Mittels Gentherapie

12. November 2012 15:24; Akt: 12.11.2012 15:25 Print

Epilepsie kann geheilt werden – bei Ratten

Ohne Nebenwirkungen ist es einem Forscherteam gelungen, Epilepsie-Anfälle bei Ratten zum Verschwinden zu bringen. Dazu schleusten sie ein Kaliumkanal-Gen in das Hirn der Nager ein.

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Nur eine einmalige gentherapeutische Behandlung war nötig, um die Krampfanfälle bei den Ratten über mehrere Wochen hinweg zu stoppen, ohne dass dabei Nebenwirkungen aufgetreten seien. Um diesen Durchbruch zu erreichen, schleusten Forscher zusätzliche Kopien eines Gens für einen Ionenkanal in das Gehirn von Ratten ein. Diese Genkopien hätten eine Übererregung der Gehirnzellen und damit die Ursache für einen epileptischen Anfall verhindert, berichtet das internationale Team im Fachmagazin «Science Translational Medicine».

Das Verfahren wirke bei bereits etablierter Epilepsie, könne aber auch verhindern, dass epileptische Herde erst entstehen, etwa nach Hirnverletzungen. Noch müssen weitere Tests zeigen, ob diese Gentherapie auch beim Menschen funktioniert. Wäre das der Fall, könnte damit Patienten geholfen werden, deren Epilepsie bisher nicht behandelbar ist, sagen die Forscher.

«Epilepsie betrifft mehr als 50 Millionen Menschen weltweit - aber selbst mit optimaler Behandlung leiden 20 Prozent davon weiterhin dauerhaft an Krampfanfällen», schreiben Robert Wykes vom University College London und seine Kollegen.

Weniger invasiv als chirurgische Eingriffe

Ein epileptischer Anfall entsteht, wenn Neuronen in einem bestimmten Hirnbereich krankhaft übererregbar sind - durch angeborene Fehlbildungen oder aber durch nachträglich entstandene Schäden. Feuern sie im Übermass, löst dies Bewusstseinsstörungen und Muskelkrämpfe aus.

In vielen Fällen lasse sich die Epilepsie nicht mit Medikamenten heilen, sagen die Forscher. Eine chirurgische Entfernung des betroffenen Hirnareals könne zwar helfen - oft sei dies aber nicht möglich, weil dabei für die Hirnfunktion entscheidende Bereiche ebenfalls geschädigt werden würden. Die Versuche mit den Ratten zeigten nun, dass es eine weniger invasive Alternative geben könnte.

«Bisher haben wir die Wirkung dieser Methode nur für eine Art der Epilepsieherde untersucht», räumen die Wissenschaftler ein. Aber die Daten deuteten darauf hin, dass eine Gentherapie mit diesem Kaliumkanal-Gen auch andere Epilepsieformen heilen könne.

(sda)