Branche in Kritik

17. Dezember 2013 15:26; Akt: 17.12.2013 15:26 Print

Mehr Ekzeme wegen Hautcremes

von Lea Blum - Weil Allergien zunehmen, bekommen mehr Leute durch Cremes einen Hautausschlag. Deshalb soll die Kosmetik-Industrie jetzt auf einen Konservierungsstoff verzichten.

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Der Konservierungsstoff Methylisothiazolinon, der in Bodylotions, Shampoos und Feuchttüchern vorkommt, kann Ausschläge auslösen. (Bild: Colourbox)

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Draussen ist es kalt, die Luft ist trocken und der Haut fehlt es an Feuchtigkeit. Cremes sollen hier Abhilfe schaffen. Doch statt geschmeidiger Haut hinterlassen sie bei vielen Juckreiz und Ausschlag: In den vergangenen Jahren wurden immer öfter Dermatologen wegen Hautausschlägen kontaktiert, wie Barbara Ballmer-Weber, Leitende Ärztin der Dermatologie am Unispital Zürich, sagt.

Seit der Konservierungsstoff MI (Methylisothiazolinon) vermehrt in Beauty-Produkten wie Hautcremes eingesetzt wird, stelle man öfter Allergien und Hautirritationen bei Konsumenten fest. «Die Sensibilisierungsrate auf Methylisothiazolinon ist gestiegen», sagt Ballmer-Weber. Bei Tests, in denen die Reaktionen der Haut auf kosmetische Artikel geprüft wurden, konnten zum Teil Allergien auf MI für die beobachtete Hautallergie verantwortlich gemacht werden.

Auch die Stiftung für Konsumentenschutz (SKS) erhält oft Reklamationen wegen Kosmetikartikeln. «Die Leute wissen zum Teil nicht, was in den Produkten alles drin ist und leiden, wenn sie allergisch reagieren», sagt Geschäftsleiterin Sara Stalder. Die SKS setzt sich deshalb im Zug der Revision des Lebensmittelgesetzes, das auch die Vorgaben für kosmetische Produkte regelt, für eine klare Definition der Inhaltsstoffe ein.

Die Kosmetikindustrie reagiert

Der Europäische Dachverband der Kosmetikindustrie Cosmetics Europe hat nun wegen der steigenden Zahl der allergischen Reaktionen eine Empfehlung herausgegeben: Kosmetikhersteller sollen bei sogenannten Leave-on-Artikeln auf MI verzichten. Konkret soll der Konservierungsstoff nur noch in Produkten wie Shampoos oder Duschgels eingesetzt werden, die nach dem Gebrauch abgewaschen werden.

Der Schweizerische Kosmetik- und Waschmittelverband unterstützt diese Empfehlung und hat seine Mitglieder entsprechend informiert. Mehr kann der SKW laut Direktor Bernard Cloëtta derzeit nicht tun: Gemäss Verordnung des EDI über kosmetische Mittel darf die Substanz in einer Konzentration von 0,01 Prozent in kosmetischen Produkten enthalten sein. «Die Verantwortung für die Produkte liegt bei den Herstellern», so Cloëtta.

Nivea will MI verbannen

Fast alle Hersteller setzen auf Konservierungsmittel wie MI. Ohne diese würden ihre Produkte schon wenige Tage nach dem Öffnen verderben – Methylisothiazolinon stoppt die Vermehrung von Bakterien. Nivea, das MI unter anderem in der «Express Feuchtigkeit Bodylotion» und in den «Pure&Sensitive»-Feuchttüchern für Babys verwendet, stellt aber derzeit seine Rezepturen um: «Unser Ziel ist es, Methylisothiazolinon bis Anfang 2015 in allen relevanten Produkten zu ersetzen», heisst es auf Anfrage.

Hatten Sie schon Hautausschläge wegen einer Creme? Schreiben Sie uns an
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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Roman Rebitz am 17.12.2013 16:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

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    Aber natürlich immer schön auf das Produkt schreiben "dermatologisch getestet" was ja eigentlich nichts betr. Test-Resultat aussagt aber etwas positives suggeriert, für mich Betrug bzw täuschung.

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  • tom ditz am 17.12.2013 17:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bin zufrieden momentan

    Im Militär habe ich gerade gemerkt, dass es meiner Haut viel besser geht ohne all die Pflegeprodukt. Kaltes Wasser und frische Luft genügen.

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  • Öko-Freak am 17.12.2013 15:57 Report Diesen Beitrag melden

    Giftig, Umweltgefährlich und Ätzend

    Ich frage mich ernsthaft, wieso man diesen Stoff überhaupt zulässt, welches bei der EU-Gefahrenstoffkennszeichnung die Symbole "Giftig" und "Umweltgefährlich" besitzt. Bei der Globalen-Gefahrenstoffkennzeichnung ist sogar noch das Symbol "Ätzend" dabei. Ich hoffe es sehr, dass alle Produktehersteller sofort reagieren und diese Stoff aus dem Verkehr ziehen!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Balalaika am 18.12.2013 20:56 Report Diesen Beitrag melden

    Ein Alptraum

    Davon bin ich auch betroffen und es ist äusserst mühsam. Nicht nur Konservierungsstoffe sind ein Problem. Auch die Duftstoffe, die fast überall beigefügt werden. Selbst Naturkosmetik geht oft nicht, da dort ebenfalls allgergene Duftstoffe (z.B. Limonene, Linalool, Geraniol) beigefügt werden. Ich wasche mit parfümfreiem Waschmittel (Omo sensitive), benutze für Körperreinigung und Haarwäsche ebenfalls ein unparfümiertes Produkt (Eubos blau). Zur Hautpflege bewähren sich bei mir die Produkte von Clinique.

  • Julia W. am 18.12.2013 16:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lady like

    Zufällig kam ich auf die homepage "skin-burnout" Habe diese Hamamelisprodukte getestet und würde kein anderes Produkt mehr nehmen. Hatte immer Probleme mit meiner Haut (Kopfschuppen und -rüfen und dazu noch ständig gerötete Haut. Ich denke Haut-Probleme kommen von den teilweise "üblen" Inhaltsstoffen, welche die Kosmetikfirmen in ihre Produkte mischen. Eine Schande!

  • Natürlich Gesund am 18.12.2013 13:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nulltarif

    Natürlicher und gesunder look zum nulltarif! Diesen ramsch schon gar nicht ins gesicht schmieren. Wieso auch?

  • Recep am 18.12.2013 12:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Rote haut

    Ich habe ständig eine rote haut und das nur im gesicht! Was kann ich dagegen tun?

  • Hospels am 18.12.2013 11:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unsere Angst..

    ...ist deren Buissness. Punkt.