Spurensuche im Tierreich

21. Januar 2015 14:05; Akt: 21.01.2015 14:30 Print

Daher könnten Federers Schmerzen stammen

Beim Match gegen Simone Bolelli kämpfte Roger Federer mit heftigen Schmerzen. Was sie verursacht hat, ist unklar. Doch beissende und stechende Kandidaten gäbe es in Australien viele.

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In der zweiten Runde der Australian Open musste Roger Federer nicht nur gegen Gegner Simone Bolelli ankämpfen, sondern auch gegen seinen Körper. Starke Schmerzen in einer Fingerspitze seiner Schlaghand machten ihm das Leben auf dem Court sichtlich schwer. «Einen solchen Schmerz hatte ich noch nie», sagte Federer. «Es fühlte sich an wie ein Bienenstich.»

Ob tatsächlich eine Biene für Federers Leiden verantwortlich ist, ist offen. Fest steht nur, dass der Schmerz «drei, vier Games lang blieb», so der Tennisprofi. Danach sei es vorübergehend besser geworden. Doch auch nach dem Match klagt Federer weiter über Beschwerden.

Viele Verdächtige

Was könnte die Ursache dafür sein? Die Spuren führen ins Tierreich. Schliesslich leben auf dem fünften Kontinent die giftigsten Tiere der Welt.

Schlangen wie der Inland-Taipan (Oxyuranus microlepidotus) scheiden jedoch von vornherein aus. Denn ihren Angriff hätte Federer sicher bemerkt. Auch die Seewespe, eines der gefährlichsten Nesseltiere überhaupt, ist ausser Verdacht. Zwar löst das Gift der Qualle einen brennenden Schmerz aus, der sich binnen Minuten verstärkt. Allerdings lebt sie im Meer, Federer wurde aber auf dem Court attackiert.

Infrage kommen also nur kleine Tiere, die an Land anzutreffen sind – Spinnen und Ameisen.

Achtbeiner im Visier

Eines der am meisten gefürchteten Tiere ist die Trichternetzspinne (Atrax robustus): Ihr Biss greift das Nervensystem des Menschen an und kann tödlich sein. Anzutreffen ist sie praktisch überall – allerdings nur im Grossraum Sydney. Damit kommt sie als Schuldige im Fall Federer nicht infrage. Denn die Australian Open finden im rund 850 Kilometer entfernten Melbourne statt.

Unerträgliche Schmerzen verursacht auch das Gift der weiblichen Exemplare der Rotrückenspinne (Latrodectus hasselti). Dies jedoch nur im Bauch. Damit ist auch sie entlastet.

Schmerzensschreie inklusive

Weil der Schmerz laut Federer ausserordentlich stark war, fällt der Verdacht schnell auf die 24-Stunden-Ameise (Paraponera clavata), die für sich beansprucht, den schmerzhaftesten Insektenstich der Welt abzugeben (siehe Box). Doch wer dieses Video anschaut, bekommt Zweifel – zumal das Tier nach offiziellen Angaben nicht in Australien vorkommt.


Der Selbstversuch eines Komikers zeigt: Der Stich einer 24-Stunden-Ameise ist der schlimmste Insektenstich von allen. (Video: Youtube/ Hamish & Andy)

Realistischer ist da schon ein Biss einer Myrmecia-Ameise. Sie ist zwischen 6 und 40 Millimeter lang und kann mehrere Stiche hintereinander verabreichen, die beim Menschen sofort zu starken Schmerzen führen. In manchen Fällen können auch allergische Reaktionen (anaphylaktischer Schock) auftreten, die tödlich sein können.

Die Auswahl zeigt: Ohne einen Blick auf die schmerzende Hand zu werfen, ist keine Diagnose möglich. Darum könnte es tatsächlich auch so sein, wie von Federer angedeutet: ein ganz normaler Bienenstich, auf den sein Körper aussergewöhnlich stark reagiert.

Haben Sie eine Idee, woher Federers Schmerzen stammen könnten? Platzieren Sie Ihren Vorschlag im Talkback.

(fee)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Tony L. am 21.01.2015 14:19 Report Diesen Beitrag melden

    Keine Ahnung.

    Aber fragen Sie mal Beni Turnheer. Der stellt normalerweise Ferndiagnosen bei Fussballspielern. Aber vielleicht liegt er bei Tennisspielern weniger daneben..;)

  • Schmerzen am 21.01.2015 14:27 Report Diesen Beitrag melden

    Sorry, aber Schmerzen gibt es nicht!

    Wer's nicht glaubt kann die IV fragen. Dort werden Schmerzen als locker überwindbar angesehen. Also Roger lächeln und so tun als gäbe es keine Schmerzen. Denn wir müssen das auch mit chronischen Schmerzen.

  • Villa am 21.01.2015 14:39 Report Diesen Beitrag melden

    Finger der Nation

    ...Top wie das wieder aufgebauscht wird ;-)

Die neusten Leser-Kommentare

  • Verena Michel am 22.01.2015 07:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unnötiges Geschreibe

    Ich finde die obigen Komentare völlig überflüssig. Wollen nicht viele wissen was mit Roger Federer los ist (darum habt ihr ja auch den Artikel gelesen) wenn sie solche Bilder sehen. Egal welches Insekt, es kann aber heftig schmerzen. was sollte denn jetzt hier schon wieder Aufgebauscht worden sein???...

  • Wladyslaw Janowski am 21.01.2015 17:46 Report Diesen Beitrag melden

    Arztbesuch

    Auf jeden Fall wäre zu empfehlen, einen normalen Arzt (keinen Physio) auszusuchen. Ein Insektenstich kann nur schmerzhaft sein, kann aber bei allergischen Personen problematisch sein (z.B. ein auf eine relativ grosse Körperfläche übergreifendes Ödem, das auch mehrere Tage andauern kann, eine Behandlung erforderlich macht und Tennisspielen für mehrere Tage ausschliessen könnte). Mag jedem lächerlich erscheinen, ist es aber nicht. Man stirbt nicht gleich und meistens überhaupt nicht. Aber paar Tage nichts mit der Hand vornehmen zu können wäre inmitten eines Turniers schon ein Problem.

  • Chris V am 21.01.2015 16:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Also bitte

    Also bitte, macht nicht so ein Theater, er wirds überleben auch finanziell, lachhaft.

    • Hohoho am 21.01.2015 23:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      traurig und nochtr..

      11 Leute sehen schon Federers Ruin oder wie soll man die Daumen verstehen? Wünsche gute Besserung.

    einklappen einklappen
  • LS am 21.01.2015 16:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Whuat?!

    Wie weiss dieser Forscher wie sich der Schmerz anfühlt, wenn einer, einem, einen Haartrockner in die Badewanne schmeisst? Hat er das selbst mal ausprobiert oder was? O.o

    • Berner am 21.01.2015 19:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Versuch die nie!

      Sagen kann es seid diesem Tag sicher nicht mehr!!

    einklappen einklappen
  • kay am 21.01.2015 16:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    föhm

    wen jemand den föhn ins wasser hält ist man tot und fühlt keinen schmerz....