Durchfallerkrankung

29. Mai 2011 00:02; Akt: 08.06.2011 11:47 Print

Professor warnt vor Bio-GemüseProfessor warnt vor Bio-Gemüse

Immunologe Beda M. Stadler warnt vor einer EHEC-Seuche in der Schweiz und stellt die Hygiene-Standards in Frage. Die EHEC-Bakterien seien der Beweis dafür, «dass man an Bio-Gemüse sterben kann.»

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Ein Bauer in Deutschland vernichtet nach Ausbruch der EHEC-Seuche Tonnen von Salat, Tomaten und Gurken. (Bild: Keystone/AP)

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Der Berner Professor und Immunologe Beda M. Stadler warnt vor einer EHEC-Seuche in der Schweiz. Nach Deutschland könne es auch in der Schweiz eine Epidemie geben, so Stadler in der Zeitung «Der Sonntag». Erstmals äussert sich auch der Präsident der Vereinigung der Kantonsärzte, der Fribourger Chung-Yol Lee, zu den EHEC-Bakterien und schliesst eine Epidemie in der Schweiz nicht aus, «sollten entgegen den Beteuerungen der Lebensmittelimporteure doch grössere Mengen an kontaminiertem Gemüse oder Obst auch in der Schweiz in Umlauf kommen.»

In der Schweiz wird der EHEC-Erreger jährlich bei bis zu 70 Patienten nachgewiesen. Seit Anfang Jahr sind es bereits 20 Fälle, 7 davon seit Anfang Mai. Die EHEC-Bakterien sind laut Professor Stadler der Beweis dafür; «dass man an Bio-Gemüse sterben kann.» Die EHEC-Bakterien wurden unter anderem durch spanische Bio-Gurken importiert.

Natur pur nicht gut?

Die gefährliche Durchfallerkrankung führte bereits zu zehn Todesopfern. Auch in der Schweiz ist eine Frau nach ihrer Rückkehr aus Norddeutschland, wo sie sich an einem Salatbuffet bediente, an EHEC erkrankt. Fälle werden auch aus Österreich, Schweden, Dänemark, Grossbritannien und den Niederlanden gemeldet. Natur pur sei «nicht zwingend gesund», so Immunologe Stadler: «Eine der häufigsten Todesursachen im Mittelalter waren verdorbene Lebensmittel. Ich hoffe nicht, dass wir in diese Zeiten zurückfallen.»

Die EHEC-Bakterien kommen im Darm von Wiederkäuern vor. Es wird vermutet, dass der Killer-Keim durch Gülle in die kontaminierten Lebensmittel gelangt ist. «Gülle ist die normalste Verbreitung solcher Bakterien und wird nun mal oft von Bio-Bauern eingesetzt», sagt Stadler. Er stellt die Hygiene-Standards infrage.

Empörung bei Bio-Produzenten

Das führt zu Aufruhr beim Dachverband der Schweizer Bio-Produzenten Bio Suisse. «Über Öko-Landbau und Bio-Lebensmittel sind viele Halbwahrheiten im Umlauf. Die Hygiene ist genauso gewährleitstet wie bei konventionellen Betrieben», sagt Sabine Lubow von Bio Suisse. Doch es gibt schwarze Schafe unter den 5800 Schweizer Bio-Betrieben. Rund 200 Sanktionen habe die Inspektions- und Zertifizierungsstelle der Schweiz für Landwirtschafts- und Verarbeitungsbetriebe Bio Inspecta laut «Sonntag» im letzten Jahr ausgesprochen.

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  • Bruno Hochuli am 06.06.2011 16:30 Report Diesen Beitrag melden

    Wir sind die Urheber, nicht die Natur

    Herr Professor,richtiges BIO Gemüse gut gewaschen stellt überhaupt keine Gefahr dar, im gegenteil. Wir sind die Gefahr, weil wir unsere Natur schon lange mit Giften zerstören.

  • G. Müse am 05.06.2011 08:20 Report Diesen Beitrag melden

    Super, es gab Tote

    Zu früh gefreut, Herr Stadler. Offenbar hat EHEC gar nichts mit Bio zu tun. Aber die Salve konnte man natürlich schon mal abfeuern. Selbst wenn ein Zusammanhang bestünde: Es wird doch jeder Acker mit Gülle gedüngt. Bei der konventionellen Produktion vermutlich nicht mit einer besseren. Spritzen und Konservieren erleichtert Produzenten und Konsumenten die Arbeit. Aber als Freizeit-Koch greifen vermutlich auch Sie lieber zu hochwertigen Zutaten. Mit Geschmack statt Beigeschmack. Mit Substanz- statt Wassergehalt. Aus gutem Grund.

  • Olaf Gruppenkniel am 31.05.2011 13:57 Report Diesen Beitrag melden

    Für Geld machen viele ALLES

    Seit Jahrhunderten wird so die Landwirtscht geführt resp. unterhalten. Nun soll, nach dem die Bio Produkte im wieder Hoch liegen und der ganze Gen, Chemie und Billig-Food, immer mehr in den Hintergrund ruschten, auf einmal nicht mehr zu empfehlen sein...?? Ese wird immer unverständlicher!! Ich glaube nur noch mir, diese ganzen Geld und Machtgehabe von Grosskonzernen, Regierungen habe ich satt...