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Sklaverei-Relikt
19. März 2010 09:59; Akt: 19.03.2010 11:01 Print
Fidels Albtraum nimmt Kurs auf Kuba
von Jim Kuhnhenn, AP - Es ist das Symbol amerikanisch-kubanischer Verbundenheit. Die Rekonstruktion des Sklavenschiffs Amistad ankert bald in Havanna - mit der kubanischen und amerikanischen Flagge gehisst. Geht das gut?

Die Amistad mit der Flagge von Sierra Leone und USA. (Bild: Keystone/AP)
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Moderne Sklaverei
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Die Afroamerikaner in den USA
Für Fidel Castro dürfte es ein Albtraum sein: Eine US-Flagge weht stolz im Wind, und das im Hafen der kubanischen Hauptstadt. Sind die Vereinigten Staaten doch seit mehr als einem halben Jahrhundert der Erzfeind des sozialistischen Kubas. Das US-Embargo belastet die kubanische Wirtschaft schwer. Und doch wird bald ein Schiff des grossen reichen Nachbarn in den Hafen von Havanna einlaufen.
Die Amistad.(Bild: Keystone/AP)
An dem einen Mast wird dann das Sternenbanner prangen, am anderen die Fahne Kubas - brüderlich vereint. Möglich macht dies eine Initiative rund um den Nachbau des berühmten Sklavenschiffs «La Amistad» - der spanische Name bedeutet «Die Freundschaft».
Am kommenden Donnerstag (25. März) soll der Grosssegler als offizieller Botschafter des Staates Connecticut in Havanna einlaufen. US-Abgeordnete haben sich dafür eingesetzt, eine Ausnahmegenehmigung für die Fahrt in den Karibikstaat zu bekommen.
Möglich ist die Reise nur, weil das Schiff auch aus Sicht der Kubaner nicht für die Macht und Vorherrschaft Amerikas steht, sondern für die Abschaffung der Sklaverei und die Gleichberechtigung aller Menschen. Der zweimastige Schoner steht zum einen für den Makel der Sklaverei in der Geschichte beider Staaten, aber auch für die kulturelle Verbundenheit in einer ansonsten eher traurigen Vergangenheit.
«Wir sind uns durchaus all der Probleme bewusst, die es momentan zwischen Kuba und den USA gibt», sagt Gregory Belanger von der gemeinnützigen Organisation Amistad America, der das Schiff gehört. «Die Aktion gibt uns aber auch die Möglichkeit, die gegenwärtigen Probleme zu überwinden.
Erinnerung an den Sklavenaufstand von 1839
Die «La Amistad» soll im Hafen von Havanna an den Jahrestag des Verbots des Sklavenhandels erinnern, das 1807 das britische Parlament beschloss. Vor allem aber steht die «Amistad» für einen erfolgreichen Sklavenaufstand im Jahr 1839 - der unter dem Namen des Schiffes 1997 von Steven Spielberg verfilmt wurde.
Sie ist ein Nachbau des gleichnamigen Schiffes, das damals in Havanna Richtung USA startete, in die Hand rebellierender afrikanischer Sklaven fiel und danach wochenlang im Zickzackkurs durch die Karibik und den Atlantik fuhr. Vor der Küste von Long Island brachte die US-Kriegsmarine den Schoner schliesslich auf.
In einem spektakulären Verfahren, das als «Amistad-Urteil» in die Geschichte einging, stellte der Oberste Gerichtshof der USA fest, dass die Männer zu recht rebelliert hatten: Sie seien keine Ware und hätten ein Recht auf persönliche Freiheit. Sie durften in ihre afrikanische Heimat zurückkehren.
Zwar ankerten auch früher schon vereinzelt US-Schiffe im Hafen von Havanna - etwa Schulschiffe, auf denen junge Leute ein Semester auf See verbringen. Auch landwirtschaftliche Güter und Medikamente wurden auf Grundlage von Ausnahmeregelungen bisweilen geliefert. Doch kein Schiff war annähernd so prominent wie die «Amistad».
Fahrt der «Amistad» als Hommage an rebellierende Sklaven
Der kubanische Ethnologe und Schriftsteller Miguel Barnet, ein Experte für die afrikanische Diaspora, hält die Fahrt der neuen «Amistad» für äusserst wichtig. Der Schrecken der Sklaverei habe schliesslich eine starke Verbundenheit hinterlassen, nicht nur zwischen den USA und Kuba, sondern auch zwischen der Karibik und Afrika. «Deshalb ist die Fahrt eine Hommage an die Männer und Frauen, die uns etwas so Kostbares hinerlassen haben.»
Auf der neuen «Amistad» werden Schulkinder über die Geschichte der Sklaverei und der Bürgerrechte aufgeklärt. Das Schiff überquerte den Atlantik, es arbeitet mit einem Programm der UNESCO zusammen, das an die Sklavenrouten erinnert. Mit dem Aufenthalt des US-Schiffs in Havanna könnte es trotz aller politischen Probleme seinem Namen - «Freundschaft» - gerecht werden.

























