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Fackel der Freiheit
28. Oktober 2011 10:24; Akt: 28.10.2011 11:04 Print
«Lady Liberty» feiert Geburtstag
Die Freiheitsstatue in New York ist eines der Wahrzeichen der Millionenstadt und symbolisiert den «American Dream» – seit nunmehr 125 Jahren.
Für Millionen von Einwanderern verkörperte die Dame aus Kupfer die Hoffnung auf ein besseres Leben, viele Menschen auf der ganzen Welt sehen in ihr ein Symbol für Freiheit und Demokratie. Seit dem 28. Oktober 1886 thront die Freiheitsstatue auf Liberty Island über der Einfahrt zum Hafen von New York.
Bildstrecken Teure FreiheitsstatueFreiheitsstatue im Film Infografik Die Freiheitsstatue
Am 28. Oktober 2011 feiert «Lady Liberty» ihren 125. Geburtstag – und muss am Tag darauf für ein Jahr schliessen. Das Innere des Denkmals, das die Franzosen den USA einst zum einhundertsten Jahrestag ihrer Unabhängigkeitserklärung schenkten, bedarf einer Generalüberholung.
«Gebt mir Eure müden, Eure armen, Eure kauernden Massen, die sich danach sehnen, frei zu atmen», heisst es in dem Gedicht, das die US-Poetin Emma Lazarus der Freiheitsstatue widmete und das einige Jahre nach der Einweihung auf einer Bronzeplatte am Sandsteinsockel des Monuments angebracht wurde.
In den Zeilen spiegelt sich das Selbstverständnis der USA als Sehnsuchtsort für Menschen aus aller Welt. Mehr als zwölf Millionen europäische Einwanderer warteten zwischen 1892 und 1924 im Schatten von «Lady Liberty» auf der benachbarten Insel Ellis Island auf ihre Einreise in die USA.
Infografik: Die Freiheitsstatue
Nur zögerlich Spenden für Sockel
Die Idee der Freiheitsstatue als Zeichen der Freundschaft zwischen beiden Ländern geht auf den französischen Politiker Édouard de Laboulaye zurück, der den Bildhauer Frédéric-Auguste Bartholdi für das Projekt begeistern konnte. Bei der Konstruktion stand Bartholdi der Ingenieur Gustave Eiffel, der auch den Pariser Eiffelturm baute, zur Seite. Mit öffentlichen Abgaben und Benefizveranstaltungen finanzierten die Franzosen die Baukosten.
Die US-Bürger waren zunächst nicht sonderlich enthusiastisch. Dies lag vor allem daran, dass die USA für den Sockel der Statue selbst zahlen sollten – und die Spendenbereitschaft längst nicht so gross war wie die der Franzosen. Vor allem dank des Engagements des New Yorker Medienmoguls Joseph Pulitzer kam die benötigte Summe doch noch zustande.
Im Jahr 1884 wurde das monumentale Denkmal in Frankreich fertiggestellt, in Einzelteilen in die USA verschifft und dort wieder aufgebaut. Die 46 Meter hohe Darstellung der römischen Freiheitsgöttin Libertas reckt den rechten Arm mit einer vergoldeten Fackel in die Höhe und hält in der linken Hand eine Tafel mit dem Datum der Unabhängigkeitserklärung der USA.
Seit 1984 Weltkulturerbe
«Lady Liberty» sei nicht nur eine Statue, sagte Frankreichs Staatschef Nicolas Sarkozy, als er bei einem New-York-Besuch Ende September den Geburtstag vorfeierte. «Es ist eine Idee, nicht nur für Amerikaner und Franzosen, sondern für alle Menschen der Welt.»
Die UNESCO erklärte die Freiheitsstatue 1984 zum Weltkulturerbe. Zwei Jahre später wurde das Denkmal nach einer grundlegenden Renovierung zur Hundertjahrfeier wiedereröffnet.
Nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 schränkten scharfe Sicherheitsvorkehrungen den Zugang zum Symbol der Freiheit ein: Liberty Island blieb mehrere Monate gesperrt, das Innere des Sockels bis zum August 2004 geschlossen. Die Aussichtsplattform in der Krone der Statue öffnete sogar erst wieder im Juli 2009, allerdings dürfen täglich nur 240 Besucher nach oben steigen.
Einweihungsfeier nachstellen
Zum 125-jährigen Geburtstag will der für die Verwaltung des Denkmals zuständige National Park Service die Einweihungsfeier vom 28. Oktober 1886 nach eigenen Angaben so weit wie möglich nachstellen. Geplant sind eine Schiffsparade und Salutschüsse ebenso wie eine Einbürgerungszeremonie, in der neue Staatsbürger ihren Eid auf die Verfassung leisten.
Zugleich wird «Lady Liberty» aber auch fit gemacht für das 21. Jahrhundert: Fünf Webcams sollen online gehen, mit denen Menschen weltweit den Ausblick auf den New Yorker Hafen geniessen können.
Ab dem 29. Oktober 2011 bleibt diese Aussicht Touristen vorerst verwehrt. Zwar bleibt Liberty Island weiter geöffnet, im Inneren der Statue sollen aber ein neuer Lift eingebaut und das Treppenhaus vergrössert werden. Die rund 27 Millionen Dollar teuren Bauarbeiten sollen ein Jahr in Anspruch nehmen.
(sda)




























