Risikogruppe Rothaarige

11. November 2012 14:06; Akt: 11.11.2012 14:06 Print

Hautkrebs entsteht auch ohne Sonnenbad

Wer sein Hautkrebsrisiko verringern will, sollte bekanntlich die Sonne meiden. Doch bei gewissen Hauttypen könnte sogar diese Vorsichtsmassnahme vergebens sein.

teaser image

Zum Thema
Fehler gesehen?
Fehler beheben!
Senden

Die Belastung durch ultraviolette Strahlen könnte bei der Entstehung von schwarzem Hautkrebs eine geringere Rolle spielen als bisher angenommen. Ein internationales Forscherteam hat herausgefunden, dass ein für rothaarige Menschen typisches Pigment die Krankheit per se zu begünstigen scheint - auch an Hautstellen, die nie Sonne sehen. Die jüngsten Erkenntnisse aus dem Mausmodell wurden in der Fachzeitschrift «Nature» veröffentlicht.

Die helle, oft mit Sommersprossen bedeckte Haut rothaariger Menschen ist durch eine Genvariante bedingt. Dadurch wird besonders viel Phäomelanin - das ist ein rot-gelbes Pigment - produziert. Phäomelanin schützt kaum vor ultravioletten Strahlen. Nager, die dem rothaarigen Pigmenttyp entsprechen und zusätzlich eine Krebsgen-Mutation hatten, entwickelten in den Experimenten der Wissenschaftler auch ohne UV-Bestrahlung sehr häufig schwarzen Hautkrebs.

Parallel untersuchten die Forscher auch Albino-Mäuse. Diese Tiere produzieren überhaupt keine Pigmente. Ohne UV-Bestrahlung erkrankte dabei keine Maus an schwarzem Hautkrebs. «Unsere Daten legen nahe, dass das Pigment Phäomelanin und die in Verbindung stehenden Kaskaden einen UV-unabhängigen, aber oxidativ schädigenden und somit krebserzeugenden Beitrag zur Melanomentstehung liefern», fasst der Ulmer Pathologe Jochen Lennerz zusammen. UV-Schutz bleibe jedoch die wichtigste Massnahme, um Hautkrebs zu verhindern. Für Angehörige von Hochrisikogruppen müssten allerdings weitere Präventionsstrategien entwickelt werden.

(dapd)