Alarm im Immunsystem

26. Januar 2018 14:41; Akt: 26.01.2018 14:41 Print

Der Körper hält Fast Food für eine Infektion

Auf Burger und Pommes frites reagiert das menschliche Immunsystem ähnlich wie auf eine bakterielle Infektion. Wer nicht aufpasst, isst sich sogar zu Tode.

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Der Verzehr von Fast Food macht auf Dauer dumm, dick und träge. Ausserdem enthält es oft Weichmacher der Gruppe der Phthalate (siehe Box), die Gesundheit und Körper schaden.

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Nun berichten Forscher der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, dass Fast Food auf den Körper eine ähnliche Wirkung wie eine bakterielle Infektion hat. Damit bergen die Schnellgerichte ein noch grösseres Gesundheitsrisiko als bisher angenommen, wie es in der Mitteilung heisst.

Massive Entzündungen

Das Team um den Immunologen Eicke Latz hatte für die im Fachjournal «Cell» erschienene Studie Mäuse einen Monat lang fettreich, mit viel Zucker und wenig Ballaststoffen gefüttert, womit die Ernährung der Tiere in etwa der von Menschen in westlichen Industrienationen entsprach. Dann beobachteten die Forscher, was passierte.

Lange mussten sie sich nicht gedulden, denn schon nach kurzer Zeit entwickelten die Tiere eine massive körperweite Entzündung – fast wie nach einer Infektion durch gefährliche Bakterien.

Den Grund dafür nennt Latz' Mitstreiterin Anette Christ: «Die ungesunde Diät hat zu einem unerwarteten Anstieg einiger Immunzellen im Blut geführt. Das war ein Hinweis auf eine Beteiligung von Vorläuferzellen im Knochenmark.» Diese fördern die Entstehung von Gefässverkalkung (Arteriosklerose) sowie Diabetes. Das wiederum kann zu Schlaganfällen und Herzinfarkten führen.

Der Tod rückt näher

Darüber hinaus sorge ungesundes Essen für eine dauerhafte Umprogrammierung des Immunsystems, so die Forscher. Das heisst: Selbst wenn die Ernährung umgestellt wird und statt Fast Food wieder ausschliesslich Gesundes auf den Teller kommt, reagiert die Körperabwehr immer noch aggressiver als vor der ungesunden Lebensweise.

«Das angeborene Immunsystem verfügt über ein Gedächtnis», sagt Studienleiter Latz. Daher bleibe die Körperabwehr nach einer Infektion in einer Art Alarmzustand, um schneller auf einen neuen Angriff reagieren zu können. Der Test mit Mäusen hat gezeigt, dass das auch durch ungesunde Ernährung ausgelöst werden kann.

Am Beispiel der Tiere konnten die Forscher quasi im Schnelldurchlauf sehen, was das für die menschliche Gesundheit bedeutet. So entwickelten die Mäuse Herzverkalkungen und starben innerhalb von acht Wochen. Dieses Schicksal erwarte Fast-Food-Fans wohl nach etwa 50 bis 60 Jahren, zitiert die «Rheinische Post» Eicke Latz.


In der Doku «Supersize Me» (2004) ernährt sich der Filmemacher Morgan Spurlock ausschliesslich von McDonald's-Produkten und zeigt so, was Fast Food mit dem Körper anstellt. (Video: Roadside Attractions)

(fee)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Noname am 26.01.2018 15:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Skeptiker

    Fast Food ist nicht immer ungesund. Es gibt auch gesunden Fast Food. Was hingegen nicht gesund ist, ist Junkfood

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  • Forever Young am 26.01.2018 15:24 Report Diesen Beitrag melden

    Unglaublich

    ich hab mal gehört das Leben, tödlich enden kann.

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  • Gaterde am 26.01.2018 15:03 Report Diesen Beitrag melden

    Alles ist Tödlich

    Wenn man kein Mass hat. Aber voll auf Fast Food verzichten muss man jetzt sicher nicht.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Elisabeth am 29.01.2018 12:51 Report Diesen Beitrag melden

    fast- vs. junk- food

    geht es im Bericht um Fastfood oder Junkfood? Weil ein Salat kann auch ein Fastfood sein. Ein Burger/Pommes aus div. Ladenketten sind Junkfood.

  • Joe am 29.01.2018 12:48 Report Diesen Beitrag melden

    Joe

    Also für dir dummen Burgerking mcsonald und co= Junkfood Frischer sushi Frischgemachter burger = fast food oder fingerfood Das ist algemeinbildung ungl. Das es so viele nocch nicht versteheb

  • Martin am 29.01.2018 10:59 Report Diesen Beitrag melden

    Trump ist der übermensch

    Trump isst nach eigenen aussagen jeden morgen einen burger und ist wie alt ? 70 ? also kann das mit denn 50-60 Jahren irgendwie nich stimmen oder ?

    • total ungesund am 02.02.2018 04:00 Report Diesen Beitrag melden

      TrumpBURGER

      das ist sowieso ein spezieller Fall...abgehärtet auf alle Fälle

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  • Manu am 29.01.2018 10:06 Report Diesen Beitrag melden

    Studienvergleich

    Vergleicht man diese Studie mit jener der ETH 2016 (link in der Bildreihe) sind die Resultate aber sehr unterschiedlich. Dabei hat die ETH den Mäusen noch bedeutend schlechteres Futter gegeben. ETH: "kognitive Störungen" und diese Studie: Entzündungsreaktionen bis Tod. Also es scheint, dass es am Fett nicht liegt, eher an irgendetwas anderem (Zucker, Weichmacher u.s.w). Somit könnte man den Fast(Junk) Food schon etwas aus der Schusslinie nehmen. Mehr Details wären da wohl nötig

  • Katja Wohmann am 29.01.2018 09:38 Report Diesen Beitrag melden

    Intweder im teuersten Land der Welt

    an Hunger sterben oder etwas später an Folgen der Verkalkung. Was sollen die 30% der Armen in der Schweiz anderes tun? Und dann wird noch in Zukunft die Enteignung der Sparer durch Nullzins und Gelddrucken der SNB zusätzlich wüten.

    • Buono Buono am 29.01.2018 23:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Katja Wohmann

      Sie könnten selber Kochen, wäre billiger als dieser Schrott. Ich habe auch ehrlich gesagt, noch nie einen verkalkten Menschen gesehen ausser verkalkte Knochen. Ich kenne Versteinerungen aber verkalkte Menschen? Haben Sie sich von lauter Kalk verkalkuliert?

    • Morgarten am 02.02.2018 04:46 Report Diesen Beitrag melden

      in der Schweiz muss keiner darben

      30Prozent leben in Armut? Aber gerade diese Leute werfen viel weg. Auch in unserem Land kann sich jede/r gesund und preiswert ernähren, natürlich nur von der selbstgekochten Kost. Ausserdem: Zusatzleistungen sind für alle da.

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