Schwerer Verdacht

16. Januar 2012 22:57; Akt: 17.01.2012 09:31 Print

Fordern Vitamin-Tabletten 300 Tote pro Jahr?Fordern Vitamin-Tabletten 300 Tote pro Jahr?

von Zora Schaad - Konsumenten von Vitaminpräparaten aufgepasst: Ein Berner Professor warnt vor den vermeintlichen Gesundheitshelfern. Die Mittel seien nutzlos und könnten gar tödlich sein.

Hier klicken!

Winterzeit ist Grippezeit: Die Infografik von 20 Minuten Online.

  • Artikel per Mail weiterempfehlen
Zum Thema
Fehler gesehen?
Fehler beheben!
Senden

Hände weg von Vitaminpillen und -pülverchen: «Ich vermute, dass in der Schweiz jedes Jahr bis zu 300 Menschen durch Vitaminpräparate ums Leben kommen», sagt Peter Jüni von der Uni Bern aufgrund von Hochrechnungen. «Klinische Studien haben gezeigt, dass die Zufuhr von Vitaminsupplementen die Sterblichkeit erhöhen kann, und zwar bei Vitamin A, bei Betacarotinen und Vitamin E.» Laut einer Lausanner Studie nehmen 26 Prozent der Schweizer Vitamin- oder Nahrungszusätze zu sich. «Es gibt keinen Hinweis darauf, dass die Präparate tatsächlich nützen. Dahinter steckt vielmals reines Wunschdenken», so Jüni.

Umfrage
Wie regelmässig haben Sie bisher zu Vitaminpräparaten gegriffen?
19 %
15 %
13 %
5 %
11 %
37 %

Präventivmediziner David Fäh teilt diese Meinung: «Vitamin-E-Präparate stehen in Verdacht, Herz-Kreislauf-Erkrankungen auszulösen, während Vitamin B Krebs zu begünstigen scheint. Durch die Nahrung aufgenommene Vitamine sind dagegen unbedenklich.»

Obwohl einzelne Studien schon seit längerem auf die ­Gefahren hindeuten, wandern Angaben von Interpharma zufolge jährlich 3,2 Millionen ­Packungen Vitaminzusätze über den Ladentisch. Dies entspricht einem Umsatz von über 55 Millionen Franken. Während Hugo Schurgast, wissenschaftlicher Leiter des Vitamine-Herstellers Burgerstein, davor warnt, alle Nahrungszu­sätze zu verteufeln, wünschen sich die beiden Mediziner Jüni und Fäh, dass deutlicher auf die Gefahren hingewiesen wird. Denn: «Warum sollten wir diese unnötigen Todesfälle riskieren?», fragt Peter Jüni. «Warnhinweise auf den Packungen würde ich begrüssen.»

20min Login Facebook Connect
Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleissig - durchschnittlich gehen Tag für Tag 4000 Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Gibt es eine Möglichkeit, dass mein Beitrag schneller veröffentlicht wird?»

Wer sich auf 20 Minuten Online einen Account zulegt und als eingeloggter User einen Beitrag schreibt oder auf einen Kommentar antwortet, der wird vorrangig behandelt. Hat ein eingeloggter User bereits viele Kommentare verfasst, die freigegeben wurden, so werden seine neuen Beiträge mit oberster Priorität behandelt.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in Dialekt verfasst. Damit alle deutschsprachigen Leser den Kommentar verstehen, ist Hochdeutsch bei uns Pflicht. Sofort gelöscht werden Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken. (oku)

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@20minuten.ch
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Deshalb können Storys, die älter sind als 72 Stunden, nicht mehr kommentiert werden. Wir bitten um Verständnis.
  • 807687 am 18.01.2012 00:40 Report Diesen Beitrag melden

    Der irreführende Titel impliziert,

    dass das Schlucken von allen Vitaminpräparaten gesundheitsgefährdend ist. Erst im Text steht, dass es nur um Vitamin E und A geht - und um Betacarotin. Letzteres ist aber nicht möglich, da dies der Körper nur in soviel Vit.A umwandelt, wie dieser braucht. Betacarotin statt A einzunehmen, ist unbedenklich, weil es so keine Vit.A-Vergiftung geben kann. Dieser Beitrag ist ein Witz für chronisch Kranke, welche unbedingt jene Vitamine nehmen sollten, die ihnen durch die Medikamente geraubt werden. Es gibt auch nutzlose Multivitamin- und künstliche Vitaminpräparate. Es ist halt eine Wissenschaft.

  • Andrea Meier am 17.01.2012 23:27 Report Diesen Beitrag melden

    Grosses Geschrei

    Ach Leute, was sind schon die (wahrscheinlich!) 300 Toten pro Jahr im Vergleich zu der Anzahl Toten, die an den Folgen des Zigarettenrauchens sterben?! Hört auf zu rauchen, nehmt Vitamintabletten!

    • peter schmid am 18.01.2012 14:40 Report Diesen Beitrag melden

      behauptungen ohne beweise - eine schande

      jawohl - ein geschrei mit NULL belegen für die aussagen. der ganze artikel strotz nur so von, wir vermuten, es kann sein, hochrechnung von irgendwas ohne eine referenz und und und ...wieviel geld hat der fäh von der pharmaindustrie bekommen für diese aussagen? damit sie dann lieber teurere pillen verschreiben können? es ist nachweislichermassen noch kein einziger mensch auf dieser welt an vitaminen verstorben...dazu gab es studien von zehntausenden von menschen. dabei ist rausgekommen dass die menschen an den seltsamsten dingen sterben, wasser etc. aber keiner an vitaminen.

    • Sabine Wien am 19.01.2012 14:51 Report Diesen Beitrag melden

      Risiken durch Vitaminmangel?!

      Die Gefahr, an den Folgen von Vitaminmangel zu erkranken, dürfte um ein Vielfaches höher sein. Herr Andreas Jopp, Medizinjournalist, hat zu diesem Thema ein interessantes Buch geschrieben "Risikofaktor Vitaminmangel".

    einklappen einklappen
  • Annina K. am 17.01.2012 23:25 Report Diesen Beitrag melden

    Totaler Unsinn

    Ich vermute, dass... Tolle Aussage! Vitamine sind für Schwangere also ok, für andere jedoch total gefährlich. Die Logik von Hr. Fäh ist wirklich zu beneiden. Ich jedenfalls werde weiterhin meine Vitamintabletten einnehmen und begehe damit wohl Selbstmord auf Raten :-)