WHO-Bericht

06. März 2017 06:28; Akt: 06.03.2017 06:54 Print

Millionen Kinder sterben durch Hygienemangel

Für Kleinkinder in Entwicklungsländern lauern die tödlichen Gefahren überall: Passivrauchen, Rauch von Kochstellen, Luftverschmutzung, verseuchtes Wasser und fehlende WCs.

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Die schlechte Wasserversorgung in Entwicklungsländern ist für Kleinkinder sehr gefährlich: Palästinensische Kinder füllen Wasser in Kanister. (Archivbild) (Bild: Keystone/Khalil Hamra)

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Umweltdreck und unhygienische Verhältnisse sind für Kinder tödlich: Jedes Jahr sterben nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation vor allem in Entwicklungsländern 1,7 Millionen Kinder unter fünf Jahren daran. Das entspricht jedem vierten Todesfall in diesem Alter.

Die tödlichen Gefahren lauern überall: Ein am Montag veröffentlichter Bericht der Weltgesundheitsorganisation (WHO) nennt als Beispiele: Passivrauchen, Einatmen von Rauch beim Kochen auf Feuerstellen, Luftverschmutzung, verseuchtes Wasser und fehlende Toiletten.

«Kinder sind besonders anfällig»

Kinder erkranken dadurch oft an Durchfall, Malaria und Lungenentzündung, was bei ihnen schnell lebensgefährlich ist. «Ihre noch wachsenden Organe, ihr Immunsystem, ihre kleinen Körper und Luftröhren – das alles macht die Kinder besonders anfällig für schmutzige Luft und dreckiges Wasser», liess sich WHO-Generaldirektorin Margaret Chan zitieren.

Die fünf bedeutendsten Todesursachen für kleine Kinder sind Infektionen der Atemwege, Durchfall, Komplikationen im ersten Lebensmonat durch schlechte Gesundheitsversorgung der schwangeren Mutter, Malaria und Unfälle wie Vergiftung, Ertrinken und Stürze.

Grosser Handlungsbedarf

Die WHO sieht grossen Handlungsbedarf: Familien in armen Ländern brauchen eine Möglichkeit zum Kochen und Heizen ohne Rauch, Schulen benötigen gute Toiletten und Gesundheitsstationen sauberes Wasser sowie zuverlässigen Strom.

Städte benötigen mehr Grünflächen und sichere Radwege, der öffentliche Verkehr sollte weniger Emissionen produzieren und die Industrie müsse den Einsatz von Chemikalien zurückfahren und giftige Abfälle besser entsorgen.

(chk/sda)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Ehemaliger Helfer am 06.03.2017 11:08 Report Diesen Beitrag melden

    War öfters vor Ort, da fehlt es an

    einfachen Verhaltensweisen. Aller Abfall wird einfach vor die Hütte geworfen, die Notdurft wird in einem kleinen Kanal der quer durch die Hütten führt verrichtet. Zum Kochen wird alles verbrannt, was eben brennt. Das Tragische ist, dass tausende Menschen unmotiviert herumsitzen und liegen, anstatt selbst aufzuräumen und selbst WC Anlagen zu bauen. Aber eben, warten auf die Spenden aus Europa, die Ärzte ohne Grenzen, die Lebensmittelverteilungen und Helfer aus dem Rest der Welt, die aufräumen, ist einfacher. Man sollte mehr nur instruieren und sie sich selbst helfen lassen; das ist zielführend.

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  • Martin S. am 06.03.2017 07:12 Report Diesen Beitrag melden

    Explosionsartige Vermehrung des Menschen

    Ohne Geburtenkontrolle wird das bald mal das kleinste Problem sein. Ja, es soll unser Ziel sein dieses Elend der Kinder zu lindern, aber es MUSS auch zeitglich unser Ziel sein, die Menschheit vor ihrer masslosen Vermehrung zu befreien. Das Eine geht längerfristig nicht ohne das Andere. Wir brauchen eine globale Geburtenkontrolle als höchstes Ziel. Ein System, das es belohnt nicht mehr als 2 Kinder zu haben.

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  • Rose am 06.03.2017 10:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Entwicklungshilfe nützt nichts

    Unser Land bezahlt seit Jahrzehnten xMilliarden an Entwicklungshilfe, aber es wird einfach nicht besser. Mangelnde Hygiene, Hungersnot, Analphabeten . Vielleicht sollten diese Leute mal aufhören, Kinder in die Welt zu setzen, die sie dann nicht ernähren können.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Stefan am 07.03.2017 14:14 Report Diesen Beitrag melden

    Chinesisches Sprichwort:

    Gib einem Mann einen Fisch und du ernährst ihn für einen Tag. Lehre einen Mann zu fischen und du ernährst ihn für sein Leben.

    • Art. am 10.03.2017 23:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Stefan

      und wenn es keinen Fisch gibt? Weder zum verschenken noch selbst zu angeln?

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  • Sayadina am 06.03.2017 23:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Komische Reihenfolge

    ... Passivrauchen, Einatmen von Rauch beim Kochen auf Feuerstellen, Luftverschmutzung, verseuchtes Wasser und fehlende Toiletten... Ich finde die Priorisierung bei der Aufzählung der Gefahren für die Kinder bemerkenswert. Es sind doch gerade die letzten beiden Faktoren, die zur hohen Kindersterblichkeit beitragen. Hinzu kommen Mangelernährung, fehlende medizinische Versorgung, und unsichere Lebensverhältnisse... Passivrauchen ist im Vergleich dazu kein prioritätres Problem

  • Art. am 06.03.2017 22:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Weshalb es so viele Kinder...

    gibt gerade eine Doku über Frauen auf 3sat. Der Anfangssatz: Jede Frau muss die Möglichkeit zur Bildung haben. Ein Jahr Bildung, bedeutet ein Kind weniger.

  • greenlife-ch am 06.03.2017 18:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Eigeninitiative

    Ja, es braucht auch Eigeninitiative!!

  • Mina am 06.03.2017 16:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    bin böse...

    Das mag alles sehr schrecklich und furchtbar sein!! Mir tun diese Kinder auch sehr leid!! Aber!! Was ich absolut niemals verstehen werde,ist, dass man trotzdem massenweise Kinder in die Welt setzt!! Da sollte man doch endlich an diese Menschen appelieren!! Ich weiss, dass jetzt viele Daumendrücker sich melden, aber so ist die Realität!!

    • Art. am 06.03.2017 20:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Mina

      Wer keine Sozialhilfe und AHV hat, der muss sich Kinder machen für die eigene Altervorsorge. Auch wenn von fünf Kindern nur eins etwas erreicht, hilft es meist fast dann der ganzen Fam. Die ärmsten Länder haben die meisten Geburten. Das ist die Realität. Verwunderlich und sehr traurig ist, dass diese arme Länder meist die rohstoffreichsten Länder sind. Und dass es noch so viele Analphabeten gibt, scheint dadurch wie Absicht zu sein. Die Kosequenz davon ist die Überbevölkerung.

    • Unwichtig unwichtiger am 06.03.2017 21:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Mina

      in ärmeren ländern macht man mehr kinder, in reicheren sowie japan gibt es immer weniger

    • Bitte reisen am 06.03.2017 23:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Mina

      Wenn Sie zwischen eine mickrige Mahlzeit am Tag, wenn überhaupt, und einem Kondom wählen könnten, wofür würden Sie sich entscheiden? Und in dieser Armut und Traurigkeit, würden Sie auf die Nähe eines Menschen und Sexualität verzichten wollen? Und wenn noch dazu kommen würde, dass Ihre Religion Ihnen verbieten würde, zu verhüten? In der Theorie alles sehr einfach, Praxis ist anders. Ich schlage vor, Sie machen sich ein Bild vor Ort.

    • B.Armin am 07.03.2017 01:11 Report Diesen Beitrag melden

      Kontrolle - wie und - mit was?

      Familienplanung ist in diesen Ländern kaum bekannt. Für die, die es wissen fehlt vielfach das Geld um es zu kaufen. Im Bombenhagel, wird beim schnellen Akt auch nicht daran gedacht. Die Schuldigen für die Misere muss die reiche Gesellschaft bei sich selber suchen, sie hat das Geld um die Misere zu lindern, statt mit dem Finger auf andere zeigen.

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