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Klimatag
11. April 2011 14:46; Akt: 11.04.2011 16:39 Print
Wenn der Vegi mit dem Metzger
von Runa Reinecke - «Donnerstag ist Vegitag», eine dem Klima zuträgliche Idee, die den fleischliebenden Schweizer kaum erwärmt. Andernorts wird sie sogar von Metzgern unterstützt.
Die freundliche Verkäuferin an der Theke der Metzgerei hatte etwas für Kinder übrig. Beim Einkaufen mit dem Mami gab es immer ein Wurscht-Rädli direkt auf die Hand. Ein dünn geschnittenes Scheibchen Lyoner, das mit dem «Lachgsichtli».
Zumindest am Donnerstag kommt das Rotkäppli unbeschadet davon.
«Donnerstag ist Veggietag»
Weder fade noch langweilig: die beiden Autorinnen Miki Duerinck und Krisitn Leybaert beweisen mit ihrem Kochbuch, dass vegetarische Küche durchaus kreativ und fein sein kann.
Erschienen im Südwest Verlag, Pappband, 176 Seiten, CHF 22,90
Heute sind die Kinder von damals erwachsen und einigen von ihnen ist das «Lachgsichtli» längst wurst. In eine Metzgerei verirren sich die, die dem Fleisch abgeschworen haben, nur selten. Zu einem dieser seltenen Momente kommt es, wenn zum Grillfest Besuch von einem Karnivoren dräut, dem partout kein Tofu-Cervelat zuzumuten ist. Schliesslich isst er täglich Fleisch, das braucht er, ohne gehts für ihn halt nicht. Genau genommen muss es ein ganzes Kilo davon pro Woche sein - das zumindest belegen die Zahlen, die Proviande in der letzten Woche verkündete. Der Branchenorganisation zufolge wurden im vergangenen Jahr in der Schweiz rund
Klima-Stadt Gent: Mit gutem Beispiel voran
Die Chancen, einen eingefleischten Abnehmer tierischer Schlachtprodukte zum Vegetarier zu machen, sind angesichts dieses Trends nicht besser als die eines angebundenen Hundes in einer Metzgerei. Vegetarier-Argumente, die Massentierhaltung sei ein Mitverursacher des Klimawandels, oder der Hinweis auf erbärmliche Haltungsbedingungen von Schlachtvieh in vielen Ländern bleiben ungehört.
Weil Vegetarier um die ihnen oft anhaftende Bekehrungsaura wissen, geben sie sich längst mit kleinen Erfolgen zufrieden. Diese kleinen Erfolge sind es, von denen die Initianten des «Donderdag Veggiedag» («Donnerstag ist Vegitag») der belgischen Stadt Gent angetrieben wurden. Einen von sieben Tagen fleischlos gestalten – diese Idee wollte die Bewegung EVA (Ethisch-Vegetarische Alternative) den Gentern schmackhaft machen.
Da sich die Bewohner der belgischen Stadt ohnehin gegenüber Nachhaltigkeit aufgeschlossen zeigen – Gent ist EU-Klimastadt, stiess der Vorschlag auch im Ratskollegium auf Anklang: Mit einem grossen Fest zelebrierte Gent am 13. Mai 2009 den ersten offiziellen Vegitag. Seitdem wurden in der
CO2 für 3,7 Milliarden Kilometer eingespart
Ob ein fleischloser Tag auch in der Schweiz eine gute oder nicht mehr als eine fixe Idee ist, wollten Redaktoren des SF-Wissensmagazins «Einstein» herausfinden. Sie beauftragten die ETH-Agronomin Franziska Stössel mit der Berechnung, wie viel des klimaschädlichen Treibhausgases eingespart werden könnte, wenn alle Bewohner der Schweiz an einem Tag in der Woche auf Fleisch verzichten würden. Stössel errechnete, dass diese Einsparungen in etwa
Das Klima-Argument überzeugt – weltweit schliessen sich Städte der Genter Idee eines fleischlosen Tages an. Auch die Schweiz ist mit dabei, bislang allerdings mit bescheidenem Erfolg: «Die Schweizer Städte sind sehr zurückhaltend, wenn es um die vegetarische Ernährung geht», bestätigt Renato Pichler von der Schweizerischen Vereinigung für Vegetarismus (SVV). Ohne die Unterstützung wenigstens einer grösseren Stadt und den direkten Einfluss der Hochschulen ist es seiner Meinung nach kaum zu schaffen, den Vegitag einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.
Über mehr Unterstützung dürfen sich die Initianten des Vegi-Donnerstags in Deutschland freuen. Während in der Schweiz – so eine Schätzung – rund ein bis zwei Prozent der Bevölkerung vegetarisch leben, sind es bei unseren nördlichen Nachbarn rund acht Prozent, wie Silke Bott, Kampagnenleiterin des nationalen Vegitags Deutschland weiss. Von sechs deutschen Städten, von denen Bremen den Anfang machte, wird der wöchentlich wiederkehrende Aktionstag bereits unterstützt.
Mehr Vegimenüs zur Auswahl
Erreicht wurde das dank Durchhaltevermögen und viel Fingerspitzengefühl: «Mit Zwang erreicht man nichts. Es geht uns vielmehr darum, Restaurant- oder Kantinen-Chefs davon zu überzeugen, an einem Tag in der Woche, zwei statt nur ein Vegi-Menü anzubieten», sagt Bott. Auch die Reihenfolge, in der die Menüs auf Tafeln oder auf Speisekarten angepriesen werden, kann der Kampagnen-Chefin zufolge dazu beitragen, dass die Wahl eher auf das fleischlose Gericht fällt. Bott erklärt stolz, dass sogar eine Imbiss-Bude in Wiesbaden mitmacht: «Donnerstags bietet man dort neben der herkömmlichen auch eine vegetarische Bratwurst an.»
Grundsätzlich zeigen die Initianten des deutschen Klima-Veggie-Tags keine Berührungsängste: Im beschaulichen Deggendorf will sich jetzt sogar die Metzgerei-Innung für den fleischlosen Tag starkmachen. Jeden Donnerstag sollen in den örtlichen Metzgereien neben Fleischkäse, Wienerli und Schnitzel schon bald vegetarische Burger angeboten werden.
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Alle 132 Kommentare





























Veggiday :)
Ich bin seit 2 Jahren Veggi und das fällt mir überhaubt nicht schwer. Ich kann nicht verstehen, dass manche Menschen keinen einzigen Tag ohne Fleisch auskommen!
geschmak
ich ess jeden tag fleisch weil ich es gern habe, das ist grund genug.
Veggitag:)
Ich finde die idee eigentlich gar nicht so schlecht!es wird ja wohl kaum jemanden umbringen einmal kein Fleisch zu essen!