Unter die Haut

20. März 2013 11:28; Akt: 20.03.2013 15:14 Print

ETH-Forscher verpflanzen Mini-Labor

Forscher der ETH Lausanne haben einen Sensor gebaut, der im Körper eines Patienten kontinuierlich die Blutwerte misst. Künftig soll das Gerät Chemotherapien verbessern.

Forscher der ETH Lausanne erklären ihre Neuentwicklung. (Video: YouTube/epflnews)
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Ein in Lausanne entwickeltes Mini-Labor zur Blutanalyse soll helfen, den Zustand eines Patienten besser zu überwachen. Das kleine Gerät wird unter die Haut verpflanzt. Es kann gleichzeitig die Konzentration von bis zu fünf Proteinen oder organischen Säuren analysieren und sendet die Ergebnisse über das Handynetz direkt an den Computer des Arztes. Diese Methode erlaube eine viel personalisiertere Betreuung als herkömmliche Bluttests, schreibt die ETH Lausanne (EPFL) in einer Mitteilung.

Der Prototyp des Mini-Labors habe seine Zuverlässigkeit bereits bewiesen. Er wurde in einem Fachartikel und einem Vortrag an der Date 13 vorgestellt, der grössten europäischen Elektronikkonferenz, die bis Freitag in Grenoble (F) stattfindet.

Auf einem Implantat von wenigen Kubikmillimetern Grösse hat das Team von Giovanni de Micheli und Sandro Carrara fünf Sensoren, einen Radiosender und ein Energieversorgungssystem untergebracht. Eine Batterie ausserhalb des Körpers liefert das für den Betrieb benötigte Zehntel Watt Energie durch die Haut des Patienten.

Chemotherapien verbessern

Das System könnte besonders für Chemotherapien von Interesse sein. Punktuelle Bluttests machen es schwer, die richtige Dosierung der Medikamente zu finden. Das Mini-Labor würde eine direkte und kontinuierliche Überwachung erlauben, erklärte de Micheli.

Für das Projekt arbeiteten Elektroniker, Informatiker, Mediziner und Biologen der ETH Lausanne, des Istituto di Ricerca di Bellinzona, der Empa und der ETH Zürich zusammen. Die Forscher hoffen, das System bis in vier Jahren auf den Markt bringen zu können.

(sda)