Kaum Nebenwirkungen

28. September 2015 21:31; Akt: 28.09.2015 21:31 Print

Medizinisches Cannabis ist sicher

US-Forscher haben die Auswirkung des Cannabis-Konsums bei Schmerzpatienten untersucht und keine schweren Nebenwirkungen festgestellt.

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Cannabis bringt Menschen mit chronischen Schmerzen und anderen Leiden Linderung. Zu diesem Schluss kam kürzlich eine vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) finanzierte Metastudie. Dafür wurden 79 klinische Studien mit insgesamt über 6000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern untersucht und statistisch analysiert. Das BAG bescheinigt Cannabis deshalb «ein vielversprechendes Heilmittelpotenzial». Doch wie sieht es mit den langfristigen Nebenwirkungen aus?

Dieser Frage gingen Forscher der kanadischen McGill-Universität nach. Sie begleiteten 431 Patienten mit chronischen Schmerzen über ein Jahr, wobei die Hälfte medizinisches Cannabis zu sich nahm und die andere Hälfte nicht. Die Wissenschaftler untersuchten Nebenwirkungen sowie Auswirkungen auf die Lungen und das Gehirn. Keiner der Teilnehmer hatte vor Beginn der Studie natürliches Cannabis zur Schmerzlinderung konsumiert.

Weniger Schmerzen – bessere Lebensqualität

Die Resultate, die im Fachjournal «Journal of Pain» veröffentlicht wurden, zeigen keine Zunahme von schwerwiegenden Nebenwirkungen bei den Cannabis-Konsumenten verglichen mit der Kontrollgruppe. Die Studie stellte bei der Cannabis-Gruppe auch keine bedeutenden Veränderungen im Gehirn fest. Das stellt einen Kontrast zu Studien dar, die in der Vergangenheit bei Kiffern Aufmerksamkeits- und Gedächtnisverlust festgestellt hatten.

Die Cannabis-Konsumenten hatten zudem weniger Schmerzen und eine verbesserte Lebensqualität verglichen mit der Kontrollgruppe. Das Ergebnis wird einzig dadurch getrübt, dass die Forscher bei der Cannabis-Gruppe eine etwas grössere Zahl von nicht gravierenden Nebenwirkungen feststellten. Dazu gehörten Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit und Atemprobleme, die aber allesamt schwach bis moderat ausfielen.

Die Autoren der Studie kamen insgesamt zum Schluss, dass eine Dosis von 2,5 Gramm pro Tag für die Behandlung von chronischen Schmerzen im Rahmen eines «sorgfältig geführten Schmerzprogrammes» als sicher angesehen werden kann. Sie fordern nun weitere Studien von längerer Dauer und mit mehr Teilnehmern. Die Chancen für solche Studien steigen, je mehr Staaten darüber nachdenken, medizinisches Marihuana zuzulassen. So wurde erst kürzlich der Bund damit beauftragt, im Rahmen eines Pilotprojekts den Einsatz von Cannabis als Schmerzmittel zu untersuchen.

(jcg)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • TTT am 28.09.2015 21:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Weiss doch jeder schon lange

    Na dann legalisiert es. Alkohol und Zigaretten haben Nebenwirkungen und sind legal, also wieso nicht das harmlose Cannabis legalisieren? ;)

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  • Sascha E. am 28.09.2015 21:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Achneeee

    Aber so verdienen doch die Pharmakonzerne nicht Millionen. Wacht auf, die Natur bietet mehr als die Chemie.

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  • der Koch am 28.09.2015 21:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Eptileptiker

    Für dass, hätten sie keine Studie machen müssen. Dass weis ich schon lange

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Reto am 29.09.2015 21:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Heilmittel

    Alles ist Gift, auf die Menge kommt es an. Cannabis in Massen konsumiert kann helfen Schmerzen zu lindern. Ich rauche mehrere Joints am Tag, kann mich aber an alles erinnern und habe immer noch ein fotografisches Gedächtnis.

  • Tina am 29.09.2015 21:12 Report Diesen Beitrag melden

    wie Weise

    haben die das also auch schon gemerkt. Ganz toll, und wieviel Kohle wurde dafür wieder rausgeblasen, häh...

  • hank am 29.09.2015 20:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    kaum nebenwirkungen?

    ganz anders als bei pharma-produkten also.

  • Mischu M. am 29.09.2015 20:32 Report Diesen Beitrag melden

    Volksinitiative machen

    Ich denke, es wäre mal wieder eine Volksinitiative zur Legalisierung nötig. Wer weis, vielleicht sind mittlerweile auch die eher spiessigen Menschen etwas... wie soll ich sagen, offener geworden.

    • Richtig wählen am 29.09.2015 20:44 Report Diesen Beitrag melden

      @Mischu

      Zuerst mal die Petition der Piraten bzw. die Antwort der Eidgenössischwn Räte abwarten und dann gucken. Es ist - gemäss SmartVote - offenbar dort bereits bekannt, was die Stossrichtung sein muss. Wer noch nicht jewählt hat: seine Wahlliste mit den Fragebögen auf SmartVote abgleichen und alle Kandidaten streichen, die unter Legalisierung ab 18 Jahren kein Ja angegeben haben. Das gleiche bei den Ständeratskandidaten tun.

    • R. Elax am 29.09.2015 21:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Mischu M.

      Cannabis kann von mir aus legalisiert werden und zählt nicht als harte Droge. Bei Jungen Leuten ergeben sich keine Schäden, sie bekommen aber eine mir-ist-egal Einstellung- das ist das Hauptproblem. Jeder volljährige Schweizer soll selber entscheiden dürfen was er konsumiert. Alk und Fast Food ist in grossen Mengen auch ungesund und trotzdem legal. Der Mensch soll sich einfach zuerst über die Substanz informieren bevor er sie konsumiert.

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  • orca am 29.09.2015 20:04 Report Diesen Beitrag melden

    nicht übel...

    2.5g pro Tag ist nicht wenig. Auf der Strasse zahlt man dafür bis um die 30sFr. Ich seh's kommen: Auf einmal werden alle chronische Schmerzen haben, IV beantragen und sich gehörig zudröhnen. Bin dafür!

    • Kiruna am 29.09.2015 21:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @orca

      Hallo Orca, möchte ihnen nur für 5 Minuten meine chronischen Schmerzen ( von Kopf bis Füsse) übergeben...danach nehme ich sie wieder zurück und sie werden den Rest ihres Lebens dankbar sein so etwas nicht aushalten zu müssen! Ich währe dabei, einmal mit Cannabis zu versuchen meinen Schmerzen bei zu kommen. Denn die Nebenwirkungen meines Opiat-Medis beeinträchtigen meine Lebensqualität sehr stark. Sich darüber lustig machen finde ich total daneben.

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