Infektionskrankheit

29. Oktober 2010 15:59; Akt: 29.10.2010 16:39 Print

Malaria - in einhundert Ländern zuhause

Allen bisherigen Bemühungen zum Trotz konnte die Malaria seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs erst in 80 Ländern ausgerottet werden. In knapp 100 Staaten breitet sich die tödliche Erkrankung weiterhin aus.

storybild

Moskitos übertragen die für Malaria verantwortlichen Plasmodien.
(Bild: Colourbox)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Der Malaria wird immer noch zu wenig Paroli geboten, obwohl einige Länder auf dem amerikanischen Kontinent die besten Chancen hätten, die Malaria zu eliminieren. Das schreiben US-Forscher im Medizinjournal «The Lancet».

Die schlechtesten Aussichten haben demnach afrikanische Länder südlich der Sahara, die die Hauptlast der Infektionskrankheit tragen. In Afrika stirbt nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) alle 45 Sekunden ein Kind an Malaria.

Weltweit rechnet die WHO mit fast 250 Millionen Fällen im Jahr. Die Krankheit wird durch die weiblichen Anophelesmücken übertragen, die Erreger sind unterschiedliche Parasiten (Plasmodien). Die Parasiten durchlaufen verschiedene Entwicklungsstufen im Körper des Menschen.

Zur Ausrottung der Malaria seien vor allem Geld, politischer Wille, Forschung und Entwicklung sowie ein Impfstoff nötig, betonen die Infektionsexperten um Richard Feachem von der Universität San Francisco (Kalifornien).

Viele Malarialänder hätten jedoch schwache Gesundheitssysteme, eine politisch instabile Lage und starke Bevölkerungswanderungen innerhalb- und ausserhalb der Ländergrenzen. Daher sei es für sie besonders schwierig, die Ausrottung der Krankheit in Angriff zu nehmen.

Von den verbliebenen 99 Malarialändern seien 32 dabei, die Infektionskrankheit zu eliminieren. Diese liegen den Autoren zufolge vergleichsweise weit weg vom Äquator. Dazu gehören beispielsweise Argentinien, Mexiko und Südafrika, aber auch China und die Türkei. Mehr als zwei Milliarden Menschen leben in diesen 32 Nationen.

(sda)