Gemeinsamer Internet-Chat

18. April 2017 15:58; Akt: 18.04.2017 16:58 Print

Gaga und William reden über ein Tabu-Thema

Die Sängerin Lady Gaga und der britische Thronfolger Prinz William richten sich mit einer Kampagne an ihre Mitmenschen.

Das prominente Paar veröffentlicht einen gemeinsamen Internet-Chat auf Facebook. (Video: Tamedia/AFP/Heads Together)
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Prinz William und Lady Gaga haben gemeinsam zu mehr Offenheit im Umgang mit psychischen Erkrankungen aufgerufen. In einem heute auf Facebook veröffentlichten Internet-Chat forderte das ungleiche Paar seine Mitmenschen auf, das Tabu rund um das Thema zu brechen.

Es sei höchste Zeit, dass psychische Probleme genauso behandelt würden wie körperliche Probleme, sagte der 34-jährige Prinz, während er von seinem Schreibtisch im Kensington-Palast aus mit der US-Sängerin in ihrer Küche in Hollywood chattete. Das Tabu führe «letztlich nur zu weiteren Problemen» und müsse endlich fallen, sagte die Nummer zwei der britischen Thronfolge weiter.

Video geht viral

«Psychische Krankheiten sind immer noch mit viel Scham verbunden», erwiderte Lady Gaga. «Du fühlst Dich, als stimme mit Dir irgendetwas nicht». Die 31-Jährige hatte im vergangenen Jahr enthüllt, dass sie an einer posttraumatischen Belastungsstörung leidet. Das Video von ihrem Chat mit dem Prinzen wurde binnen kurzer Zeit eine halbe Million Mal angeklickt. Es ist Teil der «Heads Together»-Kampagne für einen offeneren Umgang mit psychischen Krankheiten, für die sich neben Prinz William und seiner Frau Kate auch sein jüngerer Bruder Harry einsetzt.

Der 32-Jährige hatte in einem am Montag veröffentlichten Interview berichtet, dass er nach dem Unfalltod seiner Mutter Diana jahrelang unter seelischen Problemen litt. Erst mit 28 Jahren habe er professionelle Hilfe gesucht, nachdem ihn andere – darunter sein Bruder – dazu ermutigt hätten.

(nag/sda)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • berger am 18.04.2017 17:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    cool cool

    so sollte Lady Gaga immer aussehen und sich diesen Themen widmen. Chapeau auch für Prinz Wiliam so sollte der künftige König sein, lebensnah und menschlich.

  • betroffene am 18.04.2017 23:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    bitte keine angst davor

    das schlimmste ist wenn man sich irgendwann umsieht und dann fesrstellt dass sich die angeblichen freunde abgewandt haben. man sitzt dann alleine in diesem schwarzen loch. nur menschen die selber das durchmachen können wirklich vetstehen was für eine hölle das sein kann. ja, leider ist es ein tabuthema. leider.....

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  • Einblick am 18.04.2017 18:51 Report Diesen Beitrag melden

    TabuThema wegen Scham

    Im Zeitalter der Kriege ist es für einen "Krieger" unwürdig, Schwäche zu zeigen. Schwäche wird mit Verletzlichkeit gleichgesetzt wird. Wer sich dennoch verletzt fühlt, muss wegen dieser Geisteshaltung Scham empfinden, und wer Scham empfindet ist manipulierbar bzw. erpressbar, um nicht blossgestellt zu werden. Dass sich der Bruder nun selber blossstellt, zeigt, dass er seine Scham überwunden hat, die Scham darüber, dass ihn der Tod seiner Mutter innerlich verletzt hat. Dabei sind wir von Natur aus verletzliche Wesen und nicht "Krieger ohne Schwächen", so dass Scham auch nicht natürlich ist.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Marsimoto am 19.04.2017 13:26 Report Diesen Beitrag melden

    schwierige Situation

    Auch traurig ist, dass vorallem Männer Hemmungen haben Schwächen zu zeigen!! 75% der Selbstmorde werden bei uns von Männern verübt...wohl weil sie länger warten oder sich sogar weigern Hilfe in Anspruch zu nehmen... Dazu kommt der gesellschaftliche Druck...wer offen mit psychischen Problemen umgeht und diese Anspricht, der steht enorm schnell im Abseits...sowohl beruflich wie auch privat...

    • Junger Mann am 19.04.2017 17:50 Report Diesen Beitrag melden

      Nicht immer...

      Ich gebe Ihnen absolut Recht, dass es für Männer schwieriger ist mit einem psychischen Problem offen darüber zu sprechen. Jedoch war dies für mich selber der beste Schritt, denn ich machen konnte. Ich stehe alles andere als im Abseits, kann offen mit meinem Freunden darüber sprechen sowie an der Arbeitsstelle werde ich nicht anders betrachtet als andere! Die richtigen Personen werden immer für einen DA sein, wenn nicht, sind Sie es nicht Wert Ihre Freunde zu sein!

    • Dr. Gabber am 20.04.2017 02:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Marsimoto

      Als bei mir mit knapp 18 die Probleme akut wurden, setzte ich viel Energie dafür ein, mir Hilfe zu suchen. Hemmungen hätte ich eigentlich relativ wenig, weil mir schnell klar wurde, dass es nicht ohne geht. Problematisch war hingegen meine Familie. Es wurde ziemlich Druck auf mich ausgeübt, weil man einfach nicht wahrhaben wollte, dass es auch in unserer Familie solche Probleme gibt.

    • Markus am 20.04.2017 09:13 Report Diesen Beitrag melden

      Ist der Ruf erst ruiniert

      lebt es sich ganz ungeniert.

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  • butterblüemli am 19.04.2017 12:52 Report Diesen Beitrag melden

    tragisch

    es ist einfach nur tragisch. In der heutigen Zeit gibt es so viele Menschen mit psychischen Problemen. Ich selber leide unter Panikattacken. Am Anfang habe ich es so gut es ging verheimlicht. Nun weiss es mein ganzes Umfeld und ich stehe dazu. Interessant ist, dass wenn man offen darüber spricht auch das Gegenüber auf einmal beginnt selber über seine Probleme zu reden. Und durch solche Gespräche habe ich erfahren, dass es in meinem Umfeld viele Menschen gibt mit Panikattacken.

  • Typhoeus am 19.04.2017 10:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kommunikation die No 1

    ist das A und O seit Beginn der Menschheit und war die Triebfeder aller Entwicklungen. Tsbus führten immer zum Stillstand.

  • betroffene am 18.04.2017 23:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    bitte keine angst davor

    das schlimmste ist wenn man sich irgendwann umsieht und dann fesrstellt dass sich die angeblichen freunde abgewandt haben. man sitzt dann alleine in diesem schwarzen loch. nur menschen die selber das durchmachen können wirklich vetstehen was für eine hölle das sein kann. ja, leider ist es ein tabuthema. leider.....

    • M.Ferber am 19.04.2017 10:42 Report Diesen Beitrag melden

      Prinz Williams ist nicht der einzige

      Der seine Mutter verloren hat es gibt viele andere Menschen die enge Familien Angehörige verloren haben, aber die sind halt nicht im Rampenlicht der Öffentlichkeit !

    • marie lagerström am 19.04.2017 17:28 Report Diesen Beitrag melden

      Und weiter?

      M.Ferber; Es wird nirgends behauptet, dass sie die Einzigen sind? Dadurch aber, dass sie in der Öffentlichkeit stehen, haben sie die Möglichkeit Tabuthemen in grossem Raum anzusprechen, zu einem Thema zu machen...Was spricht da dagegen, es wird ja keinem "Normalo" dadurch etwas abgesprochen eher im Gegenteil?

    • Dr. Gabber am 20.04.2017 02:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @M.Ferber

      Ich bin ein ganz normaler Mensch, der noch beide Elternteile hat. Ich hatte die letzten 15 Jahre mit Depressionen zu kämpfen. Ich ging daran fast zu Grunde und zog mich sehr stark zurück, weil ich anderen diesen Zustand nicht zumuten wollte. Um trotzdem in der Gesellschaft überleben zu können, musste ich die Maske des fröhlichen Menschen tragen. Lachen, obwohl man das Gefühl hat, dass die eigene Existenz nur noch ein schlechter Witz ist und man nur weiterlebt um diesen Witz auf die Spitze zu treiben. Aber ich rege mich nicht mehr auf. Ich habe nur noch Mitleid mit euch nichtbetroffenen Besserwissern.

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  • Auch mir ging es schon Sch...e am 18.04.2017 22:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sehr gut

    Geschickte PR aber ich bin ihnen dankbar.