Demenz-Schutz

18. März 2018 13:21; Akt: 18.03.2018 13:21 Print

Wer den Körper trainiert, trimmt auch das Gehirn

Frauen, die sich regelmässig bewegen, halten nicht nur ihren Körper fit, sondern auch ihr Gehirn auf Trab. Sogar vor Demenz kann dies schützen.

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Sport bringt nicht nur dem Körper, sondern auch dem Gehirn was. Denn laut schwedischen Forschern schützt regelmässige Bewegung Frauen vor Demenz. Von den 1462 in der Studie untersuchten Frauen erhielten 44 die Diagnose Demenz. Von den als «sehr fit» eingestuften Frauen betraf es 5 Prozent, von den als «fit» geltenden 25 Prozent und von als «unsportlich» bezeichneten sogar 45 Prozent. (Im Bild: Alzheimer-Patientin im Film «Still Alice – Mein Leben ohne Gestern», 2014) Hörder und ihre Kollegen werten diese Erkenntnisse als Zeichen dafür, wie wichtig Sport auch für das Gehirn ist. Ihr Fazit: Wenn das Herz-Kreislauf-System in den mittleren Jahren gut in Schuss ist, könnte das langfristig vor Demenz schützen. Doch auch der regelmässige Saunabesuch scheint der neurodegenerativen Erkrankung Einhalt zu gebieten. Laut finnischen Forschern stärkt Saunieren nicht nur Immun- und Herz-Kreislauf-System, sondern Die Forscher hatten rund 2300 männliche Saunagänger in drei Gruppen aufgeteilt. Die Teilnehmer der ersten Gruppe gingen einmal, die der zweiten zwei- bis dreimal und die der dritten vier- bis siebenmal pro Woche in die Sauna. Der Vergleich zeigte: Je öfter die Männer schwitzten, desto geringer war ihr Risiko, jemals an Demenz zu erkranken. So hatten die Teilnehmer, die der dritten Gruppe zugeordnet waren, gegenüber den Probanden aus Gruppe eins ein um 66 Prozent niedrigeres Risiko. Die Forscher vermuten, dass dies am Herz-Kreislauf-System liegt. So wirke sich ein niedriger Blutdruck beispielsweise positiv auf das Gehirn aus. Vorstellbar ist aber auch, dass regelmässige Saunagänger andere, für das Gehirn positive Verhaltensweisen an den Tag legen. Welche Mechanismen tatsächlich eine Rolle für die Gehirngesundheit spielen, müssen weitere Untersuchungen zeigen.

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In einem gesunden Körper wohnt ein gesunder Geist (lat. «Mens sana in corpore sano»). An dem vom römischen Dichter Juvenal vor fast 2000 Jahren geäusserten Spruch ist tatsächlich etwas dran, wie eine im Fachjournal «Neurology» veröffentlichte Studie zeigt.

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Laut dieser kann regelmässige Bewegung – zumindest bei Frauen – das Demenzrisiko deutlich reduzieren oder das Einsetzen der neurodegenerativen Erkrankung verzögern.

Mehr als 40 Jahre Forschung

Für die Langzeitstudie hat das Team um Helena Hörder von der Universität Göteborg seit dem Jahr 1968 rund 1500 Frauen begleitet. Die Teilnehmerinnen waren zu Beginn zwischen 38 und 60 Jahre alt und nach Einschätzung der Wissenschaftler entweder sehr fit, fit oder unsportlich.

Bis zum Jahr 2009 wurden die Frauen immer wieder untersucht. Im Fokus standen dabei jeweils ihre Fitness sowie neurologische Aspekte.

Je sportlicher, desto fitter im Kopf

Das Ergebnis: Von den total 1462 Probandinnen erkrankten im Studienzeitraum 44 an Demenz (siehe Box), wobei offenbar die körperliche Konstitution eine Rolle spielte.

So waren von den als «sehr fit» eingestuften Frauen nur 5 Prozent von dem neurodegenerativen Leiden betroffen. In der Gruppe der als «fit» geltenden Frauen waren es bereits 25 Prozent, bei den als «unsportlich» bezeichneten sogar 45 Prozent.

Weiter zeigte sich, dass regelmässige Bewegung den geistigen Abbau verzögert. Bei den fitten Teilnehmerinnen trat die Demenz im Schnitt zehn Jahre später auf als bei den weniger sportlichen Damen.

Unterschiedliche Ansichten

Hörder und ihre Kollegen werten diese Erkenntnisse als Zeichen dafür, wie wichtig Sport auch für das Gehirn ist. Ihr Fazit: Wenn das Herz-Kreislauf-System in den mittleren Jahren gut in Schuss ist, könnte dies langfristig vor Demenz schützen.

Keith Fargo, Forschungsdirektor der Alzheimer's Association in Chicago, ist davon nicht ganz so überzeugt: «Es handelt sich hierbei um eine Assoziationsstudie, die Korrelationen aufdeckt, aber nicht unbedingt etwas über die Kausalität sagt», zitiert ihn CNN. Aber er könne sich gut vorstellen, dass das Gehirn von einem gesunden Herz-Kreislauf-System profitiere. Schliesslich sei das Gehirn von vielen Blutgefässen durchzogen.


(fee)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Pit am 18.03.2018 14:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Halte dich Fit, trainiere mit Pit

    Geistige Frische hatte schon immer mit Fitness zu tun. Wetten, dass Fitness im Freien oder einem stickigen Studio nochmals einen Unterschied ausmachen.

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  • Xung u fit am 19.03.2018 01:47 Report Diesen Beitrag melden

    Gesundheits- statt Krankenkassen

    Das heisst die pharmaindusrie verliert ihre kunschaft wenn wir fitter sind... dsss die krankenkassen gelder besser in gesunheits und bewegungsfördernde msssnahmen investiert wären als in teure medikamente.

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  • wurks am 19.03.2018 19:06 Report Diesen Beitrag melden

    Stillsitzen in der Schule

    Zitat: "Weiter zeigte sich, dass regelmässige Bewegung den geistigen Abbau verzögert". Das ist richtig! Die Hauptaufgabe des Gehirns war ursprünglich die Planung und Durchführung von Bewegungen. Ein probates Mittel gegen Demenz ist: Tanzen! Sehr wahrscheinlich ist dies auch der Grund, warum Schulkinder vom frühen Kindesalter an zum Stillsitzen angehalten werden. Der Staat kann intelligente, mündige Bürger nicht brauchen. Gefragt sind willige Arbeiter und Konsumenten, die nicht zuviel nachhirnen (können).

Die neusten Leser-Kommentare

  • Misery am 19.03.2018 23:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Rollatorennen

    Habe Rollato mit Handyhalterung :-) schaue regelmässig Sport

  • Machichnichtmit am 19.03.2018 19:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kranker Trend

    Unsere Gesellschaft definiert sich nur noch über Sport, Kilos und Muskeln. Umgeben von Menschen mit perfekten Bodys, die sonst kein Selbstbewusstsein haben.Dieser Trend macht mich krank. Ich dachte lange dass mit mir etwas nicht stimmt weil ich kein Sport und Fitnesscenter mag. Jetzt pfeiff ich drauf, ich mache das nicht mit und es geht mir gut! Ich gehe viel lieber tanzen!!!

  • Rhone Strand am 19.03.2018 19:10 Report Diesen Beitrag melden

    Modeerscheinung

    Habe andere Hobbys als Sport zu treiben. Würden die Leute sich mehr auf der Arbeit einsetzen, dann brauchte es weniger Fitness Studios und sie hätten auch einen bessern Schlaf.

    • Atlanticosand am 19.03.2018 22:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Rhone Strand

      klar , so können Sie beim Fettzuwachs zuhören wie die Haut reisst . Sport bleibt für gesundheitsbewusste weiterhin Pflicht. ( man weiss das eben )

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  • wurks am 19.03.2018 19:06 Report Diesen Beitrag melden

    Stillsitzen in der Schule

    Zitat: "Weiter zeigte sich, dass regelmässige Bewegung den geistigen Abbau verzögert". Das ist richtig! Die Hauptaufgabe des Gehirns war ursprünglich die Planung und Durchführung von Bewegungen. Ein probates Mittel gegen Demenz ist: Tanzen! Sehr wahrscheinlich ist dies auch der Grund, warum Schulkinder vom frühen Kindesalter an zum Stillsitzen angehalten werden. Der Staat kann intelligente, mündige Bürger nicht brauchen. Gefragt sind willige Arbeiter und Konsumenten, die nicht zuviel nachhirnen (können).

  • A.Studer am 19.03.2018 14:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nicht nur Sport

    Nicht nur Sport hilft nicht an Demenz zu erkranken. Intensiv Musik machen, Kreuzworträtsel lösen, einfach das Hirn nicht ruhen lassen ist die beste Medizin. Etwas Vergesslich werden wir alle im Alter.