Mundhygiene

05. März 2017 16:37; Akt: 05.03.2017 16:59 Print

So oft sollten Sie Ihre Zahnbürste wechseln

Zweimal am Tag die Zähne putzen, das empfehlen Zahnärzte. Was sie nicht verraten, ist, wie häufig man die Zahnbürste austauschen sollte.

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Für saubere Beisserchen ist regelmässiges Zähneputzen unerlässlich. Doch so richtig sauber wirds im Mund nur, wenn auch die Zahnbürste gepflegt ist. Dafür sollte man sie nach den Einsätzen mit warmem, fliessendem Wasser gründlich spülen. Auf diese Weise werden Zahnpasta-, Speichel- und Speisereste aus den Borsten entfernt. Danach sollte das Schrubbgerät aufrecht – mit dem Bürstenkopf nach oben – aufgestellt werden. So kann die Bürste an der Luft trocknen. Um zu vermeiden, dass Viren von einer Zahnbürste zur anderen übertragen werden, sollten sie so positioniert werden, dass sie sich nicht berühren. Dafür eignen sich spezielle Halter mit Einkerbungen ... ... genauso wie Zahnputzbecher und -gläser. Letzeren sollte man ebenso viel Aufmerksamkeit zukommen lassen wie der Bürste selber. Denn die Tropfen von der nassen Zahnbürste bilden schnell Pfützen, in denen sich Keime vermehren können. Spätestens nach drei Monaten sollten Zahnbürsten erneuert werden, denn die Borsten verlieren mit der Zeit ihre Flexibilität und verformen sich. Ist das der Fall, schaffen sie es nicht mehr, in die kleinen Ecken und Winkel am Zahnfleischrand und in die Zahnzwischenräume vorzudringen. Zudem haben Studien gezeigt, dass die Zahnbürsten nach drei Monaten wesentlich schlechter Plaque entfernen als neue Pendants. Häufiger müssen die Bürsten nur gewechselt werden, wenn man zuvor krank war. Denn sonst sorgen die in den Borsten sitzenden Keime für einen erneuten Ausbruch. Weitere Infos zur Mundhygiene finden Sie in den folgenden Slides. Kreisende Putzbewegungen, wie man sie Kindern zunächst beibringt, sind aus Expertensicht nicht ideal. Spätestens im Teenager-Alter sollte man laut Forschern der Universität Witten/Herdecke (D) zur sogenannten Fegetechnik - dem Wischen von rot nach Weiss - übergehen. Immer wieder wird die Wirksamkeit von Fluoriden bestätigt, trotzdem wird ihnen unterstellt, giftig zu sein. Doch es gilt: Die Dosis macht das Gift. Die Stiftung Warentest hat einmal berechnet, dass ein Kind eine ganze Tube Zahnpasta essen müsste, um Vergiftungserscheinungen zu zeigen. Unsere Zähne helfen dem Gehirn, den Körper im Gleichgewicht zu halten. Deshalb sind Gebissträger wackliger auf den Beinen als Menschen mit eigenen Zähnen, wie Forscher der Universität Basel herausgefunden haben. Es lohnt sich, auf seine Zähne achtzugeben, denn eine Paradontitis (Entzündung des sogenannten Zahnhalteapparats) kann andere entzündliche Erkrankungen hervorrufen. Die Folgen reichen von Arthritis und Diabetes bis hin zu Herzinfarkten. Viele Menschen denken, ihre Mundhygiene sei umso besser, je länger sie ihre Zähne putzen. Doch bereits zwei Minuten reichen laut Forschern der Newcastle University völlig aus. Das Verlängern der Putzdauer vergrössert allenfalls das Risiko, Zahnfleisch und Zahnschmelz zu verletzen. Wer seine Zahnbürste regelmässig wechselt, lebt laut Forscher der Uni Göttingen gesünder, denn abgenutzte Zahnbürsten können zu Zahnfleischproblemen führen. Eine neue Bürste verbessert nicht nur die Vorbeugung dagegen, sondern auch die Plaqueentfernung Die frühesten Zeugnisse der Zahnpflege - Schabespuren an den Zähnen - stammen aus der Zeit der Neandertaler. Etwa 5000 v.Chr. verwendeten die Menschen in Arabien Faserstäbchen - gefächerte Wurzelstücke des Arakbaumes. Die vielleicht älteste Zahnbürste stammt aus dem deutschen Minden (Foto). Sie ist rund 250 Jahre alt. Auch vorbildliche Putzer sollten sich laut Experten regelmässig eine professionelle Zahnreinigung gönnen. So werden Stellen erreicht, an die man selbst nicht hinkommt. Zudem wird dabei auch der Zahnstein entfernt. Praktisch alle Krankheiten, die die Zähne betreffen - Karies, Entzündung des Zahnfleischs und Parodontitis -, werden von Bakterien (Streptococcus mutans) verursacht. Diese gelangen mit der Nahrung in unseren Mund. Dort vermehren sie sich und lagern sich in Form von Zahnbelag ab. Nicht etwa Softdrinks wie Cola sind der ärgste Feind der Zähne, sondern Red Bull & Co., wie Berner Forscher herausgefunden haben. Dies, weil man diese selten in einem Zug austrinkt, sondern schluckweise. Dadurch setzt man seine Zähne womöglich über Stunden Säure aus. Hätte es in der Jungsteinzeit schon Zahnärzte gegeben, sie hätten viel zu tun gehabt, wie das Beispiel Ötzi vermuten lässt. Denn der Gletschermann litt unter fortgeschrittener Parodontitis und Karies. Zudem war einer seiner Frontzähne abgestorben. Zu diesem Schuss kamen Forscher der Universität Zürich. Während Männer bei einem ersten Date vor allem auf Augen, Figur und Po schauen, spielen für Frauen Hände und Geruch eine wichtige Rolle, genauso wie die Zähne. Sie landen laut Elitepartner auf Platz 3 der relevanten Attribute. Seitdem Hip-Hop-Künstler in den 1980er-Jahren erstmals Grills trugen, tauchen sie immer mal wieder auf. Sie werden häufig aus Silber, Gold oder Platin hergestellt und über den Zähnen getragen. Oft sind sie auch mit Diamanten oder Schriftzügen verziert. Je nach Modell können Grills fünfzig bis mehrere Tausend Franken kosten. Einen ganz besonderen Zahn besitzen männliche Narwale: Der linke Schneidezahn des Oberkiefers wächst schraubenförmig durch die Oberlippe und ist bis zu drei Meter lang. Wozu er den Stosszahn hat, ist unklar. Es wird vermutet, dass er damit Temperatur, Druck und Salzgehalt des Wassers feststellen kann, denn in dem Zahn befinden sich besonders viele Nervenenden. Besonders raffiniert sind die Giftzähne von Schlangen, auch Fangzähne genannt, denn sie sind innen hohl. Wenn die Schlange ihr Beutetier mit diesen Zähnen packt, spritzt sie aus einer Giftdrüse das Gift durch den hohlen Zahn in das Tier - wie durch die Nadel einer Spritze.

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Auch wenn wir tun, was der Zahnarzt uns empfiehlt, und zweimal täglich die Beisserchen schrubben: In unserem Mund ist ordentlich was los. Anders ist es nicht zu erklären, dass während eines zehnsekündigen Zungenkusses rund 80 Millionen Mikroorganismen den Besitzer wechseln.

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Ähnlich gross dürfte auch die Übertragung der Mikroorganismen auf die Zahnbürste ausfallen, die ihrerseits ein Nährboden für Keime, Pilze und Bakterien sind, die sich mit der Zeit beträchtlich vermehren. Deshalb ist es wichtig, die Bürste zu pflegen und regelmässig auszuwechseln.

Weit vom WC entfernt platzieren

Zunächst sollte die Bürste nach den Einsätzen mit warmem, fliessendem Wasser gründlich gespült werden, um Zahnpasta-, Speichel- und Speisereste zu entfernen. Danach, empfehlen Hersteller und Mediziner, sollte sie aufrecht – mit dem Bürstenkopf nach oben und möglichst weit entfernt vom WC (siehe Box) – aufgestellt werden. So kann sie an der Luft trocknen.

Um zu vermeiden, dass Erkältungsviren von einer Zahnbürste zur anderen übertragen werden, sollten sie so positioniert werden, dass sie sich nicht berühren. Dafür eignen sich spezielle Halter mit Einkerbungen genauso wie Zahnputzbecher und -gläser. Letzeren sollte man ebenso viel Aufmerksamkeit zukommen lassen wie der Bürste selber. Denn die Tropfen von der nassen Zahnbürste bilden schnell Pfützen, in denen sich Keime vermehren können.

Lieber einmal mehr

Doch egal, wie pfleglich man die Zahnbürste behandelt: Sie muss spätestens nach drei Monaten erneuert werden, denn die Borsten verlieren mit der Zeit ihre Flexibilität und verformen sich. Ist das der Fall, schaffen sie es nicht mehr, in die kleinen Ecken und Winkel am Zahnfleischrand und in die Zahnzwischenräume vorzudringen.

Zudem haben Studien gezeigt, dass die Zahnbürsten nach drei Monaten wesentlich schlechter Plaque entfernen als neue Pendants. Häufiger müssen die Bürsten nur gewechselt werden, wenn man zuvor krank war, denn sonst sorgen die in den Borsten sitzenden Keime für einen erneuten Ausbruch.

(fee)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Macintosh am 05.03.2017 17:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wir sind einfach unbewusst

    Es gibt fast überall Bakterien zum Beispiel Geld, öffentlichen Türen, Im Lift und so weiter. Wir können nie Bakterienfrei sein.

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  • Herrcool.es am 05.03.2017 17:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Da muss sich was ändern

    Zwar stelle ich die Zahnbürste mit dem Kopf nach oben ins Glas, aber nach dem Gebrauch reinige ich sie mit der WC-Spülumg

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  • Abwaschmaschinenman am 05.03.2017 17:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Abwaschmaschine

    Wenn man zwischendurch das Gefühl hat, die Zahnbürste sei unsauber kan man sie auch problemlos in die Abwaschmaschine tun und danach ist sie wie neu.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Päuli Bäueli am 06.03.2017 15:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die lieben Zähne

    Also ich bin ja ein grosser Fan von unserem Künstler im Himmel, aber eine natürlich, dritte Zahnreihe wäre wohl der noch bessere Plan gewesen und zu aller Zufriedenheit, am Besten sogar noch Selbstreinigende! Hihi..

  • Emanuel am 06.03.2017 14:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Einweg

    Am Besten verwendet man die Bürsten nur einmal. Es gibt gute und günstige Zahnbürsten überall schon ab 2 Franken das Stück. Also kein Grund, auf Hygiene zu verzichten.

    • sunbro am 06.03.2017 15:26 Report Diesen Beitrag melden

      pffftttt :D

      ...super Hygiene...vorallem für die Umwelt ;) und 2 franken das stück sind übrigens ziemlich viel für nur EINE Zahnbürste ;)

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  • Herr Bünzliger am 06.03.2017 12:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Klarstellung

    Ich möchte meinen Beitrag noch präzisieren. Ich wechsle im Oktober auf die Winterzahnbürste, die hat längere Borsten. An Ostern wechsle auch auf eine mehrfach gebrauchte Winterzahnbürste, die hat deswegen kürzere Borsten. Ich möchte nicht, dass ich falsch verstanden werde.

  • Fragender am 06.03.2017 10:21 Report Diesen Beitrag melden

    Da liest man

    ständig was neues. Vor kurzem las ich, man soll die Zähne 5 Minuten putzen, hier wieder dies sei nicht gut? Was nun?

  • Hermann am 06.03.2017 09:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gebissreinigungstabketten

    Eine Halbe Tablette in warmes Wasser auflösen und die Zahnbürste über Nacht reinstellen. Das wirkt wunder.

    • asdf am 06.03.2017 13:01 Report Diesen Beitrag melden

      guter Tipp

      Guter Tipp, den man auch für alles andere brauchen kann. früher legte ich meine Zahnspanne so ein, zu meiner Shisha-Zeit habe ich dann die Wasserpfeife oft mit einer Tablette eingelegt, jetzt ebenfalls ab und zu für die Zahnbürste :)

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