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Weniger Herzinfarkte
12. Januar 2012 22:29; Akt: 13.01.2012 13:24 Print
Stent-Technologie für Zellwachstum
von Fee Riebeling - Verengte Blutgefässe lassen sich mithilfe sogenannter Stents wieder aufdehnen. Doch die gängigen Gefässstützen haben Nebenwirkungen. Eine Schweizer Entwicklung könnte Abhilfe schaffen.

Verengte Blutgefässe lassen sich mithilfe sogenannter Stents wieder aufdehnen. (Bild: colourbox.com)
Wenn Blutgefässe verengt sind, kann das Blut nicht mehr richtig fliessen. Thrombosen, Herzinfarkte oder Schlaganfälle können die Folge sein. Um das Problem zu beheben, implantieren Kardiologen sogenannte Stents – kleine, röhrenförmige Gittergerüste, welche die betroffenen Stellen wieder öffnen und dauerhaft offen halten sollen.
Ziel ist, dass die Gefässstützen im Laufe der Zeit von einer möglichst dünnen Zellschicht überwachsen und so Teil der Arterie werden. Denn ein freiliegender Stent ist ein Fremdkörper und kann sogar lebensgefährliche Thrombosen hervorrufen.
Derzeit sind vor allem zwei Arten von Gefässstützen im Einsatz. Unproblematisch ist keine: Blanke Metall-Stents können eine Überreaktion beim Zellwachstum auslösen. Geschieht dies, wuchern die Zellen ins Innere des Gefässes und verengen die künstlich geweitete Stelle erneut. Um dem entgegenzuwirken, werden heute auch mit Medikamenten beladene Metall-Stents eingesetzt. Die Substanzen sollen das Zellwachstum drosseln. Das tun sie – aber: Die Implantate wachsen langsamer, schlechter und teilweise sogar nur unvollständig ein.
Abhilfe schaffen könnten künftig die Stents aus den Labors des ETH-Spin-offs Qvanteq: «Statt herkömmliche Metall-Stents mit Medikamenten zu beschichten, wirken wir direkt auf die Oberfläche ein», sagt CEO Arik Zucker. Dies in einem physikalisch-chemischen Prozess, bei dem die atomare Struktur des Basis-Materials verändert wird. Tierstudien haben bereits gezeigt, dass der Ansatz funktioniert – ohne die nachteiligen Effekte der herkömmlichen Stents. Bis die neuartigen Gefässstützen in der Praxis zum Einsatz kommen, dauert es noch. Denn in einem nächsten Schritt gilt es, die Wirksamkeit am Menschen nachzuweisen.


























