Weltraum-Legende

25. August 2012 21:55; Akt: 27.08.2012 19:10 Print

Neil Armstrongs letztes Interview

Neil Armstrong ist im Alter von 82 Jahren verstorben. In einem seltenen TV-Interview hat der erste Mensch auf dem Mond letzten Mai erzählt, wie knapp die Landung an einer Katastrophe vorbeischrammte.

Dass Neil Armstrong ein TV-Interview gab, schaffte es sogar in die australischen Nachrichten. Das ganze vierteilige Interview können sie hier sehen. (Quelle: YouTube/ten)

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Es ist so etwas wie der Heilige Gral für Journalisten auf der ganzen Welt: Ein Fernsehinterview mit Neil Armstrong, dem ersten Menschen auf dem Mond, führen zu dürfen. Nur einer Handvoll Menschen war diese Ehre in den vierzig Jahren seit der Mondlandung vergönnt. Während Edwin «Buzz» Aldrin, der berühmteste «Zweite» des letzten Jahrhunderts, das Rampenlicht suchte und oft und gerne Auskunft über die erste Mondlandung von 1969 gab, zog sich Armstrong fast vollständig zurück.

Doch nun ist ausgerechnet einem Buchhalter gelungen, was den meisten Reportern seit Jahrzehnten versagt blieb. Alex Malley, CEO der australischen Wirtschaftsprüfungs-Gesellschaft CPA, konnte den früheren Astronauten für ein einstündiges Interview vor laufenden Kameras gewinnen. Wieso ein Buchhalter? Nun, Armstrongs Vater war staatlicher Rechnungsprüfer und Malley schien dem früheren Astronauten wohl deshalb vertrauenswürdig zu sein.

50 Prozent Erfolgschancen

Im Gespräch gab der 82-Jährige, der bei öffentlichen Auftritten stets nervös wirkt, frei von der Leber Auskunft über seine aussergewöhnliche Leistung. So liess er den Schreckensmoment Revue passieren, als der Autopilot der Mondlandefähre «Eagle» zu erkennen gab, dass er die Mondfähre auf ein wahres Minenfeld von Abhängen und Felsen zusteuerte. «Diese Hänge waren steil, die Felsen riesig – gross wie Autos», erklärte er gegenüber Malley. «Das war sicherlich kein Ort, wo ich landen wollte, also übernahm ich vom Computer und schaltete auf manuelle Steuerung. Wie in einem Helikopter, Richtung Westen, versuchte ich einen ebeneren, flacheren Landeort zu finden.»

«Mir ging der Treibstoff aus», erzählt Armstrong weiter. «Ich hatte für weniger als zwei Minuten Treibstoff.» Während der frühere Testpilot weiter nach einer geeigneten Stelle für eine Landung suchte, ertönte die 30-Sekunden-Warnung. «Ich musste dort ziemlich schnell runter auf den Boden, bevor der Tank leer war.» Die Welt hielt damals den Atem an, bevor Armstrongs erlösende Worte kamen: «Hier ist die Tranquility-Base, der ‹Eagle› ist gelandet.» Dieser Satz ist Armstrong übrigens wichtiger als sein berühmter Ausspruch «Das ist ein kleiner Schritt für einen Menschen, aber ein grosser Sprung für die Menschheit.» Armstrong hat seine Rolle als Legende immer heruntergespielt.

Dass die Mondlandung überhaupt gelingen würde, wurde von den Experten damals keineswegs als sicher betrachtet. «Ich denke, wir hatten eine 90-prozentige Chance, wieder sicher zur Erde zu gelangen, aber nur eine 50-50 Chance, beim ersten Versuch eine Landung hinzubekommen. Es gab so viele Unbekannte, wie man von der Mondumlaufbahn auf dessen Oberfläche gelangt. Das konnte zuvor nicht in Tests erprobt werden. Es gab eine grosse Wahrscheinlichkeit, dass da etwas sein würde, das wir nicht richtig verstehen könnten und uns dazu veranlasst hätte, ohne Landung zurück zur Erde zu fliegen», sagte Armstrong und gab zu bedenken, dass jeder das Risiko kannte und akzeptierte. «Als Kampfpilot im Koreakrieg war ich weit grösseren Gefahren ausgesetzt.»

Die Menschen lieben Verschwörungstheorien

Mit der aktuellen US-Regierung geht er wegen der Kürzung des NASA-Budgets hart ins Gericht: «Das [Apollo]-Programm war eine der erfolgreichsten öffentlichen Investitionen für die Motivation von Studenten, sich anzustrengen und das Beste zu geben. Es ist sehr traurig, dass wir heute in die entgegengesetzte Richtung marschieren», klagte er im Interview, das in der australischen TV-Show «Bottom Line» ausgestrahlt wurde. Die Sendung wird übrigens von CPA gesponsert.

Alex Malley, der das Interview als bekennender Armstrong-Fan souverän führte, wagte es schliesslich sogar noch, das Thema überhaupt anzusprechen: «War die Mondlandung ein Fake?» Armstrong antwortete amüsiert: «Die Menschen lieben Verschwörungstheorien. Sie sind sehr attraktiv, aber mich haben sie nie gekümmert. Ich weiss, eines Tages wird jemand zurückfliegen und die Kamera finden, die ich dort gelassen habe.»

Auf der Website von CPA Australia können Sie das vierteilige Interview mit Neil Armstrong in englischer Sprache sehen.

Hier gibt es einen früheren TV-Auftritt Neil Armstrongs in der Sendung «Talk im Hangar-7» des österreichischen Privatsender Servus TV zu sehen.


Highlights der Apollo-11-Mission. (Quelle: YouTube/morrtep)

(jcg)

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Die neusten Leser-Kommentare

  • nils am 01.06.2012 17:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Spiegel

    sie haben mit einem Laser den Spiegel von der Apollo mission beschossen und er hat zuruck geblendet

  • Heinrich Frei am 30.05.2012 22:36 Report Diesen Beitrag melden

    Lügen der USA im Weltraum

    Die letzte Mondmission startete am 1972. Am 11. Dezember landeten die beiden Astronauten mit der Mondfähre und dem atomar betriebenen Mondauto auf dem Mond. Nach einem Aufenthalt von über drei Tagen auf dem Mond kehrten die beiden Astronauten mit ihrer Fähre zum Mutterschiff zurück und dockten dort an. Die Fähre mit dem dritten Weltraumfahrer an Bord umkreiste den Mond während seine beiden Kollegen auf dem Mond waren. Am 19. Dezember kehrten die drei Weltraumfahrer mit der Landkapsel am Fallschirm zur Erde zurück. Der Autor Gerhard Wisnewski zweifelt in seinem Buch Lügen im Weltraum daran.

  • Cosmonaut am 30.05.2012 08:45 Report Diesen Beitrag melden

    Die Sovjets...

    Und vergesst nicht den Zusammenhang, wenn die Amis nicht wirklich auf dem Mond waren, hätten die Sowjets, das schon lange herausgefunden. Aber die blieben erstaunlich ruhig und haben ihre Niederlage in diesem Wettlauf akzeptiert. Nur schon diese Tatsache, sollte euch zu denken geben.

    • Hans am 31.05.2012 21:52 Report Diesen Beitrag melden

      stattdessen....

      ...haben sie die Verschwörungstheorie in die Welt gesetzt.

    einklappen einklappen
  • Forumnaut am 30.05.2012 08:40 Report Diesen Beitrag melden

    Flagge bewegt sich im Wind?

    Lieber Verschwörungstheoretiker, wie kann es sein, dass sich die Flagge im Wind bewegt, wenn dass Ganze im Studio gedreht wurde?

    • Modricz1883 am 26.08.2012 03:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      ::

      ventilator?? ;-)

    • sandro m am 26.08.2012 04:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      flagge

      die flagge weht nicht wirklich, das sind prinzipiell einfach "Nachschwingungen" die in der fehlenden Atmosphähre weiter ausgeführt werden. Das hat einen absolut logischen Hintergrund.

    • n barson am 26.08.2012 10:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      pappenheimer

      woher weisst du, dass es auf dem mond überhault wind gibt? wind aus was, luft etwa?

    einklappen einklappen
  • Thomas Odermatt am 30.05.2012 07:32 Report Diesen Beitrag melden

    Es gibt für alles eine Erklärung.

    Die Fahne die im Wind weht: Bei niedriger Schwerkraft und null Atmosphäre setzt sich die Bewegung vom Einsetzen der Fahne im Tuch fort. Schatten die in verschiedene Richtungen laufen: Das Gelände ist nicht eben. usw. usw. Nur wer keine Ahnung hat lässt sich heute noch überzeugen dass es keine Landung gegeben hat.