Neurologie

08. Dezember 2012 21:05; Akt: 08.12.2012 21:06 Print

Insektizide können Parkinson auslösen

Schon länger wurde vermutet, dass giftige Pflanzenschutzmittel etwas mit Parkinson zu tun haben. Deutsche Forscher haben jetzt den Mechanismus entschlüsselt, mit dem ein Insektizid diese Wirkung entfaltet.

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Pestizide aus der Landwirtschaft können unerwünschte Nebenwirkungen haben. (Bild: Keystone)

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Etwa drei Prozent der Bevölkerung leiden an Parkinson. Die Krankheit schreitet schleichend voran und zeigt sich in starren Muskeln, einem maskenhaften Gesichtsausdruck und zitternden Händen. Nervenzellen in der sogenannten Substantia nigra des Mittelhirns sterben nach und nach ab. Verschiedene Studien haben auffallend deutlich gezeigt, dass Menschen, die in der Landwirtschaft arbeiten und dabei Pestiziden ausgesetzt sind, häufig an Parkinson erkranken.

Ein Forscherteam der Klinik für Neurologie in Dresden hat bestätigt, dass Insektizide Parkinson-Symptome auslösen und verstärken können. Dabei spielten Nervenverbindungen zwischen Darm und Hirn eine wesentliche Rolle, heisst es in der Studie, die im Fachjournal «Nature Scientific Reports» veröffentlicht wurde.

Verbindung zwischen Darm und Hirn transportiert gefährliches Protein

Das Insektizid Rotenon verursacht, dass Nervenzellen im Darmtrakt das Protein Alpha-Synuclein ausschütten. Alpha-Synuclein wird über eine Verbindung zwischen Darm und Hirn von dessen Nervenzellen aufgenommen und zerstört diese. Wurde diese Verbindung bei Mäusen gezielt im Darmbereich durchtrennt, fand dieser Ablauf nicht mehr statt.

Das Alpha-Synuclein konnte die Nervenzellen im Mittelhirn nicht mehr erreichen und die Parkinson-ähnlichen Symptome blieben aus. «Wenn sich das auch bei Parkinson-Patienten bestätigt, dann haben wir einen wichtigen Schritt getan, um zukünftig neue Ansätze zur frühzeitigen Diagnose und Therapiestrategien gegen die Krankheit zu entwickeln», sagte Studienleiter Francisco Pan-Montojo.

(dapd)

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Tino Gfrörer am 10.12.2012 07:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ist schlechtmachen eine bessere Lösung?

    BIO, BIO! Ich esse auch BIO, aber so etwas kann sich nicht jeder leisten. Ausserdem geht es hier ja nicht um die Gesundheit des Konsumenten, sondern um die Gesundheit von denen, die Insektiziden aktiv ausgesetzt sind. Man muss einfach dieses Insektizid verbessern oder die Nutzung einschränken.

  • R.S. am 10.12.2012 00:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bio und Bio

    Nicht kaufen liebe Leute, selber anpflanzen, dann weiss man was drin und drauf ist, wieviel Arbeit es bedeutet und glaubt mir Ihr werdet weniger verschwenderisch mit den Selbstgezogenen Gemüse und Früchte umgehen also auch noch weniger Abfall produzieren.

  • meccano am 09.12.2012 16:45 Report Diesen Beitrag melden

    unsinniger konsumentenanspruch

    hauptschuldige dafür sind die konsumenten/innen. solange der unsinnige anspruch gestellt wird, dass früchte keine flecken aufweisen dürfen und jungfräulich rein aussehen müssen, wird auch weiter gespritzt. dieser anspruch ist wirklich völlig unsinnig und unverständlich, menschen mit märzen- oder altersflecken werden doch auch nicht mit pestiziden behandelt und sind trotzdem oder gerade deswegen gesund.

  • Hermann am 09.12.2012 15:31 Report Diesen Beitrag melden

    Biolandbau

    Rotenon wird im Biolandbau angewendet.Auch im Biolandau werden Pflanzenschutzmittel gebraucht.

  • Katja L. am 09.12.2012 10:24 Report Diesen Beitrag melden

    Bewusssein für gesunde Ernährung stärken

    Ich kann mir nicht vorstellen, dass die breite Bevölkerung gaqr kein Bewusssein für gesunde Lebensmittel hat. Eher ist der Konsum und die Herstellung mit Hilfe von Giften auf die Preissensitivität der Konsumenten (und Gewinnmargen der Industrie) zurückzuführen. Wir müssen daher umlernen. Weniger, aber dafür gesündere Nahrungsmittel herstellen und zum Kauf anbieten. 90% der Artikel der Lebensmittelindustrie sind unnötig. Die Industrie lobbyiert mit den Gesetzgebern und die Grenzwerte richten sich nach der wirtschaftlichen Tragbarkeit und nicht nach der Gesundheit der Bevölkerung.