: Youtube/CNN)

(dhr)