Wundertrunk

27. November 2017 06:56; Akt: 27.11.2017 06:56 Print

Drei bis vier Tassen Kaffee pro Tag sind gesund

Ist Kaffee gesund oder nicht? Darüber wird seit vielen Jahren heiss diskutiert. Englische Forscher meinen nun: Die Dosis macht das Gift – oder das Heilmittel.

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Gute Nachrichten für Kaffeeliebhaber: Drei oder vier Tassen am Tag sind laut britischen Forschern unter gesundheitlichen Gesichtspunkten optimal. Wer einen solch moderaten Kaffeekonsum hat, hat nicht nur ein geringeres Risiko für Herzkrankheiten, sondern auch ein niedrigeres Sterberisiko als Menschen, die keinen Kaffee trinken. Zudem scheint Kaffee auch das Risiko für Prostata-, Haut- und Leberkrebs zu senken. Ausserdem ist die Gefahr, an Diabetes Typ 2, Gallensteinen, Gicht und Leberzirrhose zu erkranken, reduziert. Auch Parkinson, Depression oder Demenz treten bei moderaten Kaffeetrinkern seltener auf. Weitere wichtige Erkenntnis der Übersichtsstudie: Wer mehr trinkt, schadet sich nicht. Lediglich die positiven Effekte sind weniger stark ausgeprägt. Einen Freifahrtsschein für massloses Kaffeetrinken ... ... liefert die Studie nicht: «Obwohl wir uns sicher sein können, dass Kaffeekonsum im Allgemeinen sicher ist, sollten Menschen nicht aus gesundheitlichen Gründen zu diesem Genussmittel greifen», heisst es in einem Kommentar zur Studie. Es gebe «erhebliche Unsicherheit» hinsichtlich hohen Kaffeegenusses. Die Empfehlung, täglich nicht mehr als drei bis vier Kaffees zu trinken, gilt übrigens nicht für werdende Mütter, so die Forscher: Während der Schwangerschaft könne sich Kaffeegenuss negativ auswirken und möglicherweise die Gefahr von Knochenbrüchen minimal erhöhen. Doch auch wer Kaffee als Wachmacher konsumiert, sollte sich bewusst machen: Die Wirkung hält nicht ewig an: Noch mehr Wissenswertes über das wach machende Gebräu erfahren Sie in den nächsten Bildern. Die Kaffeebohnen sind eigentlich Kerne, die immer paarig in einer kirschenähnlichen Frucht am Kaffeestrauch wachsen. Von den unterschiedlichen Kaffeesorten, die in ungefähr 70 Ländern angebaut werden, werden zur Kaffeeproduktion hauptsächlich Arabica und Robusta verwendet. Bis die Bohne in der Maschine landet, muss die Kaffeekirsche zuerst bis zu elf Monate reifen. Aus rund 2,5 kg Kirschen gibt es gerade mal 500 Gramm Kaffeebohnen. Bedingt durch diesen geringen Ertrag bei der Kaffeeernte und der stetig steigenden Nachfrage nach dem edlen Arabica-Kaffee, wird künftig immer mehr Regenwald abgeholzt werden müssen, um genügend Kaffeebohnen produzieren zu können. Das im Kaffee enthaltene Koffein hat eine allgemein anregende Wirkung und kann die körperliche Leistungsfähigkeit positiv beeinflussen. Diese stimulierende Wirkung nimmt bei einem regelmässigen Konsum koffeinhaltiger Getränke ab (Gewöhnungseffekt). Wer kaum Kaffee trinkt und plötzlich zu mehreren Tassen greift, kann mit Nebenwirkungen wie Zittern, erhöhter Nervosität, Schlafstörungen, Herzrasen, Kopfschmerzen oder unregelmässigem Puls darauf reagieren. Kaffee kann eine positive Wirkung auf Herz-Kreislauf-Krankheiten haben und migränebedingte Kopfschmerzen mildern, indem die Blutgefässe im Hirn erweitert werden. Auch im Sport wird Koffein eingesetzt, da sich die Wahrnehmung von Müdigkeit, Belastung und Schmerzen reduzieren lässt und Koffein direkt auf die Muskelzellen wirkt. Von 1984 bis 2004 stand Koffein sogar auf der Dopingliste des IOC. Kaffee wird immer noch eine harntreibende Wirkung nachgesagt. Studien haben gezeigt, dass Kaffeetrinken die Nierentätigkeit zwar anregt, doch beinahe im gleichen Ausmass wie beim Trinken derselben Menge Wasser. Kaffee darf also als Flüssigkeit betrachtet werden und muss nicht zwingend mit einem Glas Wasser kompensiert werden. Eine Tasse Kaffee zum Frühstück kann die Verdauung in Schwung bringen und eines der Hausmittel bei zu Verstopfung neigenden Menschen sein. Auch die Ausschüttung von Magensaft wird angeregt. Die Tasse Kaffee nach dem Essen hilft also auch beim Verdauen. : empfindliche Menschen können auf Kaffeegenuss mit Sodbrennen reagieren. Bei der Verträglichkeit von Koffein bestehen grosse individuelle Unterschiede. Für Gesunde gilt die Faustregel, dass täglich bis zu unbedenklich sind. Ein hoher Koffeinkonsum in der Schwangerschaft kann zu einem verringerten Geburtsgewicht des Neugeborenen führen. Daher wird schwangeren Frauen empfohlen, nicht mehr als eine bis drei Tassen Kaffee pro Tag zu trinken. Auch in der Stillzeit ist ein massvoller Koffeinkonsum empfehlenswert, da Koffein in die Muttermilch übertritt. Nicht nur die Zubereitungsmöglichkeiten des Kaffees sind vielfältig, sondern auch die möglichen Zutaten. Lieber schwarz, mit viel Zucker und Rahm oder gar mit süssen Toppings? Manche Kaffeegetränke entpuppen sich als wahre Kalorienbomben und die positiven gesundheitlichen Wirkungen gehen verloren.

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Drei Tassen am Tag: So viel Kaffee trinkt der Schweizer durchschnittlich. Laut Forschern der Universitäten Southampton und Edinburgh übertreibt er es damit nicht, sondern tut seiner Gesundheit sogar Gutes.

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Wie das Team um Robin Poole im «British Medical Journal» berichtet, wirkt sich moderater Kaffeegenuss eher positiv als negativ auf den menschlichen Organismus aus.

Viele positive Auswirkungen

Die Auswertung von 200 weltweiten Studien zu den Auswirkungen des flüssigen Wachmachers zeigte, dass Menschen, die drei bis vier Tassen pro Tag trinken, nicht nur ein geringeres Risiko für Herzkrankheiten, sondern auch ein niedrigeres Sterberisiko haben als Menschen, die keinen Kaffee trinken.

Doch das sind nicht die einzigen positiven Effekte: So scheint Kaffee auch das Risiko für Prostata-, Haut- und Leberkrebs zu senken. Ausserdem ist die Gefahr, an Diabetes Typ 2 (siehe Box), Gallensteinen, Gicht und Leberzirrhose zu erkranken, reduziert. Auch Parkinson, Depression oder Demenz treten bei moderaten Kaffeetrinkern seltener auf.

Weitere wichtige Erkenntnis der Übersichtsstudie: Wer mehr trinkt, schadet sich nicht. Lediglich die positiven Effekte sind weniger stark ausgeprägt.

Genuss-, aber kein Heilmittel

Trotzdem sollte man nicht aus gesundheitlichen Gründen zu dem Bohnengetränk greifen, schreibt Epidemiologe Eliseo Guallar von der Johns Hopkins Bloomberg School of Public Health in einem Kommentar zur Studie: «Obwohl wir uns sicher sein können, dass Kaffeekonsum im Allgemeinen sicher ist, sollten Menschen nicht aus gesundheitlichen Gründen zu diesem Genussmittel greifen.» Der Grund: Es gebe «erhebliche Unsicherheit» hinsichtlich hohen Kaffeegenusses.

Die Empfehlung, täglich nicht mehr als drei bis vier Tassen Kaffee zu trinken, gilt übrigens nicht für werdende Mütter, so die Forscher: Während der Schwangerschaft könne sich Kaffeegenuss negativ auswirken und möglicherweise die Gefahr von Knochenbrüchen minimal erhöhen.

(fee)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • LUZ93 am 27.11.2017 07:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kaffee

    Ja klar... heute es es sei gesund und nächster Woche heisst es wieder es sei ungesund oder mache Krebs... was wetten wir...

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  • Berlisch am 27.11.2017 07:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wie ich will

    Ich trinke ihn weil ich Lust drauf hab..ob gesund oder ungesund...

  • Schämu am 27.11.2017 07:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Reiner Genuss hat keine Zahlen

    Ich zähle die Tassen nicht die ich trinke pro Tag weil ich den Kaffee geniesse. Zudem ist nicht jeder Kaffee gleich stark.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Estefanie am 28.11.2017 17:00 Report Diesen Beitrag melden

    Braucht es nicht

    Der im Kaffee enthaltene Koffein ist eine psychoaktive Substanz - also eine Droge, die auch abhängig macht. Was soll daran gesund sein?

    • Ludi am 28.11.2017 17:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Estefanie

      Gibt auch entkofeinter Kasse, da trinke ich täglich 10 Tassen.

    • M.B. am 28.11.2017 23:48 Report Diesen Beitrag melden

      @Estefanie: hat noch mehr

      Es hat eben nicht bloss Coffein, sondern auch noch andere Substanzen im Kaffee. Coffein ist übrigens eine stimulierende Substanz. Es steigert nicht nur die Konzentrationsfähigkeit, die Vigilanz (Wachsamkeit) und die Aufmerksamkeit, es verbessert auch die Geschwindigkeit von Denkprozessen und das Langzeitgedächtnis.

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  • outgriffin am 27.11.2017 21:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Koffein!

    Koffein ist die einzige erlaubte Speeddroge. Nur ist enorm wie der Koffeingebrauch in den letzen Jahren gestiegen ist. Liegt es an der überall mehr verlangten Arbeitsweise? Koffein ist im Kaffee an Chlorogensäure gebunden. Daher wirkt er anders als im Grüntee. Obwohl dieser bei vier bis fünf Tassen noch gesünder ist. Redbull und Co. bindet Koffein an Zucker so dass dieser die Blut/Hirnschranke noch schneller durchbricht, dafür flaut die Wirkung schneller ab. Reines Koffein HCI ist auch nicht so ungesund. Kaffee hat den Vorteil des guten Geschmacks. Eigentlich sind wir deswegen süchtig danach. er ist auch schnell gemacht. Ich nehme mir für meine Grüntee 20 Minuten Zeit, dafür nehme ich auch den noch besseren zweiten Aufguss. Tja, jedem das seine. Aber vergesst nie, es ist eine Droge. Macht mal ein paar Tage Pause und ihr werdet den Entzug spüren. Kopfschmerzen, Unruhe und diese Sehnsucht nach dem Geschmack. Fragt Leute, die den 2. Weltkrieg miterlebt haben und Zichorienkaffee trinken mussten. Als die Amis mit echten Kaffee ankamen, trank meine Tante in kurzer Zeit so viel, dass sie wegen Koffeinvergiftung ins Spital musste. 10 g auf einmal sind sogar tödlich.

  • Larisa&Jenny am 27.11.2017 21:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sehr gut

    Und was ist mit Urin ? Weil wir Schwesster Täglich mehrmals Urin Drinken ob von uns gegenseig oder von anderen Girls. Das ist dann etwas sehr gutes nur zum epfählen Urin ist nicht nur sehr gut sondern auch noch sehr Gesund und es riecht sehr gut.

  • Scheissgenoss am 27.11.2017 19:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    naja

    kaffee stresst den Körper eindeutig. ohne ist es besser. jetzt interesiert es mich welche pharmafirmen diesen beitrag gesponsert hat.

    • Kurt am 28.11.2017 09:06 Report Diesen Beitrag melden

      Logik?

      Ja, die Pharmafirmen verdienen auch wahnsinnig viel Geld mit Kaffee? Hallo McFly jemand zu hause?

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  • Alfred R am 27.11.2017 13:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kaffee senkt das Sterberisiko

    Kaffee senkt das Sterberisiko! Stand meines Wissens sind bis dato alle Personen irgendwann gestorben.

    • T.N.T. am 28.11.2017 20:24 Report Diesen Beitrag melden

      ich will gesund sterben

      nein, wichtig ist, dass die Verstorbene GESUND GESTORBEN SIND!!

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