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Hitlers Arsenal
07. April 2012 20:34; Akt: 09.04.2012 20:18 Print
Die Wunderwaffen der Nazis
von Daniel Huber - Der Sci-Fi-Streifen «Iron Sky» baut auf dem Mythos einer angeblichen Nazi-Wunderwaffe auf, der «Reichsflugscheibe». Tatsächlich entwickelten die Deutschen eine ganze Reihe von innovativen Waffensystemen.
Im Frühjahr 1945 lag Europa in Trümmern. Unangefochten beherrschten die Alliierten den Luftraum über den zerbombten Städten des «Dritten Reichs». Mit aberwitzigen Märchen log die Nazi-Propaganda gegen die zunehmende Kriegsmüdigkeit der Deutschen an: Streng geheime «Wunderwaffen», so tönten Goebbels und seine Helfer, sollten die Wende und dann den «Endsieg» bringen.
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Tatsächlich hatten deutsche Ingenieure schon seit Jahren an zum Teil sehr innovativen Waffensystemen gearbeitet, die nun in der Endphase des Krieges zur Einsatzreife gelangten. Daneben tüftelten die Entwickler aber auch an Projekten herum, die von Anfang an zum Scheitern verurteilt waren oder aus Mangel an Ressourcen nie über das Planungsstadium hinausgelangten (siehe Bildstrecke oben).
Die «Vergeltungswaffen»
Zu den vergleichsweise erfolgreichsten und bekanntesten dieser Projekte zählen die «Vergeltungswaffen» V1 und die V2. Die V1 war eine Flugbombe, die ab Juni 1944 von Abschussrampen, später auch von Flugzeugen aus abgefeuert wurde. Ihre Wirksamkeit blieb indes beschränkt, da sie wenig zielgenau und relativ langsam war; zahlreiche V1 wurden abgeschossen. Das Konzept des Marschflugkörpers hatte gleichwohl Zukunft – es erfuhr später mit den Cruise Missiles eine Renaissance.
Videos: V1 (2 Teile)
(Quelle: Youtube/OGrice)
Im Gegensatz zur V1 gab es gegen die V2 keine Abwehrmöglichkeiten: Die zunächst «Aggregat 4» benannte Flüssigkeitsrakete schlug lautlos und ohne Vorwarnung ein. Vom September 1944 bis zum März 1945 wurden über 3000 der Raketen auf Ziele in England, Belgien und Frankreich abgefeuert. Nach dem Krieg bildete die A4 eine wichtige Grundlage der amerikanischen wie der sowjetischen Raketentechnik.
Video: V2
(Quelle: Youtube/HistoMephistix)
Hitlers «Blitzbomber»
Im Sommer 1944 griff erstmals ein Flugzeug in die Luftkämpfe über Europa ein, das allen alliierten Jägern weit überlegen war: die Messerschmitt Me 262, das erste in Serie gebaute Flugzeug mit Strahltriebwerken. Die zweistrahlige Maschine, die nach dem Krieg die Entwicklung von Kampfjets massgeblich beeinflusste, war neben der Horten H IX wohl das fortschrittlichste Flugzeug des gesamten Krieges. Da der Abfangjäger aber auf Geheiss Hitlers vornehmlich als Jagdbomber («Blitzbomber») eingesetzt werden musste, konnte er seine überragenden Eigenschaften kaum ausspielen.
Video: Me 262
(Quelle: Youtube/IFA1976)
Dieser Fehlentscheid war umso unverständlicher, als die Luftwaffe bereits über einen geeigneten Bomber verfügte: Die Arado Ar 234 war der erste strahlgetriebene Bomber der Welt. Die Flugleistungen dieser Maschine, die bereits mit einem Schleudersitz ausgerüstet war, machten sie fast allen alliierten Flugzeugen überlegen.
Video: Arado Ar 234
(Quelle: Youtube/spottydog4477)
Lesen Sie am Ostermontag-Abend im 2. Teil: «Von Hitlers ‹Kraft-Ei› zur ‹Reichsflugscheibe›»

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