Hyperhidrose

24. Juni 2008 14:30; Akt: 08.07.2008 12:10 Print

Was tun gegen übermässiges Schwitzen?

von Runa Reinecke - Sobald es heiss wird, rinnt er in Strömen: Der Schweiss. Der oft als unangenehm emfundene, natürlich Vorgang des Schwitzens ist für uns überlebenswichtig. Doch wann ist es zuviel des Guten?

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Trinken Sie über den Tag hindurch Salbei-Tee (nicht heiss, sondern lauwarm trinken). Die Anti-Transpirant-Wirkung der Pflanze ist wissenschaftlich erwiesen. Weg mit den Achselhaaren! Neben der kosmetischen, hat das Rasieren unter den Armen auch eine andere Funktion: Geruchsbildende Bakterien können sich so nicht mehr festsetzen. Wer viel schwitzt, verliert umso mehr Flüssigkeit: Trinken Sie regelmässig viel Wasser in kleinen Schlucken. Verzichten Sie dabei auf heisse oder eiskalte Getränke - beide bringen den Temperaturausgleich des Körpers durcheinander. Probieren Sie Folgendes: Ein Gemisch aus einem Viertel Liter Wasser und einem Viertel Liter Apfelessig, zwei bis drei Mal die Woche auf die gereinigte Haut auftragen. Nach kurzer Einwirkzeit mit lauwarmem Wasser abspülen. Verbannen Sie Kleider aus synthetischen Stoffen aus Ihrem Kleiderschrank. Tragen Sie stattdessen Naturfasern wie Leinen, Baumwolle oder Viskose. Verzichten Sie auf Kaffee! Er wirkt aufs Nervensystem und kurbelt die Schweissbildung an. Wer regelmässig zum «Lungentorpedo» greift, darf sich über durchgeschwitzte Kleidung nicht wundern: Das in Zigaretten enthaltene Nikotin wirkt sich ungünstig auf die Schweissbildung aus. Essen Sie nicht zu scharf: Chili, Pfeffer und andere feurige Gewürze treiben Ihnen nur noch mehr Schweiss auf die Stirn. Regelmässige Fussbäder sind nicht nur wohltuend: Wechsel-Fussbäder fördern die Durchblutung und helfen so gegen Schweissfüsse. Einmal in der Woche sollten Sie sich ein Bad mit natürlichen Gerbstoffen (Apotheke) gönnen! Das hilft besonders bei Menschen, die am ganzen Körper stark schwitzen. Wer oft und in gleichmässigen Abständen sauniert, gewöhnt den Organismus an hohe Temperaturen. So werden die Poren im Alltag «schweissresistenter».

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So ein Schweiss! Die Schweiz stöhnt und transpiriert bei hochsommerlichen Temperaturen. Ein natürlicher Vorgang unsers Körpers, denn die rund vier Millionen Schweissdrüsen sorgen für den Wärmeausgleich und schützen uns so vor dem Hitze-Kollaps. Körperflüssigkeit wird über die Poren auf die Haut transportiert. Dort verdunstet sie und sorgt so für Abkühlung.

Doch nicht bei jedem funktioniert diese natürliche Klimaanlage in Massen: Bei Menschen, die unter übermässiger Schweissbildung leiden, ist dieser Ausgleich gestört. Der Schweiss rinnt unaufhaltsam.

Bei der sogenannten Hyperhidrose (übermässiges Schwitzen) werden zwei Formen unterschieden: Die lokale und die generalisierte Form. Bei einer lokalen Hyperhidrose sondern nur einzelne Körperstellen übermässig Schweiss ab. Zu den am häufigsten betroffenen Regionen gehören die Hände, die Achselhöhlen oder die Füsse.

Unter der generalisierten Form der Hyperhidrose leiden Betroffene, die an grösseren Körperstellen oder sogar am ganzen Körper unnatürlich stark schwitzen.

Wer unter vermehrter Schweissbildung leidet, sollte abklären lassen, ob tatsächlich eine Hyperhidrose vorliegt. Von einer krankhaften Form des Schwitzens spricht man, wenn laut «schwitzen-hyperhidrose.de» innerhalb von fünf Minuten mehr als 100 ml Flüssigkeit unter der Achselhöhle gebildet werden.

Je nach Schweregrad der Hyperhidrose kann Aluminiumchlorid - besonders bei Achselnässe - das Mittel der Wahl sein. Aluminiumchlorid ist in vielen herkömmlichen Deosprays, -Sticks, und
-Rollern enthalten. In der Apotheke sind spezielle Antitranspirantien erhältlich, die bei stärkeren Ausprägungen der Erkrankung angezeigt sind.

Auf jeden Fall ist es bei übermässigem Schwitzen sinnvoll, sich von einem Dermatologen untersuchen und beraten zu lassen. Je nach betroffenen Körperregionen und Ausmass des Schwitzens kann der Arzt wirksame Massnahmen zur Linderung der Hyperhidrose einleiten.

Schweiss lass nach: Vielleicht helfen Ihnen die Tipps in unserer Bildstrecke, (oben) die Hitzewelle einigermassen trocken zu überstehen.