Ihre Story, Ihre Informationen, Ihr Hinweis?
feedback@20minuten.ch 
Forschung
30. August 2010 16:33; Akt: 30.08.2010 16:50 Print
Gehirn erkennt Stimme blitzschnell
Nicht nur bei der Erkennung von Gesichtern reagiert das menschliche Gehirn rasch: akustische Reize wie Klänge oder die Stimme stehen der visuellen Wiedererkennung in Nichts nach.
Die Universität Zürich gewährte Interessierten einen Einblick ins menschliche Gehirn.
Auf visuelle Reize ist unser Gehirn trainiert. Trotzdem erkennt es die menschliche Stimme gleich schnell wie ein Gesicht. Zu diesem Schluss kommt eine Studie von Lausanner Forschern, die im Fachmagazin «Journal of Neuroscience» publiziert wurde.
Bildstrecken Gehirndoping per Elektrode?Macht Alkohol «hohl»?So tickt Ihr HirnFür die Untersuchung nutzte ein Team um Micah Murray von der Universität und vom Universitätsspital Lausanne eine neue Technik, mit der sich viel dynamischere Hirnbilder als zuvor herstellen lassen. Die Forscher spielten Probanden verschiedene Geräusche vor und massen, welche Hirnareale wie rasch reagierten.
Es zeigte sich, dass nicht alle Geräusche mit demselben Tempo in unser Bewusstsein dringen. Innert 70 Millisekunden kann das Hirn das Geräusch eines Lebewesens von einem künstlichen Ton unterscheiden. Weitere 100 Millisekunden benötigt es, um eine menschliche Stimme von einem tierischen Laut zu trennen. Das ist etwa doppelt so rasch wie bislang angenommen.
Stark vernetztes Gehirn
Die raschere Verarbeitung der Klänge hat Auswirkungen: Das Hirn erkennt demnach eine menschliche Stimme gleich rasch wie das Gesicht eines Menschen. Diese zeitliche Koordination gebe wahrscheinlich einen Hinweis auf die Gesundheit eines Menschen und sei wichtig für soziale Interaktionen, sagte Murray.
Die Studie zeigte auch, dass das Hirn viel stärker vernetzt arbeitet als vermutet. Bisher glaubten Forscher, die Verarbeitung von Stimmen geschehe in einem ganz spezifischen Areal des so genannten Temporallappens, einem Grosshirnteil.
Eine solche hoch spezialisierte Zone für die menschliche Stimme gebe es aber nicht, schreiben die Lausanner Forscher nun. Vielmehr arbeiteten verschiedene Gehirnregionen zusammen, um alle Klänge aufzunehmen und zu identifizieren - und um danach das richtige Verhalten in Gang zu setzen.
(sda)


























