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Subkutaner Defibrillator
12. Dezember 2012 21:33; Akt: 13.12.2012 14:54 Print
Neues Gerät bewahrt Schweizer vor Herztod
Seit kurzem ist der erste Defibrillator auf dem Markt, der komplett direkt unter die Haut eingepflanzt wird. Erstmals profitiert nun ein Schweizer mit einer Herzmuskelerkrankung vom neuen System.

Der S-ICD besteht aus zwei Teilen: Dem Impulsgenerator, der das System steuert, die Herzaktivität aufzeichnet und nötigenfalls einen elektrischen Schock abgibt, und der Elektrode, die den Herzrhythmus misst und über die die Schocktherapie abgegeben wird. (Bild: PD)
Ein Defibrillator bringt das Herz bei gefährlichen Herzrhythmusstörungen mit Stromimpulsen wieder in Takt. Die neuste mobile Gerätegeneration wird direkt unter die Haut implantiert und funktioniert ohne Kabel. Nun steht es erstmals in der Schweiz im Einsatz.
Infografik Herzinfarkt Video
Check up vom 09.04.2012
Das Team um David Hürlimann und Thomas Starck am Universitätsspital Zürich (USZ) implantierte das vollständig unter der Haut liegende Gerät am 14. November einem 30-jährigen Patienten, wie das Universitätsspital Zürich am Mittwoch mitteilte.
Dieser litt an einer angeborenen Herzmuskelerkrankung und trug einen herkömmlichen Defibrillator. Wegen Problemen mit den Elektroden in den Blutgefässen und einer Infektion musste das Gerät entfernt werden.
«Das neue System stellt bei diesem Patienten eine gute Alternative zum konventionellen Defibrillator dar», sagte Hürlimann der Nachrichtenagentur SDA. Denn gerade bei jüngeren Patienten, die körperlich aktiv sind, sei die Abnützung der Elektroden erhöht. «Dem Patienten geht es gut und der bisherige Verlauf gestaltet sich sehr erfreulich.»
Einzige Therapie
Implantierbare Defibrillatoren (ICD) sind die einzig wirksame Therapie gegen gefährliche Herzrhythmusstörungen wie Kammerflimmern, die zum plötzlichen Herztod führen können.
Herkömmliche Geräte haben aber klare Nachteile, erklärt Hürlimann: Sie werden über die Venen ins rechte Herz implantiert, was bedeutet, dass sie einer dauernden mechanischen Belastung ausgesetzt sind. Zudem ist das System durch direkten Kontakt mit dem Blut anfällig für Infektionen.
Weltweit wurden bisher rund 1500 subkutaner ICDs implantiert. In der Schweiz sind sie aber erst seit wenigen Monaten verfügbar.
(sda)

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