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Rollstuhl-Ski
12. Januar 2012 07:32; Akt: 17.01.2012 12:26 Print
Zwei kleine Bretter, die die Welt bedeuten
von Runa Reinecke - Rollstuhl-Fahrer werden im Winter in ihrer Mobilität eingeschränkt: Die Vorderräder versinken im Schnee. Patrick Mayer kennt das Problem aus eigener Erfahrung – und fand eine Lösung.
Manchmal sind es schreckliche Ereignisse, schmerzliche Wendepunkte im Leben, die später neue, bislang ungeahnte Perspektiven eröffnen. Patrick Mayer erlebt einen solchen Einschnitt vor zwölf Jahren: Der hoffnungsvolle Profi-Snowboarder, der im Engadin die Maturklasse eines Sportinternats besucht, stürzt zu Beginn seiner Karriere während eines Boarder-Cross-Rennens, erleidet eine inkomplette Querschnittlähmung. Trotz seiner schweren Verletzung meistert er die Matur – im Spitalbett liegend.
Patrick Mayer mit seinen Wheel Blades, die sich in wenigen Sekunden an und abschnallen lassen.
«Diese Zeit war wirklich furchtbar», erinnert sich der gebürtige Deutsche, der seit 1996 in der Schweiz lebt, im Gespräch mit 20 Minuten Online, «doch die Welt, die geht nicht unter. Nach einem Unfall ist das Leben nicht zu Ende, es ergeben sich immer neue Wege.»
Schnee behindert Menschen mit Handicap
Ein Wegbereiter ist für den sportlichen 33-Jährigen zweifellos die Kreativität. Bereits während des ersten Winters, den Mayer im Rollstuhl verbringt, ärgert er sich über die Materie, in der er sich doch eigentlich pudelwohl fühlt: den Schnee. Immer wieder versinken die Vorderräder des Vehikels in der weissen Masse – an ein Vorwärtskommen ist nicht zu denken. Und plötzlich ist sie da, die geniale Idee: Kleine Kufen, die sich ohne grossen Aufwand an die Vorderräder des Rollstuhls montieren lassen, damit man nicht mehr im Schnee stecken bleibt, das wäre die Lösung.
Vor vier Jahren hält der ehemalige Snowboarder, der heute Monoski fährt, seine Vorstellung von funktionstüchtigen Rollstuhl-Skiern auf einem Blatt Papier fest. Er beginnt zu tüfteln und bekommt Unterstützung vom Institut für Produktdesign, Entwicklung und Konstruktion IPEK in Rapperswil. «Den Prototypen teste ich jetzt den zweiten Winter», sagt Mayer, der mit seiner Frau in Arosa lebt. Dort findet er hervorragende Testbedingungen vor (siehe Video).
Finanzierung mittels Crowdfunding
Die Produktion in Serie ist teuer, deshalb hofft er, das Projekt mittels Crowdfunding finanzieren zu können (hier gehts zur Website). Wie viel man spenden will, bleibt jedem selbst überlassen. Als kleines Dankeschön darf sich jeder Spender gratis Landschafts-Panorama-Fotos herunterladen, die Patrick Mayer auf seiner Website zur Verfügung stellt. Denn der Sportler und Tüftler ist auch ein talentierter Fotograf.
Bereits ab Oktober 2012 sollen die sogenannten Wheel Blades, die übrigens auch für Kinderwagen einsetzbar sind, zu einem Preis von 224 Franken erhältlich sein. Zwei kleine Bretter, die für viele Menschen mit Handicap im Winter die Welt bedeuten.
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Alle 21 Kommentare





























Finanzierungsidee
Vorbestellungen könnten bei der Finanzierung ebenfalls helfen...
SUPER MEGA GEIL
BRAVO! Super Erfindung... Hoffe das Projekt hat Viel Erfolg, würde es jemandem wie Patrick Mayer von Herzen gönnen.
Warum Spenden?
Möchte der Herr einfach keine Beteiligung am Verkauf der Dinger abgeben? Warum soll man Spenden damit er einen Finanziellen Erfolg ohne Verpflichtungen hat? Gibt glaub genug Zubehörhersteller die Stark an einer Beteiligung interessiert sind. Aber lieber um Geld betteln und später nichts abgeben müssen.
leider
Wo du Recht hast, hast du leider Recht.