Ärzte schlagen Alarm

10. November 2017 05:42; Akt: 10.11.2017 07:17 Print

Shisha-Raucher landen oft mit Vergiftungen im Spital

Sie riechen nach Apfel, Kirsche oder Minze und schmecken manchen besser als Zigaretten: Shishas. Doch sie können lebensgefährlich sein.

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Eine gesellige Sache und deutlich leckerer als Zigaretten: Das Rauchen von Shishas ist nach wie vor stark angesagt. Doch der Boom kann schwerwiegende Folgen für die Gesundheit haben, warnen Mediziner des Düsseldorfer Uniklinikums. Sie haben immer häufiger mit durch Shishas verursachten Kohlenmonoxid-Vergiftungen zu tun. Gab es im Jahr 2015 nur einen solchen Fall, waren es im Jahr darauf schon fünf. 2017 mussten bisher fast 40 Wasserpfeifen-Raucher medizinische Hilfe beanspruchen. Kohlenmonoxid ist ein farb-, geruchs- und geschmackloses Gas, das bei unzureichender Sauerstoffzufuhr entsteht. Es ist hochtoxisch und sorgt dafür, dass Sauerstoff im Blut nicht mehr transportiert wird, was im schlimmsten Fall zum Ersticken führt. Die bekanntesten Risikopunkte sind Durchlauferhitzer oder Wandheizgeräte, die Gas unvollständig verbrennen – etwa weil der Brenner verrusst ist. Ein Warnzeichen für das Austreten von Kohlenmonoxid ist dabei die Farbe der Flamme: Sie ist nicht mehr blau, sondern gelb. Auch wer Holzkohlegrills in geschlossenen Räumen aufstellt, riskiert eine Kohlenmonoxid-Vergiftung. Wer hohen Dosen des gefährlichen Gases ausgesetzt war, muss zur Hyperbaren Sauerstofftherapie in die Druckkammer. Dabei wird mittels Überdruck 100 Prozent Sauerstoff verabreicht, um das Gas aus dem roten Blutfarbstoff und lebenswichtigen Organgeweben wie dem Gehirn zu verdrängen. Doch auch sonst sind Shishas nur wenig empfehlenswert: Laut Lungenliga Schweiz sind Wasserpfeifen ... Hinzu kommt, dass durch das Weiterreichen des Mundstücks Krankheiten übertragen werden können – unter anderem Tuberkulose-Erreger, Hepatitis und Lippenherpes. Dass jeder sein eigenes Mundstück einsetzt, verbessert die Situation auch nicht. Laut der Lungenliga wurden die krankheitserregenden Bakterien bereits auch in Schläuchen von Wasserpfeifen nachgewiesen.

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Der feine Duft täuscht: So unschuldig wie Shishas wirken, sind sie nicht, warnen Mediziner der Düsseldorfer Uniklinik. Immer häufiger müssen sie Shisha-Raucher mit schweren Kohlenmonoxid-Vergiftungen (siehe Box) behandeln.

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Hatten sie es im Jahr 2015 mit nur einem solchen Fall zu tun, waren es im Jahr darauf schon fünf. 2017 mussten bisher fast 40 Wasserpfeifen-Raucher medizinische Hilfe beanspruchen, heisst es in einer Mitteilung.

Zunahme auch in der Schweiz

Auch in der Schweiz kennt man die Problematik, wie Aris Exadaktylos, Chefarzt und Klinikdirektor des Universitären Notfallzentrums (UNZ) vom Inselspital in Bern sagt. Und auch hier steigen die Zahlen: Während das UNZ in den letzten fünf Jahren insgesamt rund 50 Shisha-Notfälle verzeichnete, waren es im letzten Jahr allein 18.

«Betroffen sind besonders Nichtraucher und Jugendliche ohne Erfahrung im Wasserpfeife-Rauchen», so Exadaktylos. Aber es treffe auch erfahrene Nikotinkonsumenten.

Trotz des Risikos möchte der Mediziner das Shisha-Rauchen nicht verdammen. Er empfiehlt jedoch, dabei den gesunden Menschenverstand nicht auszuschalten. So sollten die Wasserpfeifen-Fans es ruhig angehen lassen und in Massen konsumieren, sich nicht zusätzlich mit Alkohol oder Drogen berauschen und auf Frischluftzufuhr und Rauchpausen achten. Auch den Tabak oder die Aromen mit anderen Substanzen zu mixen, ist keine gute Idee.

Schnell reagieren

Das Problem beim Shisha-Rauchen: Bei der Verbrennung der Wasserpfeifenkohle entsteht Kohlenmonoxid. Besonders beim schnellen Rauchen ohne Absetzen in geschlossenen Räumen und geringer Luftzufuhr gelangt zu wenig Sauerstoff in den Organismus, schreibt die Düsseldorfer Uniklinik. Bemerkbar mache sich die Vergiftung mit Müdigkeit, Kopfschmerzen, Benommenheit und Übelkeit. Im schlimmsten Fall komme es zur Bewusstlosigkeit.

Wer diese Anzeichen wahrnimmt, sollte sofort alle Fenster öffnen und den Raum verlassen sowie die Feuerwehr verständigen, empfehlen die Experten. Denn «Kohlenmonoxidvergiftungen sind lebensgefährlich», sagt der Düsseldorfer Notfallmediziner Sven Dreyer. Für eine Vergiftung reichten bereits wenige Atemzüge.

Letzte Rettung Druckkammer

Sind die Shisha-Raucher hohen Dosen des giftigen Gases ausgesetzt gewesen, müssen sie zur sogenannten Hyperbaren Sauerstofftherapie (HBO) in die Druckkammer. Dabei wird mittels Überdruck 100 Prozent Sauerstoff verabreicht, um das Kohlenmonoxid aus dem roten Blutfarbstoff und lebenswichtigen Organgeweben wie dem Gehirn zu verdrängen.

Wie lange der Betroffene in die Druckkammer muss, hängt davon ab, wie viel Kohlenmonoxid eingeatmet wurde. Die Behandlung kann zwischen 45 Minuten und über sechs Stunden dauern.

(fee)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Pralinchen am 10.11.2017 06:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tiere sind klüger als Menschen,

    Jedes Tier flieht instinktiv vor Rauch.. nur der Mensch ist so dumm und atmet ihn noch freiwillig ein....

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  • Wasser Pfeife am 10.11.2017 05:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Raucher

    Rauchen ist halt einfach ungesund. Der kalte Rauch der Wasserpfeife sowieso, auch wenn er lecker schmeckt. Aber das weiß doch sicher jeder selber am besten.

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  • mass dampfer am 10.11.2017 06:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    masslos

    upps, shisharauchen in massen wird empfohlen! ich dachte, mit mass wäre gesünder?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • 11 am 11.11.2017 21:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Shisha im Sommer

    was gibt es besseres als im sommer eine shisha auf der terasse zu geniessen?

  • Klaus am 10.11.2017 23:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Propaganda

    Wenn immer vor etwas gewarnt wird, ist es nichts schlechtes, sonst würde ja nicht gewarnt denn schließlich bringen nur kranke Leute den pharma psychos mehr Gewinn die haben kein Interesse an gesunden Leuten.

    • F. M. am 11.11.2017 07:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Klaus

      Sehr kuriose Sicht der Dinge, aber jedem das Seine...

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  • Allyn am 10.11.2017 20:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Shisha-Bars sind problematisch

    Das Hauptproblem liegt an deb Shisha-Bars selber, in Deutschland wurden Messungen durchgeführt und festgestellt wurde das der Co-Wert den gesundheitlichen Grenzwert um das fünffache übersteigen. Ich benutze immer elektrische Kohle und Shiazo Steine anstatt Tabak ist am gesündesten sofern man hochwertige biomolasse verwendet und es entsteht kein Kohlenmonoxid dabei

  • Andreas N. am 10.11.2017 17:09 Report Diesen Beitrag melden

    Rauchen ist Giftkonsum

    Etwas saraksisch muss man doch sagen, dass Rauchen nichts anderes ist als Konsum von puurem Gift. Und dann wundert man sich ab Vergiftungserscheinungen?

  • tiro am 10.11.2017 13:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    trmpl

    Wer auch immer den Titel für diesen Bericht gewählt hat gehört entlassen. Wieso braucht es immer solch populistische Titel? Unter oft im Spital landen versteht man was anderes.