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Diät gegen Zuckerkrankheit
30. Juni 2011 14:00; Akt: 30.06.2011 16:53 Print
Lässt sich Diabetes einfach aushungern?
von Runa Reinecke - In den letzten 30 Jahren hat sich die Zahl der Diabetiker mehr als verdoppelt. Eine kurzzeitige Extrem-Diät soll Zuckerkranke angeblich heilen können. Mediziner sind skeptisch.
Alarmierend sind sie, die Zahlen, die unlängst im renommierten medizinischen Fachmagazin «The Lancet» publiziert wurden: Im Rahmen einer Mammut-Studie untersuchte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern der Harvard Medical School und des Imperial College London, ob beziehungsweise wie stark die Zahl der Diabetes-Erkrankungen weltweit gestiegen ist.
Bildstrecken Fettstoffwechsel ankurbeln Diabetes Typ I und Typ IIDer Diabetes vom Typ I trifft in der Regel junge Menschen. Bei dieser Form der Erkrankung werden die sogenannten Beta-Zellen, die in der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) das Insulin produzieren, zerstört. Aus diesem Grund müssen sich diese Patienten das Insulin regelmässig selbst in Form von Spritzen zuführen, um einem erhöhten Blutzuckerspiegel entgegenzuwirken.
Anders ist das beim Diabetes des Typs II, von dem etwa 90 Prozent aller Zuckerkranken betroffen sind. Durch eine längerfristige, überhöhte Energiezufuhr und andere, noch unbekannte Faktoren entsteht bei einigen Organen eine Insulin-Resistenz. Diesen Effekt versucht die Bauchspeicheldrüse auszugleichen, indem sie noch mehr Insulin produziert – eine Belastung, der die Bauchspeicheldrüse nicht ewig standhält: Es kommt zu einer stark reduzierten Insulin-Ausschüttung, der Blutzuckerwert steigt. Diese Form des Diabetes ist auch als Altersdiabetes bekannt. Heute erkranken daran vor allem Übergewichtige – vereinzelt trifft es sogar Kinder.
Während der bislang grössten Diabetes-Studie wurden die Blutzuckerwerte von rund 2,7 Millionen Menschen gemessen, die das 25. Lebensjahr vollendet hatten. Im statistischen Vergleich zeigte sich, dass die Zahl der Diabetiker in den vergangenen 30 Jahren von 153 Millionen auf 347 Millionen gestiegen ist und sich damit mehr als verdoppelt hat.
Geheilt durch 600 Kilokalorien täglich?
Doch offenbar gibt es Hoffnung für neu an Diabetes des Typs II Erkrankte, deren Leiden häufig auf die Folgen von Übergewicht zurückzuführen ist. Wissenschaftler der Newcastle University in Grossbritannien wollen eine Methode entwickelt haben, mit der diese Form der Zuckerkrankheit angeblich rückgängig gemacht werden kann. Dazu setzten sie elf am Typ II Erkrankte über acht Wochen auf eine Diät mit nur 600 Kilokalorien am Tag.
Während dieser Zeit mussten sich die Testpersonen mit Gemüse wie Brokkoli, Spargeln oder Kohl zufriedengeben. Im Durchschnitt wogen die Probanden zu Beginn ihrer Diät rund 220 Pfund.
Bereits nach einer Woche normalisierten sich die Blutzuckerwerte der Probanden, wie Studienleiter Roy Taylor auf einer Tagung der American Diabetes Association am vergangenen Samstag bekannt gab. Am Ende der Diät hatten die Studienteilnehmer im Durchschnitt 33 Pfund an Körpergewicht verloren und zeigten keinerlei Anzeichen für einen Diabetes, wie die Deutsche Diabetes-Stiftung berichtet. Selbst als sich die Probanden wieder mehrere Wochen normal ernährten, waren noch sieben der elf Testpersonen beschwerdefrei.
Weniger Fett, normalisierte Insulinproduktion
Taylor zeigt sich davon überzeugt, dass der Heilungseffekt auf eine Reduzierung der Fettwerte in Bauchspeicheldrüse und Leber zurückzuführen ist. Vor Studienbeginn und nach Abschluss der Diät wurden die Fettwerte in der Bauchspeicheldrüse der Probanden mit Hilfe eines Kernspintomographen (MRT) gemessen. Während die Diabetes-Patienten vor ihrer Diät einen erhöhten Fettanteil im für die Insulinproduktion verantwortlichen Organ aufwiesen, zeigte die Abschlussuntersuchung eine Regulierung dieser Werte: Dieser Effekt trug dazu bei, dass sich die Insulinproduktion bei den Patienten wieder normalisierte. Die Studie wurde im Fachmagazin «Diabetologia» veröffentlicht. Weitere Studien sollen folgen.
Dauerhaft von der Zuckerkrankheit geheilt werden – und das durch eine achtwöchige Hungerkur? Henryk Zulewski, Diabetes-Experte und Leitender Arzt für Endokrinologie am Universitätsspital Basel, ist skeptisch: «Ich denke nicht, dass das sinnvoll ist. Hier muss die Nachhaltigkeit des Effekts in Frage gestellt werden: Sobald der Patient wieder normal isst, nimmt er zu und hat wieder Diabetes.»
Dennoch sind die positiven Ergebnisse, die durch eine dauerhafte Veränderung der Lebensweise bei einem beginnenden Diabetes erzielt werden könnten, nicht zu verachten, wie Zulewski betont: «In zwei grossen Studien wurde gezeigt, dass durch eine nachhaltige Ernährungsumstellung und Verbesserung der körperlichen Bewegung die Entstehung eines Diabetes bei 50 Prozent aller Menschen, die bereits erste Anzeichen eines gestörten Glukosestoffwechsels zeigten, verhindert werden konnte.»
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Alle 36 Kommentare





























Herr
Es wärer wichtig einmal darauf hinzuweisen, dass es zwischen Typ 1 und Typ 2 einen gewaltiger Unterschied gibt. Seit 35 Jahren Typ 1 Diabetiker, ist manchmal schon müssig immer zu höhren, das Diabetess durch einen schlechten Lebenswandel entsteht. A.S:S
Diabetes ist heilbar
Es ist eine Tatsache dass mittels Fasten Diabetes geheilt werden kann. Wer danach wieder genauso falsch weiter isst, wird Diabetes selbstverständlich auch wieder bekommen und dass die Schulmediziner von Fasten nichts wissen wollen ist ja wohl klar. Sie würden sich selbst den Geldhahn zudrehen und das wollen sie ja nicht.
Komisch
"Nach vier Jahren erfolgloser Behandlung" Was zum T***** soll das denn wieder Heissen. Diabetes ist eine chronische Krankheit und kann nach heutigem Wissen nicht geheilt werden. Ich bezweifle, dass da ein wenig Fasten die Beta-Zellen wieder aktiv werden, oder sich regenerieren.
Wissensstand!
"nach heutigem Wissen nicht geheilt werden" Sie sagens ja selber... :-)