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25. November 2010 13:28; Akt: 25.11.2010 14:25 Print

Virtuelle Tauschbörse für Muttermilch

Auf «Eats on Feets» helfen sich Mütter gegenseitig mit natürlicher Säuglingsnahrung aus. Die digitale Muttermilch-Börse zählt weltweit bereits 98 lokale Gruppen.

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Zuviel Muttermilch? Eine Mutter in der Nachbarschaft freut sich vielleicht über eine Spende.
(Bild: Colourbox)

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Im vergangenen Monat kam Emma Kwasnica, eine der bei «Hey Facebook, breastfeeding is not obscene!» aktiven Mütter eine Idee: Warum eine virtuelle Facebook-Gruppe nicht auch als Austausch-Plattform für frühkindliche Ernährung nutzen? Schliesslich produziert nicht jede Frau genug Muttermilch, um ihren Säugling vollumfänglich damit zu ernähren. Andere Mütter aus der Nachbarschaft könnten mit ihren «Milch-Überschüssen» aushelfen.

Ein Geben und Nehmen

Um diesem Bedürfnis nachkommen zu können, gründete die Kanadierin «Eats on Feets». Schon jetzt findet auf der digitalen Muttermilch-Börse ein reger Austausch zwischen nachfragenden und anbietenden Müttern statt. Gerade in Mesa (US-Bundesstaat Arizona) im Gratis-Angebot: «gefrorene Muttermilch einer Asiatin», deren Ernährung grösstenteils «auf Fisch und Gemüse» basieren soll.

100 Franken für eine Tagesration

Aus «Eats on Feets» entstanden innerhalb weniger Wochen 98 lokale Facebook-Gruppen in 22 Ländern weltweit, wie das US-Magazin «Time.com» berichtet.
Eine erstaunliche Entwicklung, nicht zuletzt weil der Konsum fremder Muttermilch immer noch stigmatisiert wird. Viele Mütter fürchten die Übertragung von Krankheiten, deshalb wird die Milch in sogenannten Muttermilchbanken einer Laboranalyse unterzogen beziehungsweise pasteurisiert – also stark erhitzt. Eine teure Angelegenheit: eine Tagesration Muttermilch kann in den USA umgerechnet bis zu 100 Franken kosten.

Muttermilch: Gut fürs Immunsystem

Für die Gesundheit ihrer Kinder ist vielen Müttern kein Weg zu weit und fast kein Preis zu hoch, um Muttermilch zu bekommen. Sie wissen um die für das Kind wichtigen Inhaltsstoffe: Gestillte Kinder verfügen über eine bessere Immunabwehr, sind also widerstandsfähiger gegen Krankheitserreger und leiden seltener an Allergien.

(rre)