Abnehmen

16. Januar 2012 14:13; Akt: 16.01.2012 14:24 Print

Von roten Tellern isst man wenigerVon roten Tellern isst man weniger

Wer auf Diät ist, sieht meist rot. Tatsächlich könnte das helfen - zumindest wenn das Geschirr die passende Farbe hat, wie eine aktuelle Studie zeigt.

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Aus einer 250 Gramm Tüte Schokolinsen verdrückt ein Sofasurfer während eines Videoabends im Schnitt 71 Stück. Aus einer 500-Gramm-Tüte werden 137 Stück gefuttert – das sind 264 Kalorien mehr. Also: Hände weg von XXL-Packungen Bei einfarbigen Gummibärchen werden während eines Kinoabends im Schnitt zwölf Stück verzehrt. Bei gemischtfarbigen Bärchen (wie im Handel üblich) 23 Stück. Es ist also besser, sich eine Tüte mit einfarbigen Bärchen zu besorgen. Interessant: Schmeckt der Wein besonders gut, bleiben die Gäste länger im Restaurant sitzen. Problem: In dieser Zeit essen sie elf Prozent mehr. Also besser nicht den Lieblingswein bestellen. (Bild: Keystone) Werden abgenagte Knochen sofort weggeräumt, sieht man nicht, wie viel schon gegessen wurde. Dadurch wird unbewusst 28 Prozent mehr gegessen. Deshalb: Gräten und Knochen am besten immer auf dem Rand des Tellers belassen. Nur jeder dritte Mensch ist Frust-Esser, bei den meisten hebt gute Laune den Appetit. Die Folge: Bei einer Komödie wird bis zu 29 Prozent mehr Popcorn gegessen als bei einem ernsten Film. (Bild: Keystone) Bei einem kleinen Burger (300 Kalorien) schätzen wir die Kalorienzahl im Schnitt um zehn Prozent zu niedrig ein. Bei einem Riesenburger (900 Kalorien) verschätzten wir uns um 40 Prozent. Farbige Wände und glänzende Oberflächen lassen uns schnell essen. In vielen Fast-Food-Lokalen bleibt der Gast deshalb nur elf Minuten. Das Sättigungsgefühl setzt erst nach 20 Minuten ein. Daher: Besser die bunten Junkfood-Tempel meiden. 120 Gramm Kartoffeln wirken auf einem großen Teller (30 cm) zu wenig. Folge: Es wird Nachschlag aufgeladen. Ein kleiner Teller wirkt mit der gleichen Menge gut gefüllt und verführt nicht so schnell, noch mehr aufzubiegen. Schon nach fünf Minuten weiss jeder dritte Restaurantgast nicht mehr, wie viel Brot er neben seinen Unterhaltungen gegessen hat. Zwölf Prozent bestreiten sogar, überhaupt Brot gegessen zu haben. Besser: Hände weg vom Brot. (Bild: Keystone) In US-Gefängnissen nahmen die Insassen in sechs Monaten 20 bis 25 Pfund zu. Bis sich herausstellte: Durch ihre weiten Overalls merkten sie nicht, wie sie zunahmen. Köperbetonte Kleidung wirkt selbsterziehend. (Bild: Keystone)

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Die Farbe Rot könnte beim Abnehmen helfen. Das haben Forscher der Universität Basel herausgefunden. In ihrer Studie assen Menschen viel weniger Snacks, wenn diese auf einem roten Teller präsentiert wurden, als wenn der Teller blau oder weiss war.

Die Forscher um Oliver Genschow vom Institut für Psychologie der Uni Basel vermuten, dass Rot als eine Art subtiles Stoppsignal wirkt. Nicht umsonst benutzen wir es oft, um eine Gefahr oder ein Verbot anzuzeigen - zum Beispiel mit dem Rotlicht an der Ampel oder in einem Stoppschild.

Mit zwei Experimenten untersuchten die Psychologen, ob Rot über das Unterbewusstsein auch unser Ess- und Trinkverhalten steuern könnte. In der ersten Studie baten sie 41 männliche Studenten, verschiedene Süssgetränke zu probieren. Die Hälfte der Probanden erhielt die Getränke in rot etikettierten Plastikbechern, bei den anderen waren die Becher blau markiert.

Viel weniger getrunken

Wie die Wissenschaftler im Fachblatt «Appetite» berichten, tranken die Studenten mit den roten Bechern rund 40 Prozent weniger als jene mit den blauen Bechern. Das lag nicht etwa daran, dass sie zuvor länger nichts getrunken hatten: Alle Probanden hatten vor dem Experiment so viel Wasser getrunken, bis sie nicht mehr durstig waren.

Die Farbe hatte auch keinen Effekt darauf, wie gut die Getränke den Probanden schmeckten. Rot scheine vielmehr als direktes Signal auf das Verhalten zu wirken, schreiben Genschow und seine Kollegen. Die Farbe wirke wie ein Stoppsignal, das eventuell den Konsum von ungesunden Süssgetränken eindämmen könne.

Im zweiten Experiment untersuchten die Forscher, ob sich ähnliche Resultate auch beim Knabbern von Snacks erzielen lassen. Dazu baten sie 109 Menschen, einen Fragebogen auszufüllen. Jeder Proband erhielt einen Teller mit zehn Bretzeln darauf, von dem er sich nach Belieben bedienen durfte. Der Teller war entweder rot, blau oder weiss.

Hilfe bei Diäten?

Wiederum zeigte sich, dass die Farbe Rot zur Zurückhaltung zu mahnen scheint: Probanden, denen die Bretzel auf einem roten Teller serviert worden waren, assen nur etwas mehr als halb so viel wie Probanden mit blauen und weissen Tellern. Wieder hatte die Farbe keinen Einfluss darauf, wie gut die Snacks den Probanden schmeckten.

Für die Forscher sind die Experimente ein erster Schritt um zu verstehen, wie Farben den Lebensmittelkonsum auf subtile Art und Weise beeinflussen können. Weitere Studien seien nötig, um herauszufinden, ob eine solche Strategie zum Beispiel bei Diäten helfen könnte.

(oku/sda)