HPV

14. September 2017 20:58; Akt: 14.09.2017 20:58 Print

Oralsex ist gefährlicher als gedacht

Humane Papillomaviren können Gebärmutterhalskrebs auslösen. Doch sie verursachen auch Rachenkarzinome – und das immer öfter.

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Für viele gehört Oralsex einfach dazu. Doch weil dabei sogenannte HP-Viren übertragen werden, hat das sinnliche Vergnügen üble Nebenwirkungen: Es kann zu Krebs im Mund- und Rachenraum führen. Das ist spätestes seit dem Geständnis von Michael Douglas im Jahr 2013 hinlänglich bekannt. Damals erklärte er, Cunnilingus sei der Auslöser seines Kehlkopfkrebses gewesen. Der Schauspieler ist mit seiner auf Oralsex zurückzuführenden Kehlkopf-Krebs-Erkrankung kein Einzelfall: Im Vorfeld des Jahreskongresses der Österreichischen HNO-Gesellschaft sagte HNO-Experte Dietmar Thurnher, dass die Zahl der Betroffenen seit Ende der 1990er-Jahre kontinuierlich steige. Zudem würden die Betroffenen immer jünger: «Früher waren die typischen Patienten im Schnitt 50 bis 60 Jahre alt, es waren vor allem Männer, die viel geraucht und viel getrunken haben», so Thurnher. Heute seien die Betroffenen rund zehn Jahre Jünger und beiderlei Geschlechts. Auch Nichtraucher und Menschen, die keinen oder kaum Alkohol trinken, gehörten dazu. Dass das Risiko, sich beim Oralsex mit dem Virus anzustecken, gross ist, zeigte zuletzt eine Studie von Forschern des Albert Einstein College of Medicine in New York. Dafür hatten sie fast 97'000 Männer und Frauen begleitet, die das Virus der Gruppe 16 (HPV-16) zwar im Mund trugen, aber frei von Krebs waren. Doch das änderte sich im Laufe der Zeit: Nach vier Jahren hatten 103 Männer und ... ... 29 Frauen die Diagnose Krebs im Kopf- oder Halsbereich erhalten. Diese Zahlen verglichen Ilir Agalliu und seine Kollegen mit 396 Probanden, die keine HP-Viren in sich trugen. Dabei zeigte sich: Wer sich mit HPV-16 ansteckt, erkrankt bis zu 22-mal häufiger an Kopf- und Halskrebs.

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Das Humane Papillomavirus (HPV, siehe Box) löst nicht nur Gebärmutterhalskrebs aus, sondern begünstigt auch die Bildung von Tumoren im Mund- und Halsbereich. Dieser Zusammenhang ist spätestens seit Michael Douglas' Geständnis bekannt.

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Der Schauspieler stellt mit seiner auf Oralsex zurückzuführenden Kehlkopf-Krebs-Erkrankung keinen Einzelfall dar. Im Gegenteil: Wie Dietmar Thurnher von der Medizinischen Universität Graz im Vorfeld des Jahreskongresses der Österreichischen HNO Gesellschaft berichtete, steigt die Zahl der Betroffenen seit Ende der 1990er-Jahre kontinuierlich.

Immer mehr und immer jünger

Zudem würden die Rachenkarzinom-Patienten immer jünger: «Früher waren die typischen Patienten im Schnitt 50 bis 60 Jahre alt, es waren vor allem Männer, die viel geraucht und viel getrunken haben», so Thurnher gemäss «ORF». Heute seien die Betroffenen rund zehn Jahre jünger und beiderlei Geschlechts. Auch Nichtraucher und Menschen, die keinen oder kaum Alkohol trinken, gehörten dazu.

Betroffen ist demnach der Bereich des Mund- und Rachenraums ab dem weichen Teil des Gaumens, der Mandeln und des Zungengrunds, also dem Ort, wo die Zunge angewachsen ist. Ursachen des Anstiegs dürften laut Experten vor allem ein verändertes Sexualverhalten und häufig wechselnde Sexualpartner sein. Laut einer US-Studie steigt das Risiko ab dem achten Bettgefährten stark an.

Vorsicht ist besser als Nachsicht

Immerhin: Ist ein Tumor im Mund- und Rachenraum HPV-positiv, ist die Heilungschance mit rund 50 Prozent doppelt so hoch wie in den Fällen, wo keine Virusinfektion nachgewiesen werden kann.

Wie bei so vielen Erkrankungen ist auch bei einem Rachenkarzinom die Früherkennung immens wichtig: Wer mehr als sechsmal im Jahr Oralverkehr mit wechselnden Partnern hat und ein Fremdgefühl im Hals verspürt, das über Wochen anhält, sollte zur Abklärung.

(fee)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • gianni am 14.09.2017 21:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    lang(weilig) leben

    also merkt euch: raucht nicht, trinkt nicht, habt kein oralsex, geht nicht zu oft an die sonne, esst keine salat und kein fleisch, keine süssigkeiten und auch nichts frittiertes... also bitte tut nichts was der gesundheit schaden könnte. und so werdet ihr lang(weilig) leben. ;-)

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  • Christoph am 14.09.2017 21:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kurze Zeit

    Gibts für diese paar Jahre,die wir auf der Erde leben überhaupt etwas,dass nichts negatives mit sich bringt?

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  • LibTech am 14.09.2017 21:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Leben

    Darf man heute eig. noch was, ohne das es schädlich und Verurteilt wird?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Soistes am 22.09.2017 02:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tja...

    ...wenn dem so ist, sollte man es sicher nicht mehr unbedingt mit jedem Aufriss tun. Ausgenommen treue Paare die sich nach Lust und Laune mal so verwöhnen. So schööön....

  • Matthias am 16.09.2017 11:14 Report Diesen Beitrag melden

    Na super

    Eine tolle Begründung für alle "Vegetarier", die kein Fleisch in den Mund nehmen wollen. Wie Gianni schon schrieb: lang(weilig) leben... echt traurig. Ich verwöhne gerne oral und würde auch gerne oral verwöhnt werden. Versaut uns ruhig das Vorspiel, aber beschwert euch nicht über eime reduzierte Geburtenrate. Klar, es ist nur eine Empfehlung, aber welcher Genuss bleibt uns denn in der menschlichen Interaktion noch? Da entscheidet man sich für EINEN Partner und kann nicht mal mehr so was? Am besten nur noch Handbetrieb und Orgasmen erhält man per Whatsapp. Na super!

    • Valentin am 17.09.2017 07:47 Report Diesen Beitrag melden

      Nur die schönste Zeit zusammenzählen

      "Vagitarier " die langweilig alt sterben, für was? Es zählt nur die Zeit wo sich meine Zunge am schönsten Ort den es gibt befindet , das im ganzen Leben zusammengezählt. Alle wollen den Höchstalterweltrekord brechen.Dies funktioniert leider auch nicht, das System ist nicht dafür ausgelegt und bricht früher oder später in sich zusammen.

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  • Lemmy-Fan am 16.09.2017 08:57 Report Diesen Beitrag melden

    Was ist gesund?

    Das Leben ist eine durch ungeschützten Geschlechtsverkehr übertragbare Krankheit. Die unweigerlich zum Tode führt! Die Frage ist doch: Will man nur auf der Welt sein, oder will man Leben?

    • karlia am 16.09.2017 10:38 Report Diesen Beitrag melden

      nur nicht übertreiben

      man darf Leben, nur nicht übertreiben. Aller guten Dinge sind drei. Ich habe das so oft schon gesehen, dass Menschen, die übertreiben, (in jeglicher Lage wie z. B. schnell Autofahren, Essen, Lügen etc.) irgendwann krank werden - sei es körperlich oder seelisch.

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  • Dr. Sex am 15.09.2017 22:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mit Latexhöschen

    Mit einem Latexhöschen kann ich an der Klitoris der Partnerin saugen und erst noch das Höschen tief in die Spalte drücken!! Doppeltes Vergnügen.

  • Daniel N. am 15.09.2017 17:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schluckspecht

    Es ist nachgewiesen, dass Sperma eine antibiotische Wirkung hat. Somit besteht wenigstens für Frauen das Problem weniger...

    • Pflegefachfrau am 15.09.2017 20:47 Report Diesen Beitrag melden

      Viel Trinken

      Urin stärkt das Immunsystem und versorgt den Körper mit wichtigen Mineralien wenn man ihn trinkt.

    • WaleLi am 15.09.2017 23:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Pflegefachfrau

      Spermien sollen besonders giggerig werden, wenn sie geschluckt werden und nirgends ein Ei zum Befruchten finden und stattdessen in der Magensäure ihren letzten Schwumm antreten :-))

    • Penny am 16.09.2017 10:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Daniel N.

      Wie der Name Papilloma Virus sagt, handelt es sich um ein Virus, Viren kriegt man mit Antibiotika auch gar nicht erst tot...

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