Sensationeller Fund

13. Juni 2012 11:23; Akt: 13.06.2012 13:04 Print

Fast 200 Jahre eine Kugel in der Brust

Kurz vor dem Jahrestag der Schlacht von Waterloo sind Forscher auf das Skelett eines Soldaten gestossen. Seine Identifizierung dauert noch an, die Todesursache ist hingegen geklärt.

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Zehntausende französische, britische und preussische Soldaten starben 1815 in der Schlacht von Waterloo, welche die endgültige Niederlage Napoleon Bonapartes und den Untergang des Ersten Französischen Kaiserreichs besiegelte. Kurz bevor sich das epochale Ereignis am 18. Juni zum 197. Mal jährt, haben Archäologen auf dem Schlachtfeld im heutigen Belgien einen sensationellen Fund gemacht: Ein nahezu perfekt erhaltenes Skelett eines britischen Soldaten inklusive persönlicher Gegenstände, die dabei helfen könnten, den Gefallenen zu identifizieren.

Neben einem Regimentslöffel, einem Abzeichen aus Leder und einigen Münzen gruben die Archäologen auch ein Stück Holz mit den Initialen CB aus, das möglicherweise von seinem Gewehrkolben stammt. Der spektakulärste Fund ist aber die Kugel einer Muskete, die den Soldaten vermutlich das Leben kostete: Sie befand sich noch immer in seinem Brustkorb (siehe Bildstrecke oben). «Man kann ihn fast sterben sehen», sagte der Forscher Dominique Bosquet am Dienstag.

Entdeckt wurden die sterblichen Überreste bei Bauarbeiten für einen neuen Parkplatz. Obwohl der Schädel vom Bagger zerdrückt wurde, handelt es sich um eines der am besten erhaltenen Skelette aus jener Zeit. «Das ist ein sehr bedeutender Fund», sagte Yves Van Der Cruysen, Kurator der Gedenkstätte Waterloo, gegenüber dem «Daily Mail». Seit über hundert Jahren seien keine derart gut erhaltenen Überreste eines Soldaten jener Schlacht gefunden worden.

(kri/sda)