«Ernste Warnzeichen»

06. Dezember 2012 18:16; Akt: 06.12.2012 18:30 Print

Den Franzosen geht der Saft aus

Die französischen Männer müssen sich Sorgen um ihre Fruchtbarkeit machen: Die Zahl der Samenzellen in ihrem Sperma ging in den vergangenen Jahren drastisch zurück.

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Nach mehreren Fehlgeburten brachte «Friends»-Darstellerin Courteney Cox-Arquette im Mai 2004 Töchterchen Coco Riley (2 1/2) auf die Welt. Nach Courteney und ihrem Mann David Arquette ist sie kerngesund und wohlauf. Bilder: Keystone/WENN Sprachen in der Öffentlichkeit über ihre Fruchtbarkeits-Probleme: Hollywood-Paar Jamie Lee Curtis und Ehemann Christopher Guest adoptierten ein Kind, nachdem Curtis vergebens versuchte, schwanger zu werden. Sängerin Celine Dion wurde mehrmals künstlich befruchtet - erfolglos. Bis sie 1999 endlich mit Söhnchen Rene-Charles (6) schwanger wurde. Um später eventuell ein weiteres Kind zu bekommen, haben sie und ihr Ehemann Rene Angelil über eine Embrio-Einfriertechnik gesprochen. Nach mehreren, vergeblichen künstlicher Befruchtungs-Versuchen, haben Schauspieler Hugh Jackman und seine Ehefrau Deborra Lee Furness Oscar (6 1/2) und and Ava (19 Monate) adoptiert. Nach einer künstlichen Befruchtung erwartet «Desperate Housewives»-Star Marcia Cross im April 2007 Zwillinge. Sie sprach oft in der Öffentlichkeit über die Probleme und Realität, nach 40 schwanger zu werden. Auch Darstellerin Julia Roberts und ihr Mann Danny Moder verkündeten in der Öffentlichkeit, nur durch die künstliche Befruchtung die Zwillinge Hazel und Phinnaeus (2) gezeugt zu haben. Schauspielerin Brooke Shields und ihr Ehemann Chris Henchy haben sich ebenfalls öffentlich über ihre Fruchtbarkeitsprobleme geäussert. Im Buch «Down Comes The Rain» schreibt Shields, jetzt Mutter von Rowan Francis (3 1/2) und Grier Hammond (9 Monate) über Unfruchtbarkeit und postnatale Depressionen.

Beileibe nicht alles Franzosen: Diese Promis sind kaum oder gar nicht fruchtbar.

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Aufregung in Frankreichs Betten: Die Zahl der Spermien ging bei den Männern im Nachbarland in den vergangenen 17 Jahren um rund ein Drittel zurück. Das ist das Ergebnis einer grossangelegten landesweiten Untersuchung mit mehr als 26'600 Probanden, die am 4. Dezember in der Fachzeitschrift «Human Reproduction» veröffentlicht wurde.

Der Studie zufolge ging im Zeitraum von 1989 bis 2005 die Zahl der Samenzellen bei Franzosen im Alter von 35 Jahren von 73,6 Millionen pro Milliliter Sperma auf durchschnittlich 49,9 Millionen zurück. Eine Konzentration von unter 55 Millionen pro Milliliter kann bestimmten Untersuchungen zufolge die Fruchtbarkeit negativ beeinflussen, die Zahl von 15 Millionen gilt als Grenzwert zur Unfruchtbarkeit.

Die Autoren der Studie sprachen von einem «ernstzunehmenden Warnzeichen». Epidemiologin Joëlle Le Moal vom Institut zur französischen Gesundheitsüberwachung (InVS) hob hervor, dass es sich um die wichtigste derartige Untersuchung in Frankreich und vermutlich sogar weltweit handle. Zu möglichen Ursachen wie die Auswirkungen von Industriechemikalien wollten sich die Forscher nicht festlegen.


Pestizide im Verdacht

Der Einfluss von Umweltfaktoren und vor allem die Rolle von Störfaktoren für den Hormonhaushalt, darunter Pestizide, werden von Wissenschaftlern seit mehreren Jahren für den Rückgang bei den Spermien verantwortlich gemacht. Da der Mensch meist mehreren gesundheitsgefährdenden Faktoren wie Kunststoff-Weichmachern, Tabak oder Übergewicht gleichzeitig ausgesetzt ist, lasse sich ein bestimmter Stoff aber nur schwer als Ursache ausmachen, hob Fortpflanzungsexperte Louis Bujan von der Universitätsklinik Toulouse hervor.

Nach Ansicht von René Habert von der Universität Paris-Diderot könnten die Hormon-Störfaktoren den drastischen Rückgang der männlichen Samenzellen vor allem in der Region Paris erklären, «wo derzeit ein Mann zweimal weniger Samenzellen produziert als noch sein Grossvater». Die Diskussion über den Rückgang der Spermien-Zahl geht auf den Beginn der 1990er Jahre zurück. Mehrere Studien verwiesen seither auf diese Entwicklung, nur vereinzelt gab es abweichende Ergebnisse etwa bei einer Untersuchung in Dänemark.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Eg.Al am 06.12.2012 22:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Saft

    Den Franzosen geht der Saft aus. Nein es geht nicht um Strom, sondern um Sperma. Was für ein zweideutiger Titel... ;)

  • Ali G in de house am 06.12.2012 21:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    So arm :(

    die armen franzosen :0

  • Dinu am 07.12.2012 02:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zu viele.....

    Vielleicht wirkt die Natur so einer Überbevölkerung des Planeten entgegen?

Die neusten Leser-Kommentare

  • H. E. am 08.12.2012 12:24 Report Diesen Beitrag melden

    Doch zunehmende HF-Belastungen?

    Diesen Oktober haben sich auf Monté Verità/TI internationale Wissenschaftler (von Medien kaum beachtet) zu möglichen Genschädigungen aus HF-Belastungen ausgetauscht. Die Resultate sind ernüchternd. Es gibt durchaus Hinweise. Man "streitet" sich ob der Resultate über Versuchsanordnungen, Messmethoden, Endpunkte von Experimenten und so forscht man mit vergleichsweise bescheidenen Mitteln weiter und "fürchtet" sich von einer möglicherweise sehr unangenehmen Wahrheit.

  • Roger am 07.12.2012 11:24 Report Diesen Beitrag melden

    Es lebe Aspartam und Apartan!

    Diese beiden künstlichen Süsstoffe sind pures Gift !! Es gibt sogar zig Studien die hier einen direkten Zusammenhang mit Unfruchtbarkeit und diversen anderen Krankheiten und Auswirkungen aufzeigen sowie Vereinigungen von Medizinern die ein sofortiges Verbot dieser Stoffe fordern!! Ebenso all das Plastik in dem wir unsere Esswaren und Getränke verpacken! Werd glaubt hier lösen sich keine Weichmacher und andere Giftstoffe, ist sehr naiv. Auch hier, diverse Studien welche für viele unserer Zivilistionskrankeiten den Plastik verantwortlich machen. Googelt mal etwas, der Schock wird ev. gross sein.

  • Karsten am 07.12.2012 11:07 Report Diesen Beitrag melden

    AKWs

    Es gibt ja auch die meisten AKW's in Frankreich...

  • SwissSail am 07.12.2012 11:04 Report Diesen Beitrag melden

    nur suchen wo niemand schuld ist

    erstaunlich, dort, wo sich die Situation in unserer Umwelt millionenfach verändert hat, nämlich bei der künstlichen elektromagnetische Verstrahlung, wird nicht gesucht. Googelt mal mit "Sperma" und " Mobilfunk". Aeber eben, der Spruch "was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr" gilt insbesondere für Aerzte und Forscher. Wir müssten nur unser Verhalten ändern!

  • Peter2106 am 07.12.2012 10:46 Report Diesen Beitrag melden

    Die Natur

    Die Natur beginnt der Überbevölkerung dieses Planeten entgegen zuwirken.