Kälte und Sonne

17. Februar 2012 16:34; Akt: 17.02.2012 16:34 Print

Das schmieren sich Skihasen ins GesichtDas schmieren sich Skihasen ins Gesicht

von Runa Reinecke - Kälte, ins Gesicht peitschende Schneeflocken oder pralle Sonne: Wer nach dem Skifahren nicht wie eine Dörrpflaume aussehen will, sollte auf die richtige Hautpflege achten.

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Durch Kälte und Wind wird unsere Haut stark beansprucht. Die empfindliche Gesichtshaut ist diesen Stressfaktoren schutzlos ausgeliefert. Damit sie auch im Winter geschmeidig bleibt, unbedingt zu einer Creme mit grossem Lipid-Anteil greifen (zum Beispiel zu Crème nutritive compensatrice riche von Avène)! Bei besonders tiefen Temperaturen empfiehlt sich eine sogenannte Coldcream. Viele dieser speziell für die kalte Jahreszeit konzipierten Hautpflegeprodukte beinhalten Propolis, besser bekannt als Bienenwachs. Es soll die Haut zusätzlich vor den schädlichen Einflüssen tiefer Temperaturen schützen (Tipp: Coldcream von Weleda, für die Lippen: Cold Cream Lippenbalsam von Avène). Nicht nur die Gesichtshaut leidet im Winter. Die Verbindung von Kälte und häufigem Waschen macht vor allem den Händen zu schaffen. Bei rissigen Händen rät Dagmar Simon, Leitende Ärztin am Inselspital Bern, zu Cremes, die einen Harnstoff- oder Glycerin-Zusatz enthalten. Gerade in alpinen Sphären ist die Haut einer besonders hohen UV-Strahlung ausgesetzt. Zur Vorbeugung eines Sonnenbrands ist es wichtig, das Gesicht mehrfach am Tag mit einer Sonnencreme mit hohem Sonnenschutzfaktor zu pflegen (Beispiel: La Roche-Posay Anthelios Sonnenschutz Fluid SPF 50+). Damit die Haut nicht austrocknet, sollte man Duschgels im Winter eher sparsam verwenden. Nach dem Duschen unbedingt eincremen - oder noch besser - ein reichhaltiges Körperöl sanft einmassieren (zum Beispiel das Granatapfel-Regenerations-Öl von Weleda). Ein anstrengender Tag im Freien kann Spuren hinterlassen. Spezielle Pflegeprodukte verfügen über reizlindernde Eigenschaften und wirken dadurch unansehnlichen Hautrötungen entgegen (zum Beispiel Antirougeurs von Avène). Auch ein Antlitz, das nicht zu Hautrötungen neigt, will abends mit einer reichhaltigen Feuchtigkeitspflege verwöhnt werden (hier eignet sich beispielsweise Hydraphase Intense von La Roche-Posay). Die meist viel zu trockene Heizungsluft im Hotelzimmer ist eine Tortur für Atemwege und Haut. Ein angenehmes Raumklima versprechen Reise-Luftbefeuchter: Einfach eine mit Wasser gefüllte PET-Flasche in die Mini-Halterung stecken (gibts bei Air-o-Swiss).

Mit der richtigen Pflege bleibt die Haut auch im Winter geschmeidig.

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Noch vor wenigen Tagen pfiff ein eisiger Wind um die Häuserecken, da war selbst eingefleischten Skifans nicht zwingend nach weissen Sportfreuden zumute. Ganz so klirrend kalt ist es jetzt – mitten in den Sportferien - nicht mehr. Doch während in tieferen Lagen das Temperatur-Minus zeitweise von einem Plus nahe der Null-Grad-Grenze verdrängt wurde, ist es auf Schweizer Gipfeln immer noch so frostig wie in Grosis Tiefkühltruhe.

Ein Hoch auf die warme Skibekleidung - doch ausgerechnet die spart einen grossen Teil eines unserer empfindlichsten Körperteile aus: das Gesicht. Schonungslos setzen wir unser Antlitz einem Ansturm von Schneeflocken aus, die im Fahrtwind zu fiesen, spitzen Eisgeschossen werden, um es später auf der Skihütten-Terrasse von der Sonne rösten zu lassen. Den Rest geben wir unserer Visage mit der Rückkehr ins aufgeheizte Hotelzimmer: Bei einer Luftfeuchtigkeit um die 30 Prozent kann man triefend-nassen Socken beim Trocknen zusehen. Ein Horror-Klima – für die Atemwege und für die Haut.

Das eingefrorene Gesicht

Gerade im Winter wird unser grösstes Organ stark beansprucht. Rund 300 000 Kälterezeptoren sorgen dafür, dass wir frostige Temperaturen als deutlich unangenehmer empfinden als warme. Kein Wunder, denn auf unserer etwa 1,8 m² umfassenden Schutzhülle befinden sich nur um die 30 000 Wärmrezeptoren. Je länger wir uns in eisiger Kälte aufhalten, desto mehr sinkt die Hauttemperatur: Die kleinen Blutgefässe an der Hautoberfläche verengen sich, die Haut wird nicht mehr so gut durchblutet und dadurch nur schlecht mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt. Die Talgdrüsen produzieren weniger oder gar keinen Talg mehr. Der Hydro-Lipid-Film, der auf unserer Haut eine schützende Barriere bildet, gerät aus dem Gleichgewicht. Kleine Erfrierungen machen es unserer Epidermis zusätzlich schwer.

Um die Haut im Winter vor schädlichen Einflüssen zu bewahren, hilft nur eines: Cremen, cremen, cremen! «Ziel ist es, die Hautbarriere zu verbessern oder wieder herzustellen. Dabei ist das Verhältnis von Fett und Feuchtigkeit auf der Haut besonders wichtig», weiss Dagmar Simon, Leitende Ärztin für Dermatologie am Inselspital Bern. Während der Wintermonate rät die Professorin zu Pflegeprodukten, die einen grösseren Fett-, dafür aber einen geringeren Wasser-Anteil enthalten, damit die Haut die Feuchtigkeit unter dem Fettfilm besser speichern kann: «Das Gesicht sollte man ein bis zwei Mal am Tag eincremen, insbesondere vor dem Skifahren.»
Bei besonders tiefen Temperaturen empfiehlt sich eine Coldcream. Viele dieser speziell für die kalte Jahreszeit konzipierten Hautpflegeprodukte enthalten Propolis, besser bekannt als Bienenwachs. Es soll die Haut zusätzlich vor den schädlichen Einflüssen tiefer Temperaturen schützen. Hier mahnt die Expertin allerdings zur Vorsicht: «Es gibt Menschen, die gegen Bienenwachs allergisch sind. Bei ihnen kann es nach dem Auftragen zu Hautreaktionen kommen.»

Die Sonne: Hautkrebs- und Faltenbeschleuniger

Auf schlimme Hautreaktionen, die später zu Hautkrebs ausarten können, müssen vor allem Skifahrer gefasst sein, die in alpinen Sphären ohne oder mit zu geringem Sonnenschutz unterwegs sind. «Gerade in den Bergen ist ein hoher Sonnenschutzfaktor Pflicht», erklärt Simon. Zudem komme zur Sonneneinstrahlung auch noch die Reflektion des Schnees hinzu. Das verstärke die ohnehin starke und für die Haut schädliche UV-Strahlung zusätzlich. Letztere ist laut der Hautärztin selbst bei geringer Bewölkung noch sehr hoch.

Wer auf Nummer sicher gehen und dadurch dem Hautkrebs und einer vorzeitigen Hautalterung vorbeugen will, dem sei an dieser Stelle eine Creme mit einem Sonnenschutzfaktor von mindestens 40 empfohlen. Auch die besonders empfindlichen Lippen wollen vor Kälte und Sonne geschützt sein: Diesen Schutz bietet ein Pomaden-Stift mit integrierter Sonnenprotektion.

Nach so viel Stress hat sich die Haut abends Ruhe und Entspannung verdient. «Mit der Verwendung von Seifen und Reinigungsgels während des Duschens lieber etwas sparsamer umgehen, da sie die Haut zusätzlich austrocknen», sagt Dagmar Simon. Damit die Haut nicht durch trockene Heizungsluft im Hotelzimmer beansprucht wird, gehört unbedingt ein kleiner Reise-Luftbefeuchter mit ins Gepäck: Das handliche Gerät lässt sich mit einer mit Wasser gefüllten PET-Flasche in Betrieb nehmen und sorgt für ein angenehmes, hautfreundliches Raumklima.