Forschung

30. August 2010 16:33; Akt: 30.08.2010 16:50 Print

Gehirn erkennt Stimme blitzschnellGehirn erkennt Stimme blitzschnell

Nicht nur bei der Erkennung von Gesichtern reagiert das menschliche Gehirn rasch: akustische Reize wie Klänge oder die Stimme stehen der visuellen Wiedererkennung in Nichts nach.

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Achtung: Am Ende dieser Bildstrecke werden Fotos eines menschlichen Gehirns gezeigt! Empfangen wurden die Besucher der Universität Irchel mit der Bilderausstellung «Life Science Art» Ein kunstvoller Blick hinter die Schale eines Hühnereis. Gerade beim Balancieren müssen die Bilder vom Gehirn blitzschnell - beispielsweise in die Hände - übertragen werden. Ein von Forschern der Uni Zürich entwickeltes Gerät setzt diesen Ablauf technisch um. Zwei Sensoren (einer an der x-, ein anderer an der y-Achse) leiten die Signale an die Plattform weiter, auf der der angespitzte Bleistift balanciert wird. Die Funktion menschlicher Neuronen (Nervenzellen) kann künstlich mittels elektronischer Neuronen nachempfunden werden. Ein Chip beinhaltet 2000 dieser künstlichen Neuronen. Vom Sinnesorgan zum Gehirn. Während der Brainfair 2009 mehr als reine Theorie. Wie Hirnströme sichtbar gemacht werden,... ...durften die Besucher am eigenen Leib - beziehungsweise Kopf - erfahren. Dieses Gerät kann für die Schulung der Motorik von Hirnverletzten genutzt werden. Natürlich blieb es auch hier nicht bei der blossen Theorie. Weiter gings zum Anatomie-Vortrag: Damit man folgen konnte, gabs für jeden Zuhörer leihweise eine Gehirnhälfte - aus Gummi. Der Dozent selbst verfügte neben seinem eigenen über ein weiteres, echtes Expemplar. Gehirn: Ohne dich wären wir aufgeschmissen! Das Kleinhirn: Zentrum unserer Motorik und Kern diverser Lernvorgänge. Prof. Oliver Ullrich erklärte seinen gebannt lauschenden Zuhörern das Zusammenspiel von Gehirn und Umwelt. Damit alles genau mitverfolgt werden konnte... ...gabs eine Liveübertragung via Bildschirm. Ganz Mutige durften zum Schluss des Vortrag... ...ein echtes menschliches Gehirn anfassen.

Die Universität Zürich gewährte Interessierten einen Einblick ins menschliche Gehirn.

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Auf visuelle Reize ist unser Gehirn trainiert. Trotzdem erkennt es die menschliche Stimme gleich schnell wie ein Gesicht. Zu diesem Schluss kommt eine Studie von Lausanner Forschern, die im Fachmagazin «Journal of Neuroscience» publiziert wurde.

Für die Untersuchung nutzte ein Team um Micah Murray von der Universität und vom Universitätsspital Lausanne eine neue Technik, mit der sich viel dynamischere Hirnbilder als zuvor herstellen lassen. Die Forscher spielten Probanden verschiedene Geräusche vor und massen, welche Hirnareale wie rasch reagierten.

Es zeigte sich, dass nicht alle Geräusche mit demselben Tempo in unser Bewusstsein dringen. Innert 70 Millisekunden kann das Hirn das Geräusch eines Lebewesens von einem künstlichen Ton unterscheiden. Weitere 100 Millisekunden benötigt es, um eine menschliche Stimme von einem tierischen Laut zu trennen. Das ist etwa doppelt so rasch wie bislang angenommen.

Stark vernetztes Gehirn

Die raschere Verarbeitung der Klänge hat Auswirkungen: Das Hirn erkennt demnach eine menschliche Stimme gleich rasch wie das Gesicht eines Menschen. Diese zeitliche Koordination gebe wahrscheinlich einen Hinweis auf die Gesundheit eines Menschen und sei wichtig für soziale Interaktionen, sagte Murray.

Die Studie zeigte auch, dass das Hirn viel stärker vernetzt arbeitet als vermutet. Bisher glaubten Forscher, die Verarbeitung von Stimmen geschehe in einem ganz spezifischen Areal des so genannten Temporallappens, einem Grosshirnteil.

Eine solche hoch spezialisierte Zone für die menschliche Stimme gebe es aber nicht, schreiben die Lausanner Forscher nun. Vielmehr arbeiteten verschiedene Gehirnregionen zusammen, um alle Klänge aufzunehmen und zu identifizieren - und um danach das richtige Verhalten in Gang zu setzen.

(sda)