Klage eingereicht

14. März 2017 23:29; Akt: 14.03.2017 23:29 Print

Falsche Diagnose kostet Mann fast das Leben

Weil sowohl der Hausarzt als auch die Rettung seine Malaria-Erkrankung nicht erkannten, wäre Baris Gelir fast an der Tropenkrankheit gestorben. Nun klagt er.

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Gerade noch einmal mit dem Leben davongekommen: Kurz nachdem Baris Gelir aus München vom Goldschürfen in Westafrika zurückgekehrt ist, ... ... plagen ihn heftige Fieberschübe und Schüttelfrost. Gelirs Hausarzt diagnostiziert eine Grippe und schickt den Patienten zur Erholung nach Hause. Doch dort verschlimmern sich die Symptome so weit, dass seine Freundin die Rettung ruft. Die kommt zwar, doch die Sanitäter ziehen unverrichteter Dinge wieder ab. Wie der Hausarzt deuten auch sie die Symptome als Zeichen von Grippe. Sie raten dem Patienten, viel Wasser zu trinken. Doch Gelirs Fieber steigt weiter. Aus Sorge um ihren Freund bestellt Gelirs Partnerin schliesslich ein Taxi und begleitet den mittlerweile völlig Weggetretenen ins Klinikum Bogenhausen, wo die Ärzte endlich den Ernst der Lage erkennen: Der Patient leidet an Malaria. Hoffnung, dass der Patient überlebt, hat zu diesem Zeitpunkt keiner der behandelnden Mediziner mehr, denn die Malaria hat bereits 30 Prozent der roten Blutkörperchen zerstört, eigentlich ein tödlicher Wert. Doch Gelir hat Glück im Unglück: Er leidet an dem Gendefekt Thalassämie, die den Erreger so weit bremste, dass die Medikamente noch rechtzeitig anschlugen. Wieder auf den Beinen, hat sich Baris Gelir einen Anwalt genommen, der bereits Strafanzeige wegen unterlassener Hilfeleistung gegen die Rettung gestellt hat. Dem Hausarzt wirft er dagegen grobes Versagen vor und verlangt Schmerzensgeld. Das Argument: Man müsse kein Mediziner sein, um auf Malaria zu kommen, wenn der Patient gerade aus Afrika zurückgekommen sei und über 40 Grad Fieber klage. Dabei ist Malaria nicht die einzige Infektionskrankheit, mit der man sich auf Reisen anstecken kann, wie die nächsten Bilder zeigen. Ausgelöst wird Malaria durch einzellige Parasiten der Plasmodium-Familie. Der Parasit wird durch den Stich von infizierten weiblichen Anopheles-Mücken, die abends und nachts stechen, auf den Menschen übertragen. Nach Angaben der WHO haben sich 2015 weltweit 214 Millionen Menschen mit dem Erreger infiziert, 438'000 Menschen starben. Malaria kommt in allen tropischen Gebieten Afrikas, Amerikas und Asiens vor. Etwa 90 Prozent der Erkrankten leben jedoch in Afrika, wo der besonders aggressive Erreger Plasmodium falciparum überwiegt. Diese virale Erkrankung wird durch die Gelbfieber- (Aedes aegypti) und die Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus) übertragen. Beim klassischen Verlauf kommt es zu hohem Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen sowie Hautausschlägen. In seltenen Fällen verläuft die Infektion schwer (Dengue-Hämorrhagisches-Fieber, Dengue-Schock-Syndrom) und kann zum Tod führen. In den letzten Jahren ist die Zahl der Dengue-Fieber-Fälle weltweit stark gestiegen. Laut WHO leben rund 40 Prozent der Weltbevölkerung in einem Risikogebiet (Mittel- und Südamerika, Zentralafrika, Südostasien, westlicher Pazifik). Doch auch in den USA, China und Japan wurde eine Zunahme der Fälle verzeichnet. verantwortlich gemacht. Bis 2007 waren weniger als 15 Infektionen beim Menschen bekannt. Alle Fälle wurden in Afrika oder Südostasien nachgewiesen. Doch seit vergangenem Jahr breitet es sich zunehmend auch in Süd- und Nordamerika aus. Im Januar 2016 ist es in 21 der 55 Länder des Kontinents präsent. Es wird hauptsächlich durch die Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus), aber auch durch die Gelbfiebermücke (Aedes aegypti) übertragen. Bei einer Infektion sind hohes Fieber, starke Gelenk- und Muskel- sowie Kopfschmerzen, manchmal auch Hautausschlag die Folge. Es kommt in Afrika, im Nahen Osten, in Asien und in Ozeanien vor. In jüngster Zeit konnte sich das Virus auch in Mittelamerika, in der Karibik, in einigen Ländern Südamerikas sowie in einzelnen Staaten im Süden der USA festsetzen. Auch in Europa ist es bereits zu Übertragungen gekommen. Auch hier sind Mücken die Überträger. Drei bis sechs Tage nach der Infektion kommt es zu plötzlichem hohem Fieber, Schüttelfrost, Kopf- und Gliederschmerzen sowie Übelkeit und Erbrechen. Bei einem milden Verlauf ist die Krankheit damit überwunden. In schweren Fällen kommt es zu Bauchschmerzen, Leberschwellung, einer Gelbsucht, Nierenversagen und Blutungen in Haut, Schleimhäuten und Magen-Darmtrakt. Die Virus-Erkrankung, bei der in schweren Fällen die Sterblichkeit bei mehr als 50 Prozent liegt, kommt in den tropischen Gebieten Afrikas sowie Mittel- und Südamerikas vor. Laut WHO erkranken weltweit jährlich rund 200'000 Menschen an Gelbfieber, 30'000 sterben daran. Die Krankheit wird durch Pärchenegel übertragen, die in verunreinigtem Wasser leben. Bei Kontakt dringen deren Larven durch die Haut des Menschen. Über die Venen gelangen sie dann in Harnblase, Darm, Leber, Lunge und Gehirn. Nicht immer kommt es zu Symptomen. Wenn doch, sind sie unspezifisch (leichter Verlauf). In schweren Fällen kommt es zu schleimig-blutigem Durchfall. Die Egel sind in subtropischen und tropischen Gebieten Südamerikas, Afrikas und Asiens verbreitet. Der Erreger kann Säugetiere und Menschen befallen. In Europa sind vor allem Füchse und Fledermäuse die Überträger, in tropischen und subtropischen Ländern sind es in erster Linie Hunde. Symptome sind zunächst Unwohlsein, Kopfschmerzen, Fieber und Jucken sowie Schmerzempfindlichkeit. Später kommt es zu Muskelzuckungen, Hyperaktivität, Angstgefühlen sowie zu Atem- und Schluckkrämpfen. Später kommt es zu tödlichen Lähmungen. Sie kommt nahezu weltweit vor. Lediglich einige Länder West- und Nordeuropas, Kanada, Nordamerika, Australien, Neuseeland und Japan sind frei davon. In der Schweiz konnte die Tollwut bei Füchsen mithilfe von Impfködern ausgerottet werden. Sie kann aber selten noch bei Fledermäusen oder illegal importierten Tieren auftreten. Weil sie vor allem Kinder im Alter zwischen drei und acht Jahren betrifft, wird sie auch Kinderlähmung genannt. Die Infektionskrankheit wird durch Viren verursacht, die das zentrale Nervensystem befallen und zu Lähmungserscheinungen bis hin zum Tod führen. Ein Heilmittel dagegen gibt es nicht. Ursprünglich war das Virus weltweit verbreitet. Doch dank Impfmassnahmen konnte es in vielen Ländern ausgerottet werden. Die WHO-Regionen Nord- und Südamerika, westlicher Pazifik und Europa werden seit mehreren Jahren als poliomyelitisfrei deklariert. In einigen Regionen Afrikas und Asiens ist das noch nicht erreicht. Ist eine durch das Hepatitis-A-Virus via Schmierinfektion verursachte Infektionskrankheit. Hauptsymptom ist eine akute Entzündung der Leber (Hepatitis). Die Erkrankung kann bis zu sechs Wochen anhalten und heilt ohne ernsthafte Komplikationen spontan aus. Das Virus kommt weltweit vor, besonders häufig aber in Gegenden mit schlechten hygienischen Bedingungen. Betroffen sind vor allem Südostasien, Russland, der vordere Orient, der Mittelmeerraum, Afrika, Mittel- und Südamerika. Wer dorthin reist, kann mit einer Impfung vorbeugen. Auch hierbei handelt es sich um eine Leberentzündung. Rund ein Drittel der Betroffenen hat keine Symptome. Bei den anderen sind Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen, Gelenkschmerzen, Fieber oder Hautausschlag die Folge. Meist heilt eine Hepatitis B vollständig aus. Bei 5 bis 10 Prozent der Betroffenen entwickelt sich jedoch eine chronische Hepatitis B, die im schlimmsten Fall zu Leberzirrhose oder -krebs führt. Sie kommt weltweit vor, vor allem jedoch in Ländern Asiens, dem Mittleren Osten, Afrika sowie in Teilen Amerikas. Eine bakterielle Durchfallerkrankung, die durch verschmutztes Trinkwasser oder verunreinigte Lebensmittel übertragen wird. Rund 85 Prozent der Infektionen verlaufen milde. In schweren Fällen kommt es zu starkem Flüssigkeitsverlust und Erbrechen. Unbehandelt kann das innert Stunden zu Kreislaufkollaps, Muskelkrämpfen und in schweren Fällen zum Tod führen. Der Brechdurchfall kommt vor allem in ärmeren Regionen vor. Dazu zählen einige Länder Afrikas und Asiens sowie Papua Neuguinea, Kuba und Landstriche in Mexiko. In Industrieländern ist Cholera dank Kläranlagen und Wasserwerken selten geworden. Das hämorrhagische Krim-Kongo Fieber (CCHF) ist eine schwere virale Erkrankung, die von Zecken übertragen wird. Die Krankheit ist aber auch direkt von Mensch zu Mensch oder von Haus- und Wildtieren auf den Menschen übertragbar. Die Sterblichkeit ist hoch und beträgt 10 bis 50 Prozent. CCHF kommt in vielen Ländern Afrikas und Asiens, aber auch in Teilen Europas vor. Jüngste Fälle gab es 2009 im Kosovo, 2008 in der Türkei und 2006 in Griechenland. Das HI-Virus verursacht eine Infektionskrankheit, deren Endstadium Aids ist. Das HI-Virus wird übertragen durch ungeschützten Sex, Spritzentausch bei Drogenkonsumenten, Nadelstichverletzungen im Klinikbereich, von Müttern auf ihre Ungeborenen oder Säuglinge und durch Bluttransfusionen in ärmeren Ländern. Das HI-Virus ist auf der ganzen Welt vertreten. Zu besonders vielen Ansteckungen kommt es in Afrika. Weltweit leben gemäss Schätzung UNAIDS rund 37 Millionen Menschen mit HIV oder Aids. Die Meningitis (Hirnhautentzündung) ist eine Entzündung der Hirn- und Rückenmarkshäute. Sie wird meist durch Viren, Bakterien oder andere Mikroorganismen verursacht. Südlich der Sahara kommt es regelmässig zu Meningitis-Epidemien, die durch Meningokokken-Bakterien ausgelöst werden. Im Meningitisgürtel gibt es während der Trockenzeit Epidemien mit einer Erkrankungsrate von 100 bis 800/100'000 Einwohner pro Jahr. Die grösste bekannte Epidemie dieser Art ereignete sich 1996-1997. Damals erkrankten 250'000 Menschen und 25'000 starben. Rund ein Drittel der Weltbevölkerung ist mit Tuberkulosebakterien infiziert. Bei etwa 10 Prozent der Infizierten bricht die Erkrankung aus. Pro Jahr sind rund neun Millionen Neuerkrankungen und 1,5 Millionen Todesfälle zu verzeichnen. Die Tuberkulose ist damit die Infektionskrankheit, die die meisten Opfer fordert. Die Krankheit ist besonders in Afrika, Südamerika, Südostasien und Osteuropa (speziell Russland) verbreitet. Etwa ein Drittel der jährlichen Todesfälle entfällt auf Afrika. In Osteuropa ist die zunehmende Resistenz gegen Medikamente für den Anstieg der Infiziertenzahlen verantwortlich. Ist eine hochgradig ansteckende Viruserkrankung, an der je nach Schwere und Verlauf bis zu 90 Prozent der Infizierten sterben. Erstmals tauchte Ebola 1976 im Sudan und der Demokratischen Republik Kongo auf. Die Krankheit kann von Wildtieren auf den Menschen, aber auch von Mensch zu Mensch übertragen werden. Ebola-Ausbrüche meldeten bisher Länder West- und Zentralafrikas. Vom aktuellsten Ausbruch waren Guinea, Liberia, Sierra Leone und Nigeria betroffen. Daneben wurden importierte Fälle aus den USA, Europa, China und Südostasien gemeldet.

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Kurz nachdem Baris Gelir aus den Afrika-Ferien zurückgekehrt ist, plagen ihn Schüttelfrost und Fieberschübe. Deshalb sucht er seinen Hausarzt auf, der rasch die Diagnose Grippe stellt.

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Die Möglichkeit, dass sich sein Patient mit Malaria infiziert hat, schliesst der Mediziner aus. Schliesslich leidet der 32-jährige Gelir an Thalassämie, einem Gendefekt, der ihn, wie der Hausarzt meint, immun gegen die Tropenkrankheit macht.

Auf die erste folgt die zweite Fehldiagnose

Gelir glaubt ihm und geht heim. Doch statt dass sich sein Gesundheitszustand bessert, geht es ihm zusehends schlechter. Seine Freundin ruft die Rettung.

Die kommt zwar, doch die Sanitäter ziehen unverrichteter Dinge wieder ab. Wie der Hausarzt deuten auch sie die Symptome als Zeichen von Grippe. Sie raten dem Patienten, viel Wasser zu trinken. Doch Gelirs Fieber steigt weiter.

Eigeninitiative rettet Leben

Aus Sorge um ihren Freund bestellt Gelirs Partnerin schliesslich ein Taxi und begleitet den mittlerweile völlig Weggetretenen ins Spital – und rettet ihm so das Leben, wie die «Süddeutsche Zeitung» schreibt.

Im Klinikum Bogenhausen erkennen die Ärzte endlich den Ernst der Lage und überstellen Gelir zu einem Spezialisten ins Schwabinger Klinikum. Hoffnung, das der Patient überlebt, hat zu diesem Zeitpunkt keiner der behandelnden Mediziner mehr. Die Malaria hat bereits 30 Prozent der roten Blutkörperchen zerstört, eigentlich ein tödlicher Wert.

Doch Gelir hatte Glück im Unglück: Sein Gendefekt hatte ihn zwar nicht – wie vom Hausarzt behauptet – gegen den Erreger immun gemacht, diesen aber so weit gebremst, dass die Medikamente noch rechtzeitig anschlugen.

Strafanzeige gestellt

Wieder auf den Beinen, hat sich Baris Gelir einen Anwalt genommen, der bereits Strafanzeige wegen unterlassener Hilfeleistung gegen die Rettung gestellt hat.

Dem Hausarzt wirft er dagegen grobes Versagen vor: Man müsse kein Mediziner sein, um auf Malaria zu kommen, wenn der Patient gerade aus Afrika zurückgekommen sei und über 40 Grad Fieber klage, so das Argument.

(heute.at/fee)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Dr. House am 15.03.2017 00:29 Report Diesen Beitrag melden

    Tragischer Fall

    Tragischer Fall! Zum Glück nochmal gut gegangenen. Dieser Fehler sollte keinem Arzt unterlaufen. Dennoch frage ich mich auch, wie man in ein Malaria hochrisiko-Gebiet zum Goldschürfen gehen kann ohne Reiseberatung. Medikamente für eine Malariaprophylaxe wären dringend nötig gewesen!

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  • Alex P am 14.03.2017 23:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Absolut im Recht

    Völlig verständlich. Als Arzt und Sanitäter sollte man genug Fachkompetenz haben, um dies zu erkennen, vorallem wenn der Mann explizit darauf hingewiesen hat, dass er aus Westafrika zurück gekehrt ist. Ich hoffe, das Justizsystem ist in diesem Fall fair und gibt dem Mann Recht. Man möchte sich nicht vorstellen, wie seine Familie oder Freunde gelitten hätten,falls der Mann ums Leben gekommen wäre und das nur wegen einer Fehldiagnose. Viel Glück!

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  • Silas A. am 15.03.2017 00:06 Report Diesen Beitrag melden

    Das ist kein Kunstfehler

    Wenn man alles abgeklärt hat und aus guten Gründen zum falschen Schluss kommt, dann ist das schlimm, aber man kann nicht jeden Tod verhindern. Aber hier ist etwas anderes passiert. Es wurde grob versagt, es wurde nicht genau genug hingesehen. Für mich sieht das nach schludriger Arbeit aus.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Sinister Six am 15.03.2017 19:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    So weak

    Bei hohem Fieber nach einem Aufenthalt in einem exotischen Land würde ich immer ins Tropeninstitut gehen. Die haben sehr viel Erfahrung und das kann über Leben und Tod entscheiden.

  • Timi am 15.03.2017 16:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mach sie alle!!!

    Ich warte ebenfalls auf eine Diagnose, die mir 1.5 Jahre und meine Arbeit geraubt hat. Wenn sie da ist, dann klage ich gegen mehrere Spitäler und Hausärzte! Sie können nicht einfach immer alles tun und machen, ohne Konsequenzen zu befürchten! Wenn man so arbeiten würde, wie viele Ärzte, dann würde man schneller gekündet.

  • Peter Schmidt am 15.03.2017 14:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Thalassämie-Erfahrung

    Meiner Meinung nach sollte man hier noch Infos liefern: Thalassämie ist nicht "nur" ein Gendefekt sondern eine Mutation von Personen die in ehemaligen oder in aktuellen Malaria-Gebieten aufgewachsen sind. Hier kommt es natürlich jetzt stark drauf an, was der Patient dem Hausarzt erzählt hat. Die Erfahrung inwiefern Thalassämie eine Malaria verhindern kann fehlt ziemlich sicher so manchem Hausarzt. Ebenso kommen auch Sanitäter hierzulande höchst selten zu so einem Fall. Ambulanzeinsätze wegen Grippe kommen da mit Bestimmtheit häufiger vor.

  • Manu Meier am 15.03.2017 11:14 Report Diesen Beitrag melden

    Es lebe Dr. Google! Und Besserwisserei!

    Wenn ich hier lese, wie viele Laien zu medizinischen Koryphäen mutieren, frage ich mich, wieso Mediziner und das Gesundheitspersonal anspruchsvolle Ausbildungen absolvieren müssen. Und ich frage mich auch, wieso die Gesundheitskosten ständig steigen. Eigentlich müssten diese Kommentatoren auf den Arztbesuch verzichten können. Sie diagnostizieren ja besser. Und v.a. fehlerfrei.

    • Nick am 15.03.2017 15:32 Report Diesen Beitrag melden

      Lang lebe Dr. Google!

      Dr. Google nimmt im Gegensatz zu "echten Ärzten" die Patienten immer ernst, "hört" genau zu und spuckt aufgrund der eingegebenen Infos die naheliegendeste Diagnose raus! Habe ich grad probiert: "Afrika, Aufenthalt, Schüttelfrost, hohes Fieber, Ursache" und schon spuckt Dr. Google "Tropenkrankheiten" bzw. explizit Malaria raus!

    • daenu am 15.03.2017 16:28 Report Diesen Beitrag melden

      so ein Schmarrn...

      @Nick: und trotzdem wird das in 99% aller effektiven Fälle doch eine Fehldiagnose sein, da die Personen eine Grippe haben von der AirCondition am Flughafen...

    • Timi am 15.03.2017 17:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Manu Meier

      Da frage ich mich auch, ob das reine Beschäftigngstherapie ist, bei dem Pfusch, was man erlebt. Die Ärzte kann man nicht mehr ernst nehmen. Immer zwei Diagnose werden gestellt. Grippe und psychosomatische Störung. Wenn man plötzlich Fachausdrücke kennt und Laborwerte interpretieren kann, werden die Ärzte noch wütend, anstatt sich zu freuen. Wut aus Angst, man weiss, was man hat und dann geht halt Geld durch sie Lappen. Pro Sitzung, 100 Stutz, 5 Minuten.

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  • Rolf Gysling am 15.03.2017 10:24 Report Diesen Beitrag melden

    Selbst schuld!

    Ich würde dem Mann gar nix gewähren. Auf Safetravel wird dringend zu Malaria Prophylaxe nach Sierra Leone geraten. Wer nicht hören will muss fühlen. Sorry, mein Mitgefühl hält sich gerade sehr in Grenzen. Klar hätte der Hausarzt das erkennen können. Notfallmediziner/Sanitäter sind hingegen keine Tropenärzte.