Hindenburg-Katastrophe

06. Mai 2017 20:25; Akt: 06.05.2017 20:25 Print

«Das Schrecklichste, was ich jemals gesehen habe»

Vor 80 Jahren endete die Luftschiff-Ära abrupt mit dem Absturz der Hindenburg. Eine legendäre Radioaufnahme macht das Grauen heute noch fassbar.

Die legendäre Radio-Reportage der Hindenburg-Katastrophe. (Video: Tamedia).
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Am 6. Mai 1937 explodierte der Zeppelin Hindenburg kurz vor der Landung in den USA. 36 Menschen starben. Es war weder das erste noch das schwerste Unglück der Luftschifffahrt, trotzdem hat es sich in das kollektive Gedächtnis eingebrannt. Verantwortlich dafür ist neben zahlreichen Fotos und Filmaufnahmen besonders die emotionale Radioreportage von Herbert Morrison.

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Morrison hatte vom Chicagoer Sender WLS den Auftrag erhalten, über die Ankunft der Hindenburg in Lakehurst im US-Bundesstaat New Jersey am Abend des 6. Mai 1937 zu berichten. Das Luftschiff hatte schon mehr als 60 Fahrten hinter sich, doch dann schossen plötzlich Flammen aus dem Heck.

«Das ist so furchtbar!»

«Es brennt! Es brennt und es stürzt ab!», schrie Radioreporter Morrison ins Mikrofon. Innerhalb von Sekunden ging das gewaltige Luftschiff komplett in Flammen auf, und Morrison wurde vor dem Mikrofon von seinen Gefühlen überwältigt.

«Das ist so furchtbar, die schlimmste Katastrophe der Welt», schluchzte er. «Oh, the humanity (Oh, Menschheit).» Vollkommen aufgelöst unterbrach er schliesslich seine Ausführungen mit den Worten: «Hören sie, meine Damen und Herren: Ich – ich muss jetzt für ein paar Minuten aufhören, weil ich meine Stimme verloren habe. Das ist das Schrecklichste, was ich jemals gesehen habe.»

Als er sich gesammelt hatte, fuhr er mit seiner Reportage noch weitere 37 Minuten fort. Er berichtete professionell und präzise von den einsetzenden Rettungsarbeiten. Doch es sind jene ersten Momente des Schreckens, die Morrison zur Legende werden liessen.

Zeitversetzte Ausstrahlung

Die bewegenden Worte Morrisons wurden vor Ort in eine runde Lackfolie geschnitten, ein übliches Aufnahmeverfahren in der Zeit vor dem Tonband. Diese Lackfolien wurden dann per Flugzeug zurück nach Chicago geflogen, wo die Aufnahmen später in der Nacht erstmals gesendet wurden. Am nächsten Tag wurden sie über NBC Radio in ganz Amerika ausgestrahlt.

Obwohl es also keine Livesendung war, hatte Morrisons Reportage einen Live-Charakter und wurde spätestens dann unsterblich, als sie Jahre später über Filmmaterial der Wochenschau gelegt wurde. Das verstärkte den Eindruck, dass es sich um ein Direktübertragung im Fernsehen gehandelt habe (siehe Video).

Hindenburg

(jcg)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Leser am 06.05.2017 21:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Meine Augen

    Einmal mehr grauenhaft diese riesigen Schriftzüge, die alles verdecken. Und das bei Material, dass Tamedia nicht gehört. Beschämend.

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  • Thor am 06.05.2017 20:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    läuft aktuell

    Der Film von 2012 läuft jetzt auf VOX

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  • Graf Zeppelin am 06.05.2017 21:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Luftschiff

    Eine Fahrt mit einem Zeppelin wäre sicher mal ein Erlebnis. leider ist das für normalverdiener viel zu teuer.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Andreas Gasser am 07.05.2017 18:30 Report Diesen Beitrag melden

    Und wieder ein grauenhaftes Video

    Sehr schlecht gemacht. Riesige Lettern zerstören das Bild, hinterlegte Musik macht die eigentliche Botschaft - den Radiokommentar - komplett unverständlich. Wenn ich Videos sehen will, gehe ich auf youtube.

  • zeit genosse am 07.05.2017 13:47 Report Diesen Beitrag melden

    nur mal so

    zeppeline faszinieren mich seit ich vor 35 jahren im museum in friedrichshafen war, eine tolle sache war auch der cargolifter leider ist die firma pleite gegangen.

  • Flugfan am 07.05.2017 10:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Luftzigarre

    Bin schon mit allem möglichen geflogen: Flugzeuge, Helis, Ballons... aber der Flug mit dem Zeppelin ist mit nichts davon zu vergleichen. Es ist eine wunderbare Mixtur aus Gleiten, Schweben und doch ziemlich raschem vorwärts kommen. Wenn ich mir jetzt noch vorstelle, damit bis zu einem anderen Kontinent zu fliegen statt "nur" die zwei Stunden, die ich geniessen durfte, kommt schon etwas Wehmut auf, dass so eine Art zu Reisen nicht mehr existiert.

  • CptMcROFLcopter am 07.05.2017 08:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Alles Gute...

    ...zum 80-jährigen Jubiläum.

  • Patrick Tschan am 07.05.2017 08:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Traurig

    Aber dank diesem Unfall haben die Spezialisten bestimmt viel gelernt!!