Kahlschlag Adieu!

23. März 2012 12:19; Akt: 23.03.2012 12:35 Print

Der Glatze schlägt die letzte Stunde

Fast jeder Mann im fortgeschrittenen Alter kann ein Lied davon singen: Die Haare werden Jahr für Jahr dünner. Geht es nach US-Forschern, ist damit künftig aber Schluss.

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Schon gewusst? Das Haar isst mit!

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Für acht von zehn Männern wandelt sich das volle Haupthaar über die Jahre zu einem - mehr oder weniger - kahlen Skalp. Für die Betroffenen zumeist eine grosse psychische Belastung: Sie versuchen, dem Schwinden der Mähne mit Hilfe unterschiedlichster Haarwässerchen (deren Wirkung meist wenig vielversprechend ist), durch ein Toupet oder eine schmerzhafte Haarwurzel-Transplantation beizukommen.

Während sich zahlreiche Männer in der Schweiz frustriert mit den Händen durch die schüttere Restfrisur fahren, schmieden Forscher im fernen Amerika bereits ein ganz heisses Eisen: Wissenschaftler der University of Pennsylvania haben ein Protein identifiziert, das für den «Kahlschlag» auf Männerköpfen verantwortlich ist.

Eine Glatze? Naja, nicht so ganz ...

Angefangen hatte alles mit einem Irrtum, denn: Die Glatze ist in Wahrheit alles andere als haarfrei, wie George Cotsarelis, Professor für Dermatologie an der Perlman School of Medicine in Pennsylvania, berichtet: «Beim Untersuchen angeblich kahler Kopfhaut fanden wir heraus, dass die Haarfolikel noch vorhanden waren.» Dieser Umstand liess Cotsarelis nur auf zwei Möglichkeiten schliessen: Entweder besteht in der Kopfhaut ein Mangel an einem bestimmten Haarwuchsfaktor oder aber der Haarwuchsfaktor ist vorhanden, wird aber durch einen Gegenspieler gehemmt.

Um dem Problem genauer auf den Grund gehen zu können, entnahm das Forscherteam Kopfhautgewebe bei Männern, die unter starkem Haarausfall litten. Die Proben wurden sowohl an «erkahlten» Stellen als auch an eher stark behaarten Arealen der Kopfhaut entfernt. Danach wurden die Gewebeproben auf unterschiedliche Gene untersucht.
In den «kahlen» Proben fanden die Wissenschaftler einen dreifach höheren Wert des Proteins Prostaglandin D2 (PGD2) als in den Gewebeproben, die behaarten Bereichen entnommen wurden.

Good Cop: PGD2 - bad Cop: GPR44

Für die Forscher ein überraschendes Ergebnis: «Es gibt ein anderes Prostaglandin, das dafür bekannt ist, dass es den Haarwuchs anregt», wird Cotsarelis auf ScienceNews.com zitiert. «Dieses Resultat hatten wir nicht erwartet, weil Prostaglandin zuvor noch nie mit Haarverlust in Zusammenhang gebracht wurde.» Prostaglandine spielen bei unterschiedlichsten Körperfunktionen eine Rolle. Sie kontrollieren das Wachstum unserer Zellen und sind an Abläufen wie der Kontraktion unserer Muskeln beteiligt.

Schuld an der Hemmung des Haarwachstums ist ein Rezeptor namens GPR44, der an das PGD2 gebunden ist, wie George Cotsarelis dem US-Portal Foxnews.com berichtete: «Wir haben Labormäuse so genetisch verändert, dass sie nicht über GPR44-Rezeptoren verfügten. Während das Haarwachstum unter PGD2 bei nicht modifizierten Versuchtieren gestört war, wuchs das Haar bei Mäusen ohne funktionierendes GPR44 normal».

Erklärtes Ziel sei es jetzt laut Cotsarelis, ein Medikament zu entwickeln, das den Rezeptor GPR44 blockiert. Und das könnte in absehbarer Zeit erhältlich sein - davon ist der Forscher überzeugt: «Ich glaube, es dauert nicht mehr allzu lange, bis ein solches Präparat auf den Markt kommt.»

(rre)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Siciliano am 23.03.2012 19:43 Report Diesen Beitrag melden

    Warnung! Macht keine Haartransplantation

    In der Regel braucht es mehrere Operationen. Wer nach der 1. oder 2. auffhört, der kann sich wegen der Narben später nie eine Glatze rasieren. Ich bereue es!

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  • M.F. (ein Mann mit Glatze am 23.03.2012 22:59 Report Diesen Beitrag melden

    Schönes Gesicht braucht Platz

    Jeder der Haare verliert kann das nicht ändern, nur herauszögern.Jeder der damit Propleme hat leidet an einem Minderwertigkeitskomplex.Wenn es so ist,dann ist es so.Uebrigens, ein schönes Gesicht braucht Platz.Also Glatzkoepfe,pflegt eure Glatze und seid stolz darauf.

  • peter müller am 23.03.2012 13:42 Report Diesen Beitrag melden

    Glatze und stolz

    Lieber keine Haare als den Körper mit Medikamenten zu vergiften.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Profi am 24.03.2012 15:55 Report Diesen Beitrag melden

    Alles Ansichtssache...

    Das sind keine Geheimratsecken sondern Schenkelabriebstellen!

  • MArtin am 24.03.2012 14:21 Report Diesen Beitrag melden

    Glatze und nu?

    die Industrie freuts. Nur die Seele wird nicht schöner dabei...

  • M.F. (ein Mann mit Glatze am 23.03.2012 22:59 Report Diesen Beitrag melden

    Schönes Gesicht braucht Platz

    Jeder der Haare verliert kann das nicht ändern, nur herauszögern.Jeder der damit Propleme hat leidet an einem Minderwertigkeitskomplex.Wenn es so ist,dann ist es so.Uebrigens, ein schönes Gesicht braucht Platz.Also Glatzkoepfe,pflegt eure Glatze und seid stolz darauf.

  • blooper am 23.03.2012 22:22 Report Diesen Beitrag melden

    Tja, kennen wir eigentlich, seit immer.

    Ach, die Glatze gehört zum Mann, wie der Hängebusen bei der Frau - im laufe der Jahre erleiden wir alle irgend etwas "bedauerliches", doch das ist absolut normal, seit es den Menschen gibt. Habts gut Leute.. ;-)!

    • Anne Frei am 24.03.2012 13:24 Report Diesen Beitrag melden

      Glatze, tja, kennen wir eigentlich

      Gut gebrüll, Löwe! Bestes Kommentar seit langem.

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  • Siciliano am 23.03.2012 19:43 Report Diesen Beitrag melden

    Warnung! Macht keine Haartransplantation

    In der Regel braucht es mehrere Operationen. Wer nach der 1. oder 2. auffhört, der kann sich wegen der Narben später nie eine Glatze rasieren. Ich bereue es!

    • Philipp am 23.03.2012 23:02 Report Diesen Beitrag melden

      FUE - Einzelhaarentnahme

      Eine Haartransplantation eignet sich natürlich nur, wenn es nie zu einer Vollglatze kommt. Sollte ich mich entschliessen, eine HT zu machen, kommt nur FUE in Frage, keine Streifenentnahme.

    • hipo78 am 23.03.2012 23:55 Report Diesen Beitrag melden

      Schonmal was von FUE gehört?

      Hatte selber schon eine Operation und das war die beste Entscheidung meines Lebens. Eine Narbe braucht sich heute niemand mehr anzutun. FUE-Technik machts möglich. Man sollte nur zum richten Arzt gehen und die Glatze kann Geschichte sein.

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