Ausschlafen

28. Mai 2018 13:51; Akt: 28.05.2018 16:26 Print

Schlafdefizit lässt sich am Wochenende nachholen

Zu wenig Schlaf ist ungesund und kann zu einem frühen Tod führen. Doch nun haben Forscher einen Weg gefunden, diesem Schicksal zu entgehen.

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Wer am Wochenende gern länger liegen bleibt, macht laut einer neuen Studie alles richtig.So kann nämlich ein unter der Woche angehäuftes Schlafdefizit ausgeglichen werden. Werde die fehlende Nachtruhe an freien Tagen nachgeholt, gehe Schlafmangel langfristig nicht mit einem erhöhten Sterberisiko einher, berichtet ein internationales Team von Schlafforschern im Diese Erkenntnis ist wichtig, denn Schlafmangel kann auf Dauer krank machen. Ausserdem hat zu wenig Schlaf verschiedene weitere unangenehme Nebenwirkungen. Wer zu wenig schläft, ist laut Forschern der Harvard Medical School in Boston Selbst Schmerzmittel wie Ibuprofen sind gegen die durch den Schlafmangel ausgelöste Überempfindlichkeit machtlos. Auch sind Folge von Schlafmangel: US-Forscher zeigten 2014, dass auch jene, die ein Ausbund an Loyalität sind, sich übermüdet in einen Lügner verwandeln. Für sie ist es Wer wenig schläft, hat Das ist das Ergebnis einer Studie von belgischen Forschern. Demnach waren Studenten, die während der Prüfungszeit sieben Stunden pro Nacht schliefen, Ebenfalls eine Nebenwirkung von zu wenig Schlaf ist die Das fängt schon in ganz jungen Jahren an, wie Forscher vom Ohio State University College berichten. Demnach reduziert frühes – und damit längeres – Schlafen im Kindesalter das Risiko, später übergewichtig zu werden. Ein Mangel an Schlaf führt ausserdem zu was auf Dauer zu gefährlichen Folgeerkrankungen führen kann, wie Forscher der Universität Bonn herausgefunden haben. Von der gleichen Hochschule stammt auch die Erkenntnis, dass schon eine durchwachte Nacht das Gehirn eines gesunden Menschen zu veranlassen kann, die Ähnlichkeiten mit den Schlafmangel kann richtiggehend Forscher der University of Pennsylvania konnten in einer Studie mit Mäusen nachweisen, dass bei anhaltendem Schlafmangel Laut Forschern der University of California macht Schlafmangel Menschen auch deutlich Wer weniger als sechs Stunden pro Nacht schläft, ist demnach 4,2-mal so anfällig für eine Erkältung wie jemand mit mindestens sieben Stunden Schlaf. Dass unausgeschlafene Menschen sind als ausgeschlafene, ist bekannt. Den Grund identifizierten Forscher im Jahr 2015: Nach einer kurzen Nacht kann unser Gefühlszentrum im Gehirn Besonders viel Schlaf sollten sich Autolenker gönnen. Denn Müdigkeit im Auto ist War die Nachtruhe des Fahrers zu kurz, funktioniert sein Körper, als hätte er 1 Promille Alkohol im Blut. Damit ist er fahruntauglich. Schlaf hilft, Ist die nächtliche Erholungsphase aber zu kurz, bleiben sie erhalten. Bei Experimenten mit übermüdeten Mäusen führte das dazu, dass sie in neuen Situationen schreckhaft und ängstlich waren, Für Männer droht noch eine weitere Gefahr: Bei ihnen sinken bei längerem Schlafmangel die Testosteronwerte, was einen hat. Wer hat, sollte es mal mit der von US-Mediziner Andrew Weil entwickelten Atemtechnik probieren: Dabei muss man zunächst durch die Nase einatmen und bis vier zählen. Anschliessend muss der Atem angehalten und bis sieben gezählt werden. Um genügend Schlaf zu finden, raten Experten zu Denn der Hauptgrund für Schlafprobleme und -mangel ist oftmals, dass nur wenige Paare die gleichen Schlafenszeit-Routinen oder Schlafgewohnheiten haben. Und das ist öfter der Fall als gedacht, Wenn der Schlaf nachts zu kurz gekommen ist, kann ein helfen. Laut französischen Forschern macht ein Nickerchen selbst ein riesiges Schlafdefizit wett. Wichtig ist aber, dass das Schläfchen 30 Minuten nicht übersteigt.

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Schlafmangel kann auf Dauer krank machen. Ein über die Woche angehäuftes Schlafdefizit muss einer Studie zufolge keine gesundheitlichen Nachteile haben – sofern man die Bilanz am Wochenende wieder ausgleicht. Werde die fehlende Nachtruhe an freien Tagen nachgeholt, gehe Schlafmangel langfristig nicht mit einem erhöhten Sterberisiko einher, berichtet ein internationales Team von Schlafforschern im «Journal of Sleep Research».

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«Wenn man am Wochenende nachschläft, muss man nicht jeden Tag auf die gesunden 7 bis 7,5 Stunden kommen, was in der heutigen Zeit auch oft für Arbeitnehmer unrealistisch ist», bestätigt Ingo Fietze, Leiter des Schlafmedizinischen Zentrums an der Berliner Charité, der nicht an der Studie beteiligt war.

Zehntausende Menschen untersucht

Für die Studie werteten die Wissenschaftler um Torbjörn Åkerstedt vom Stockholmer Karolinska Institut die Schlaf- und Lebensgewohnheiten von fast 44'000 Menschen in Schweden aus. Über einen Zeitraum von 13 Jahren verfolgten sie, welche Teilnehmer starben.

Ob sie ihre Schlafgewohnheiten im Laufe dieser Zeit geändert hatten, wurde zwar nicht ermittelt. Allerdings berücksichtigten die Forscher bei ihrer Analyse andere gesundheitliche Einflussfaktoren, darunter etwa Gewicht, Tabak- und Alkoholgebrauch sowie körperliche Aktivität.

Optimal sind sieben Stunden

Als Referenzwert für optimale Schlafdauer nahmen die Forscher sieben Stunden. Die Menschen unter 65 Jahren, die jede Nacht fünf Stunden oder weniger schliefen, hatten im Studienzeitraum im Vergleich zu Menschen mit dieser Schlafdauer ein erhöhtes Sterberisiko. Das war allerdings dann nicht der Fall, wenn die Menschen mit Schlafmangel am Wochenende lange schliefen. Daraus leiten die Forscher ab, dass sich ein Schlafdefizit ohne grosse gesundheitliche Nachteile am Wochenende ausgleichen lässt.

Eine erhöhte Sterberate fanden die Forscher auch bei jenen Probanden unter 65 Jahren, die täglich mehr als neun Stunden schliefen. Bei älteren Menschen stellten die Wissenschaftler kaum Veränderungen beim Sterberisiko fest – unabhängig davon, wie lange diese Teilnehmer an Werktagen und Wochenenden geschlafen hatten.

Der Berliner Experte Fietze glaubt, dass ein Schlafpensum unter sechs Stunden oder über neun Stunden auf Dauer die Lebenserwartung verkürzt und das Risiko für Diabetes und Krebs steigert. Hinzu komme die Wirkung auf die Psyche: «Der Schlaf kürzer als sechs Stunden geht schon nach einer Nacht aufs Gemüt.» Wenn man optimal in den Tag starten wolle, dann sei eine Schlafdauer von etwa sieben Stunden genau richtig, sagt Fietze. Für kommende Belastungen vorschlafen sei aber nicht möglich, betont der Mediziner.

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(jcg/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Verwirrter am 28.05.2018 16:48 Report Diesen Beitrag melden

    Stimmt das wirklich?

    Vor ein paar Jahren wurde noch exakt das Gegenteil behauptet. Ich weiss nicht mehr, was ich glauben soll...

    einklappen einklappen
  • Ueli am 28.05.2018 16:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Arbeit

    Super, dann können die Arbeitgeber die Leute weiter ohne schlechtes Gewissen wie Zitronen auspressen.

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  • studie am 28.05.2018 16:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    tiptop

    oh, hab gar nicht vor 90 zu werden. kann ich getrost am WE durchfeiern!

Die neusten Leser-Kommentare

  • A. am 03.06.2018 00:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zu wenig Schlaf

    Wenn ich Frühschicht habe, muss ich um 4:00h aufstehen. Die Nacht davor kann ich einfach nicht schlafen. Obwohl ich noch nie verschlafen habe, habe ich immer Angst, dass genau das passieren wird. Dieser Gedanke ist so fest in meinem Unterbewusstsein verankert, dass ich einfach entweder nicht einschlafen kann, oder immer wieder erwache. Nach 2-3 Tagen, bin ich dann so übermüdet, dass ich mich kaum mehr konzentrieren kann. Wenn ich nur wüsste, wie sich dieses Problem lösen lässt.

  • Trudi Trub am 02.06.2018 19:48 Report Diesen Beitrag melden

    Lieber trinken als schlafen

    Sepp verbringt mehr Stunden pro Tag mit Eidechsli, Pommard, Leffe Blonde und Glenfiddich, denn schlafen. Schlafen kann man ja wenn man tot ist im Friedhof Realp.

  • WaleLi am 01.06.2018 11:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das allerbeste Schlafmittel....

    Genüsslicher Sex ist das schönste, gesündeste und zugleich beste Schlafmittel der Welt

  • Mardith am 01.06.2018 00:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wenn man älter Schläft Rhythmus ist reduziert

    Wenn man älter ist Schlafmangel meisten nur noch 5-6 Stunden. Es Leute hat mit Schlaf Rhythmus Probleme. Wenn Er oder Sie nicht schlafen kann, dann geht Er oder Sie rauchen. Mein Stiefsohn geht sicher Mitte in der Nacht wach weil Er nicht schlafen kann dann tut Er Zigarettenrauch Stimmt geil. Ich bin ganz 100% mein Stiefsohn MAR Rauch Mitte in der Nacht weil Er nicht schlafen kann. MAR STIMMT GEIL Ich selber schlafe immer gut.

    • Sandy am 03.06.2018 00:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Mardith

      Okay, Sie schlafen vielleicht gut, mit dem Schreiben, tun Sie sich aber ein wenig schwer!

    • Komma am 03.06.2018 17:15 Report Diesen Beitrag melden

      @ Sandy

      Ich musste Ihren Text auch mehrfach lesen, bevor ich ihn verstanden habe.

    einklappen einklappen
  • Schlafwandler am 30.05.2018 00:58 Report Diesen Beitrag melden

    Das Licht macht es aus.

    Ich kann mit bestem Willen nicht vor Mitternacht einschlafen weil ich immer im Rotlicht Milieu unterwegs bin.