Influenza

19. April 2017 22:01; Akt: 19.04.2017 22:01 Print

Dieser Frosch soll Menschenleben retten

Im Schleim eines indischen Frosches haben Forscher einen Stoff entdeckt, der mehrere Stämme eines Influenza-Virus abtötet – bei Mäusen und Menschen.

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Fieber, Schüttelfrost und trockener Husten: Mit diesen Symptomen macht die Influenza den Betroffenen das Leben schwer. In schlimmen Fällen kann sie sogar zum Tod führen –
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Doch dagegen entwickeln die Influenza-Viren schnell Resistenzen. Deshalb braucht es Alternativen. Von einer äusserst wirksamen berichten nun Forscher der Emory University in Atlanta im Fachjournal «Immunity».

Vielversprechender Peptid-Cocktail

Im schleimigen Sekret eines indischen Frosches (Hydrophylax bahuvistara) stiess das Team um Joshy Jacob auf einen Peptid-Cocktail, der Bakterien und Viren nicht nur beschädigt, sondern auch zerstört. Dieser bestehe aus 32 verschiedenen Aminosäureketten, wie Peptide auch genannt werden.

Vier davon zeigten sich in der Untersuchung der Forscher als hochgradig wirksam. Und das gegen zahlreiche alte und neue Stämme des H1-Influenza-Virus, wie die Hochschule schreibt.

Freude – mit Einschränkungen

«Das hat mich fast vom Stuhl gehauen», kommentiert Jacob die Entdeckung in der Mitteilung. «Ich hatte erwartet, dass man bei der Suche nach Wirkstoffen erst Tausende, vielleicht sogar eine Million von Kandidaten durchgehen muss, bis man einen oder zwei Treffer bekommt. Und hier hatten wir bloss 32 Peptide und gleich vier Treffer.»

Die riesiger Freude des Forscherteams wurde jedoch bald gemässigt. Denn drei der vier Aminosäureketten entpuppten sich in Tests als für menschliche Blutzellen toxisch. Sie scheiden damit als Wirkstoffbasis aus.

Urumin als Lebensretter

Der vierte Kandidat jedoch schützt die menschlichen Zellen zuverlässig vor den Influenzaviren. Ihn nennen Jacob und seine Kollegen Urumin.

Auch wenn bis zu einem Einsatz beim Menschen noch viele Tests und Studien durchgeführt werden müssen – den Namen sollte man sich merken. Denn das Peptid entpuppte sich als besonders effektiv: Nachdem lebende Mäuse einen Sprühstoss davon verabreicht bekommen hatten, waren sie selbst gegen eine eigentlich tödliche Dosis Grippeviren geschützt.

Anschliessend gemachte elektronenmikroskopische Aufnahmen zeigten, dass das Urumin die Viren komplett zerstörte.

(fee)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Und man hörte nur wieder was am 19.04.2017 22:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ha das ich nicht lache

    Ein gesunder Patient ist ein verlorener Kunde. Die Pharmaindustrie wird dieses Mittel bestimmt unter denn Teppich kehren zu wissen.

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  • Skywalker99 am 19.04.2017 22:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Einerlei

    seit wann sind Influenza und saisonale Grippen unterschiedliche Dinge?

  • Typhoeus am 19.04.2017 23:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kampf den Grippe Viren

    Jedes neue wirksame Mittel ist recht. Hoffen wir auf die Wirkung am Menschen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Tabubrecher am 20.04.2017 20:08 Report Diesen Beitrag melden

    Warum Menschen retten??

    Warum sollen wir Menschenleben retten? Es hat ja eh zuviele davon! Die Erde ist so überbevölkert dass wir froh sein müssen, wenn Menschen sterben! Sorry, tragische Realität!

  • Suter Fritz am 20.04.2017 16:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schmatz...!

    Kann man das süsse Fröschli auch küssen?

  • annonymus am 20.04.2017 07:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    bitte nur mit ärztlichem Rezept

    und analog zum Antibiotika werden auch resistente Viren auftauchen.. also sollte es mit bedacht eingesetzt werden, nicht gegen die jährliche Gripewelle oder wenn, dann nur bei Patienten in lebensgefahr.

  • Am selben Strick ziehen am 20.04.2017 03:53 Report Diesen Beitrag melden

    Es geht nicht darum, Probleme zu lösen

    Es geht nur darum, mit einer Problemlösung viel Geld zu machen. Das Patentrecht, vor allem auf Kopien der Natur, ist der größte Bremsklotz der Menschheit. Sicher muss ein Forscher entlöhnt werden - aber im Verhältnis! Der Patentschutz sollte auf höchstens zehn Jahre gesenkt werden!

  • J.B am 20.04.2017 01:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    J.S.H

    Der sieht irgendwie ein bisschen aus wie Jolanda S.H.