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Mutmassungen?
02. Februar 2012 22:19; Akt: 03.02.2012 08:31 Print
Light-Getränke sollen sehr gefährlich sein
von Hans Peter Arnold - Eine Studie zeigt: Künstlich gesüsste Softdrinks sollen das Risiko eines Schlaganfalls oder Herzinfarkts erhöhen. Coca-Cola etwa müsste sich warm anziehen.

Führt der Fruchtzucker in Light-Getränken zu Gefässverkalkung? colourbox.com
Während neun Jahren haben die Wissenschaftlerin Hannah Gardener und ihre Kollegen von den Universitäten der Miami Miller School of Medicine und dem Medical Center der Columbia University in New York den Einfluss von kalorienarmen Süssgetränken untersucht. Der Befund: Die Teilnehmer, die täglich Diät-Limonade tranken, hatten ein 61 Prozent höheres Risiko für Gefässerkrankungen als jene, die darauf verzichteten. Möglicherweise führe der in vielen Light-Getränken enthaltene Fruchtzucker zu Gefässverkalkung.
Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) sieht noch keinen Handlungsbedarf: «Ein Warnhinweis wäre nicht das richtige Mittel», meint BAG-Sprecherin Eva van Beek. Wäre die Konsumation von Diätgetränken tatsächlich gesundheitsgefährdend, dann müssten diese Getränke verboten werden. Für ein schlüssiges Urteil seien weitere Studien notwendig. Auch liefere die erwähnte Beobachtungsstudie keine kausalen Zusammenhänge. Marcel Kreber vom Verband Schweizerischer Mineralquellen und Soft-Drink-Produzenten spricht von «Mutmassungen», die wissenschaftlich nicht bewiesen seien. So könnten sich die Studienverfasser die angebliche Verbindung zwischen erhöhtem Gefässleiden und dem Konsum von Light-Getränken auch nicht erklären und verlangen weitere wissenschaftliche Studien zum Thema. Sicher spiele das hohe Durchschnittsalter der in der Studie untersuchten Personen von 69 Jahren und die Familiengeschichte eine Rolle. Tatsache sei, dass die in den Light-Getränken verwendeten Süssungsmittel zu den bestuntersuchten Lebensmittelzusatzstoffen gehörten.
Gewiss: Softdrink-Herstellern droht die Gefahr eines Imageschadens. So etwa Coca-Cola. Der US-Konzern hat einen Börsenwert von 218 Milliarden und einen Markenwert von 66 Milliarden Franken. Doch Detailhandelsexperte Gotthard F. Wangler sieht Coca-Cola nicht am Abgrund: «Im schlimmsten Fall würden die Behörden sämtliche Diät-Softdrinks verbieten.» Die Konkurrenz wäre ebenso betroffen. «Zudem weichen die Light-Drink-Konsumenten dann auf die anderen Limonaden aus.»
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