Fasten light

03. Januar 2018 19:18; Akt: 03.01.2018 19:18 Print

Mit Intervallfasten purzeln die Feiertagspfunde

Vergessen Sie Low Carb, Kalorienzählen und Null-Diät: Der neuste Abnehmtrend heisst Intervallfasten und ist dazu noch gesund.

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Guetzli, Fondue, Braten: Die Festtagsschlemmerei hat bei vielen Spuren hinterlassen. Wer nun schnell – und vor allem gesund – die neu dazugekommenen Kilos verlieren möchte, sollte mit dem sogenannten Intervallfasten beginnen. Dabei darf man zwar grundsätzlich alles essen, allerdings nicht zu den gewohnten Uhrzeiten. Das heisst: Frühstück, ... ... Mittagessen und ... ... Abendessen sind tabu. Dabei verzichtet man in der Regel 12 bis 14 Stunden auf Nahrung ... ... und deckt seinen kompletten Kalorienbedarf in den restlichen acht Stunden. Dass diese Art der Gewichtsreduktion gesünder und schneller zum Erfolg führt als Verzicht, haben Forscher des kalifornischen Salk Institute nachgewiesen. Sie hatten Mäuse fettreich ernährt. Allerdings hatte nur ein Teil von ihnen den ganzen Tag Zugang zum Futter. Die andere Gruppe kam nur während einiger Stunden in den Genuss von Nahrung. Dabei zeigte sich: Jene Tiere, die ihr Futter in einem Zeitfenster von neun bis zwölf Stunden zu sich nehmen durften, blieben um einiges schlanker und waren gesundheitlich fitter als ihre Artgenossen, die die gleiche Menge Futter über einen Zeitraum von 24 Stunden verzehrten. Konkret: Mäuse, deren Ernährung innerhalb eines Zeitrahmens eingeschränkt war, entwickelten weniger Körperfett. (Im Bild: Links das Fettgewebe von Mäusen, die durchgehend futtern konnten, rechts das Fettgewebe von Mäusen, die nur zeitlich begrenzt Zugang zu Futter hatten.) Dass man mit dieser Methode Erfolg haben kann, zeigt unter anderem der deutsche Mediziner und Comedian Eckart von Hirschhausen. Er hat die Methode am eigenen Leib ausprobiert und innerhalb von drei Monaten zehn Kilogramm verloren. Doch wie funktioniert Intervallfasten genau? Wichtig sind vor allem die Pausen beim Essen: Verzichten Sie am besten 12 oder 14 Stunden lang auf Nahrung. Nehmen Sie spätestens um 18 Uhr die letzte Mahlzeit des Tages ein und pausieren Sie mit dem Essen bis zum nächsten Morgen oder sogar bis zum Vormittag. Eine andere Form des Intervallsfasten ist die sogenannte 5:2-Methode. Dabei darf fünf Tage die Woche nach Herzenslust geschlemmt werden. An den anderen beiden Tagen wird Diät gehalten. Frauen sollten dann nicht mehr als 500 und Männer nicht mehr als 600 Kilokalorien zu sich nehmen. Um abzunehmen, braucht es neben einer Ernährungsumstellung auch regelmässige Bewegung. Doch dafür muss man sich nicht unbedingt im Fitnessstudio anmelden. Es reicht schon, so oft wie möglich eine Tramstation früher auszusteigen und den Rest des Weges zu Fuss zu gehen. Generell bieten Spaziergänge eine gute Möglichkeit, sich fit zu halten – und das nicht nur, weil man dabei herrlich das Hirn lüften und abschalten kann. Wer körperlich dazu in der Lage ist, kann es auch mit Joggen versuchen. Auch Treppensteigen bringt den gesamten Organismus in Schwung. Erklären Sie Rolltreppen zur Tabuzone. Wer keinen Grosseinkauf plant, sollte das Auto stehen lassen und den Gang zum Supermarkt zu Fuss erledigen. Wahlweise können Sie natürlich auch aufs Velo steigen. Hauptsache, Sie bleiben in Bewegung!

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Nicht nur nach den Feiertagen gilt: Wer seiner Figur, aber auch seiner Gesundheit etwas Gutes tun will, sollte ein wenig auf das Gewicht schauen (siehe Box).

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Eine gute Möglichkeit stellt laut mehreren Studien das sogenannte Intervallfasten dar. Dabei verzichtet man in der Regel 12 bis 14 Stunden auf Nahrung und deckt seinen kompletten Kalorienbedarf in den restlichen acht Stunden.

Essenspausen liegen in unserer Natur

Die Idee dahinter gründet in der Urgeschichte des Menschen: Unsere frühen Vorfahren «waren praktisch ständig auf der Suche nach Essen, um zu überleben», sagt Hans Hauner, Ernährungsmediziner an der Uniklinik München, gegenüber Derstandard.at.

Wann sie das nächste Mal etwas finden würden, wussten die Urmenschen aber nicht. Demnach seien wir evolutionsbiologisch auf regelmässige Essenspausen programmiert.

Schneller schlank und gesünder

Dass diese Art der Gewichtsreduktion gesünder und schneller zum Erfolg führt als Verzicht, belegt unter anderem eine von Forschern des kalifornischen Salk Institutes im Fachjournal «Cell Metabolism» veröffentlichte Studie an Mäusen.

Darin hatten die Wissenschaftler die tierischen Probanden fettreich ernährt. Allerdings hatte nur ein Teil von ihnen den ganzen Tag Zugang zum Futter. Die andere Gruppe kam nur während einiger Stunden in den Genuss.

Dabei zeigte sich: Jene Tiere, die ihr Futter in einem Zeitfenster von neun bis zwölf Stunden zu sich nehmen durften, blieben um einiges schlanker und waren gesundheitlich fitter als ihre Artgenossen, die die gleiche Menge Futter über einen Zeitraum von 24 Stunden verzehrten.


Die Nager-Studie zeigt: Auf die Uhr schauen wirkt schneller und besser als Kalorien zählen. (Video: Salk Institute)

Prominentes Beispiel

Dass das Intervallfasten tatsächlich zielführend ist, beweist zurzeit der deutsche Mediziner und Comedian Eckart von Hirschhausen. Er hat die Methode am eigenen Leib ausprobiert und innerhalb von drei Monaten zehn Kilogramm verloren.

Im Gesundheits-Magazin «Stern gesund leben» sagt Hirschhausen: «Jeder hat doch schon mal versucht, eine Scheibe Gurke auf drei Mahlzeiten zu verteilen. Und nachts am Kühlschrank schlug das Jo-Jo zu. Längere Pausen funktionieren viel entspannter.»

Laut Biochemiker Frank Madeo vom Institut für Molekulare Biowissenschaften an der Karl-Franzens-Universität in Graz dauert es rund zwei Wochen, bis sich der Körper an die Umstellung gewöhnt hat: «Dann ist der Hunger weg und der Körper braucht stundenlang keine Nahrung mehr.»

Worauf man beim Intervallfasten achten muss, erfahren Sie in der obigen Bildstrecke.

(fee)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Slimm am 03.01.2018 19:25 Report Diesen Beitrag melden

    Schon seit Jahren

    Ich ernähre mich so seit vielen Jahren. Bin rank und schlank. Jetzt aber erfahre ich, dass meine Ernährungsweise, die ich seit Jahren praktiziere, "Intervallfasten" heisst:)

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  • Noldi S am 03.01.2018 19:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Uralt

    Das gibts schon ewig. Aber es nützt auch nur, wenn die Energiebilanz negativ ist.

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  • kein mathegenie am 03.01.2018 20:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    12+8=20 ; 14+8=22....?

    12-14 Stunden nichts essen und die restlichen 8 Stunden Nahrungsaufnahme. 12+8=20. 14+8=22. Ich dachte der Tag hätte 24 Stunden. Wann genau soll man nun essen bzw. nicht essen?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Samira Keller am 04.01.2018 23:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Muss ich ausprobieren zum zunehmen

    Jetzt weiss ich warum bei mir das zunehmen nicht funktioniert! Ich kann morgens nichts essen, dann von 12 bis 16 Uhr nehme ich ca. 1200 kalorien zu mir. Von 18 bis 20 Uhr nehme ich ca. 1500 kalorien zu mir. Dazwischen esse ich praktisch nichts. Bewegen tue ich mich auch nicht besonders viel. Ich bin 163cm gross und wiege 49kg. Also eigentlich jeden Tag im Kalorienplus.

  • Migge am 04.01.2018 16:38 Report Diesen Beitrag melden

    HC Fasting

    Ich mache Hardcore interwall Fasten. Meist Wochenends Esse ich 2-3 tage nichts, trinke ab und zu ein paar Biere, thats it. So gegen Mitte Woche gibt's dann ungebremstes desaströses Wahnfressen. Ich bin rank und schlank und darf trotzdem reinhauen was ich will. Danke

  • melocoton am 04.01.2018 16:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Versucht es!

    Es funktioniert wirklich! Ich habe mit 5:2 seit Juni rund 12 Kilo abgenommen. Mir wurde mit IF bewusst, wie oft man sonst eigentlich nur aus Gewohnheit isst. Ich hungere nicht. Gehe auch keinem Abendessen oder Apero mit Freunden aus dem Weg. Es ist tatsächlich eine Ernährungsumstellung die man easy umsetzen und beibehalten kann!

  • Peter Eggenberger am 04.01.2018 13:14 Report Diesen Beitrag melden

    Unsinn

    Dann überlegen wir mal... Evolutionsbedingt soll das also Sinn ergeben... Eine Ernährungsmethode, bei der man Gewicht VERLIERT, ist in der Evolution begründet, hat sich also als die "Beste" durchgesetzt? Das ist ein Witz, oder? In der Frühzeit und unter den entsprechenden Entbehrungen wird sich doch nicht die Ernährungsmethode durchgesetzt haben, bei der man Gewicht verliert (und früher oder später darob das Zeitliche segnet)? Naja, pseudowissenschaftliches Geschwafel ist halt in - und wird unreflektiert wiedergegeben.

    • ähm... ja am 04.01.2018 14:57 Report Diesen Beitrag melden

      Momentchen

      Ich denke nicht, dass der Bericht aussagen soll, dass sich diese Ernährungsform durchgesetzt hat, weil damit Gewicht reduziert werden konnte. Es sagt nur aus, dass unser Körper anscheinend immer noch nach diesem Prinzip besser arbeitet. Erst lange Nahrung suchen resp. jagen und dann essen. Und Gewicht verliert man - sofern man "normal" ist auch nur, wenn man zu viel davon auf Lager hat.

    • stefan am 04.01.2018 23:05 Report Diesen Beitrag melden

      @ähm... ja

      Gut gekontert. Gewicht ist aber trotzdem eine Sache der Energiebilanz. Die Zauberwörter hast Du selber genannt. Es sind die Wörtchen "suchen" und "jagen". Die machen Schlank. Übergewicht ist nicht ausschliesslich eine Frage von zu viel essen, sondern ganz wesentlich auch von zu wenig Bewegung.

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  • DangerRanger am 04.01.2018 11:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Normal essen

    Keine Diät. Essen UND Bewegung ist das Motto, Normal essen, die Treppe anstatt Lift, weniger Auto und mal zu Fuss einkaufen, zu Fuss zum Kiosk, Aber Fasten und Hungern.... Nein danke!

    • Manuela am 04.01.2018 12:55 Report Diesen Beitrag melden

      Tramstation

      Ich kanns nicht mehr hören mit der "Tramstation früher aussteigen". Bei mir fährt kein Tram und kein Bus, und fürs Velofahren ist die Strecke viel zu weit. So what's?

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