Krebserregend

24. August 2017 15:31; Akt: 24.08.2017 15:31 Print

In Pompeji war auch das Wasser tödlich

Wer während des Vesuv-Ausbruchs noch in Pompeji war, starb. Doch auch sonst dürfte es um die Gesundheit der Pompejaner schlecht bestellt gewesen sein.

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Noch immer versuchen Forscher mittels Computertomografie, an Steinmumien die letzten Geheimnisse aus den Bewohnern Pompejis herauszufinden, die beim Ausbruch des Vesuvs verschüttet worden waren. Dabei konzentrieren sie sich auf die Geschehnisse rund um den 24. August 79 nach Christus, als der nahe Berg Lava, Feuer und Steine spuckte.

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Anders das Team um Kaare Lund Rasmussen von der Universität von Süd-Dänemark, das sich die Wasserrohre der Stadt genauer angesehen hat.

Gift im Rohr

Die Chemiker stellten dabei fest, dass die historischen Rohre nicht nur mit Blei, sondern auch mit Antimon verseucht waren. Das Element ist ein wichtiger Technologie-Rohstoff, gilt aber als so giftig wie Blei und Arsen und soll krebserregend sein.

Schon kleine Dosen können zu akuten Schäden an Organen wie Leber und Nieren führen, in jedem Fall lösen sie starken Durchfall und Erbrechen aus. Bereits 200 bis 1200 Milligramm des Halbmetalls gelten als tödlich.

Sie litten auch so

Die in Pompeji nachgewiesene «Konzentrationen waren definitiv hoch genug, um für die alten Römer zu Problemen zu führen», zitiert die Hochschule Rasmussen. «Ihr Wasser war eindeutig gesundheitsschädlich.»

Wie das Team in den «Toxicology Letters» schreibt, seien damals offenbar nicht nur die Rohre mit dem giftigen Antimon versetzt gewesen, sondern auch das in Stadt und Umgebung geförderte Grundwasser. Schliesslich käme das Element häufig in der Nähe von Vulkanen vor.

(fee)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • M.G. am 24.08.2017 15:59 Report Diesen Beitrag melden

    Sagenhafte Ingenieursleistung

    Vor den römischen Ingenieuren welche die Leitungsführung austrassierten kann man nur den Hut ziehen. Die alten Römer mochten mineralhaltiges Wasser. Deshalb erschlossen sie für das röm. Köln Quellen in der Eifel. Auf der direkten Linie kreuzt das Erfttal. Also führten sie am südlichen Talhang die stetig fallende Leitung soweit talaufwärts bis sie mit einem kleinen und daher preiswerten Aquädukt den Fluss überqueren konnten. Am nördlichen Hang ging es dann wieder retour. Diese Streckenführung ist so optimal das in der Neuzeit Bundestrasse und Eisenbahn exakt der gleichen Linienführung folgen.

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  • Zinni am 24.08.2017 16:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Antimon

    PET-flaschen usw. sonden mit der zeit auch antimon ab. Und auch acetaldehyt.

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  • Chemiefritze am 24.08.2017 16:53 Report Diesen Beitrag melden

    war zu erwarten

    na also wenn man weiss, dass zb auf der vulkaninsel nisyros das wasser ebensolche stoffe drin hat, warum sollte es dann in pompej nicht auchso gewesen sein? eigentlich kein neues wissen.... nur eine bestätigung für etwas, was rund um vulkane auf der ganzen welt normal ist und nicht erst seit gestern

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Die neusten Leser-Kommentare

  • mrfiveduck am 25.08.2017 14:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wasser heute

    Heute wird das Wasser von Nestlé, Danone und Coca Cola weltweit zusammengeklauft und der Bevölkerung gestohlen. Darum kommen Produkte dieser Unternehmen nicht mehr in unseren Haushalt.

    • Claude am 25.08.2017 16:05 Report Diesen Beitrag melden

      @mrfiveduck

      Dir wird gar nichts gestohlen. Auf deinem eigenen Land kannst du so viel Wasser hochpumpen wie du willst, niemand nimmt es dir weg.

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  • Housi am 25.08.2017 10:54 Report Diesen Beitrag melden

    Brauch- & Trinkwasser waren getrennt

    Das Wasser aus den Leitungen wurde nur zum Baden waschen und Zierbrunnen verwendet. Als Trinkwasser und zum Kochen wurde Regenwasser in Zisternen von den Dächern gesammelt. Jedes Haus in Pimpei hatte so eine Zisterne.

    • Thomas am 25.08.2017 15:25 Report Diesen Beitrag melden

      Brauch- & Trinkwasser waren getrennt

      Pimpei gibt dem Ort eine neue Bedeutung, aber das war natürlich nur ein Verschrieb...ich musste trotzdem schmunzeln.

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  • Nico am 24.08.2017 18:56 Report Diesen Beitrag melden

    Na so was?

    Herrlich gesagt, was interessiert das den Leuten ob sie durch Trinkwasser oder Kriege starben. Den noch so Studierten gebe ich den Tipp, sie sollten für die Zukunft forschen z.Bp. wie man in Zukunft sauberes Wasser erhalten kann.

    • Kurzsichtig? am 24.08.2017 19:15 Report Diesen Beitrag melden

      Argh!

      Lieber Nico. Ohne den Blick zurück auf gemachte Fehler kann in Zukunft der ehemals begangene Fehler nur wiederholt werden und es gibt keinen Fortschritt. Ich weiss nicht, wie Du lernst, aber ich kann mich daran erinnern, als ich mir das erste mal die Finger an einer Kerze (ja, ein Klassiker) verbrannte. Habe das nie mehr vergessen, und passe auch in Zukunft mit dem Feuer auf. So lernt man, durch den kritischen Blick zurück.

    • Intressierte am 25.08.2017 08:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Nico

      Es gibt Menschen, die Interessiert Geschichte! Auch Neuigkeiten! Wen dies stört, soll es doch einfach nicht lesen und schon gar nicht mit solch "doofen" Kommentaren niedermachen.

    • Pedro am 25.08.2017 10:22 Report Diesen Beitrag melden

      Schlaumeier?

      Auch die Zukunft kann sich nur an in der Vergangenheit gemachtem Wissen orientieren. Wissen fällt nicht einfach so vom Himmel.

    • mrfiveduck am 25.08.2017 14:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Nico

      Sauberes Wasser gibs es zuhauf, und Multies wie Néstle, Danone uns Coca Cola sind gerade daran weltweit alle Quellen zu klaufen. Das die lokale Bevölkerung darum kein sauberes Trinkwasser mehr hat oder Pure Life teuer kaufen muss, interessiert wieder mal niemanden. Für mich gilt darum: kein Nestlé und Konsorte kaufen.

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  • D. Rucker am 24.08.2017 18:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Antimon

    Johannes Gensfleisch, alias Gutenberg hat den Buchdruck mit beweglichen Lettern (Buchstaben) erfunden und gilt als Erfinder des 20. Jahrhunderts. Die Legierung des Schriftmetalles bestand und besteht heute noch aus Blei, Antimon und Zinn. Wie habe ich dies als gelernter Buchdrucker 46 Jahre lang bloss überlebt?

    • Eleonora am 24.08.2017 19:38 Report Diesen Beitrag melden

      Auch Schriftsetzer

      D. Rucker - alles Schriftsetzer haben davon etwas abbekommen. Auch mein Vater. Das sah man angeblich an den hellen Ringen um die Iris der Augen. Auch das Blei war keineswegs harmlos.

    • Wolf am 24.08.2017 19:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @D. Rucker

      Wahrscheinlich habt ihr vergessen euer Trinkwasser durch einen Tank, gefüllt mit Drucklettern, laufen zu lassen...

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  • Römer am 24.08.2017 18:44 Report Diesen Beitrag melden

    Nun ja...

    verständlich das sich 2000 Jahre später und nach dem verheerenden Ausbruch eine bedenkliche Konzentration vorfindet.