Attentat auf KAL858

29. November 2017 16:06; Akt: 29.11.2017 16:06 Print

Als Nordkorea das Land in die Einheit bomben wollte

von Rolf Maag - Am 29. November 1987 explodierte eine Bombe an Bord einer Boeing der Korean Airlines. Eine Attentäterin wurde gefasst. Sie lebt heute in Südkorea.

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Der erste Satz, den Kim Hyon-hui fehlerfrei sagen konnte, lautete: «Danke, Kim Il-sung, unser grosser Führer!» Zumindest behauptete sie das später in ihrer Autobiografie «Die Tränen meiner Seele». Ihr Vater, ein überzeugter Anhänger des nordkoreanischen Diktators, schärfte ihr ein, dass die USA der schlimmste Ort der Welt seien.

Während ihrer Zeit an der Universität erhielt die junge Frau auch eine militärische Ausbildung. Dabei bewies sie so viel Talent, dass die Verantwortlichen des nordkoreanischen Geheimdienstes auf sie aufmerksam wurden. Man stellte ihr die Teilnahme an einer wichtigen Mission in Aussicht. Für den Fall eines Erfolgs wurden ihr alle erdenklichen Privilegien versprochen.

Sabotage der Olympischen Spiele

1987 war es schliesslich so weit. Kim Hyon-hui erfuhr, dass sie bei einem Attentat auf ein südkoreanisches Passagierflugzeug mitwirken sollte. Die nordkoreanischen Machthaber glaubten, sie könnten so die Durchführung der für das folgende Jahr geplanten Olympischen Sommerspiele in Seoul verhindern. Anschliessend, so hofften sie, würden in Südkorea Aufstände ausbrechen, was schliesslich zur Wiedervereinigung der koreanischen Bruderländer führen würde.

Der Anschlag glückt

Kim Hyon-hui reiste in Begleitung eines älteren Agenten, der sich als ihr Vater ausgab, durch mehrere europäische Länder in den Nahen Osten. Die beiden trugen gefälschte japanische Pässe auf sich. In Bagdad bestiegen sie eine Maschine der Korean Airlines, die sie bei einem Zwischenstopp in Abu Dhabi wieder verliessen. In einem Gepäckfach hatten sie eine Bombe zurückgelassen.

Am 29. November nahm das Flugzeug Kurs auf Bangkok, von wo es weiter nach Seoul fliegen sollte. Über dem Andamanischen Meer nahe Burma detonierte die Bombe. Keiner der 115 Menschen an Bord überlebte. Dieses Ereignis ist als die Katastrophe von Flug KAL 858 in die Geschichte eingegangen.

Missglückter Selbstmordversuch

Kim Hyon-hui und ihr Begleiter befanden sich inzwischen in Bahrain. Dort wurden sie festgehalten, weil ihre Pässe den Verdacht der Behörden erregt hatten. Gemäss ihren Instruktionen mussten sie im Fall einer Verhaftung Selbstmord begehen.

Als sich Kim Hyon-huis Begleiter eine Zigarette anzündete, brach er sofort unter Krämpfen zusammen. Kim Hyon-hui begann ebenfalls zu rauchen, doch eine Polizeibeamtin schlug ihr die Zigarette aus der Hand und rettete ihr so das Leben. Nur eine winzige Menge des Zyanids, mit dem die Zigarette versetzt war, hatte in ihren Körper eindringen können.

Todesurteil und Begnadigung

Kim Hyon-hui wurde nun an Südkorea ausgeliefert, wo sie im März 1989 zum Tode verurteilt wurde. Staatspräsident Roh Tae-woo begnadigte sie noch im selben Jahr, weil die junge Frau eine Gehirnwäsche durchgemacht habe und daher nicht schuldfähig sei.

Kim Hyon-hui lebt heute an einem unbekannten Ort in Südkorea. Die Einnahmen, die sie mit ihrer Autobiografie erzielte, spendete sie den Angehörigen der Opfer des Attentats.


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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • sandra brosi am 29.11.2017 16:33 Report Diesen Beitrag melden

    Doppelmoral

    Das Atomwaffen unschön sind wissen wir alle, aber eine Frage bleibt zu diesem Thema stets unbeantwortet: Weshalb dürfen Länder wie Indien, USA, Frankreich, England, Russland, China, Israel, Pakistan Atomwaffen besitzen und Nordkorea und der Iran nicht? Ist das nicht eine seltsame Doppelmoral? Der Kim in Nordkorea weiss genau dass er solange er Nuklearwaffen besitzt sicher auf seinem Thron sitzt, niemand wird ihn angreifen. Durch diese Politik der UNO und der Weltmächte werden noch mehr fragwürdige Disputen versuchen sich Nuklear aufzurüsten.

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  • René B. am 29.11.2017 16:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Attentat auf KAL 858

    Und was genau will uns dieser Artikel suggerieren? Alle Attentäter sind eigentlich gute Menschen, oder was?

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  • marko 32 am 29.11.2017 16:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Spiel

    Es ist schrecklich was Nordkorea für ein Spiel spelt!!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Tom am 30.11.2017 00:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kim Hyun-Hee, die Tränen meiner Seele...

    ...ist absolut zu empfehlen. Hyun-Hee hat nicht nur die Freiheit gefunden, sondern auch den Glauben an Jesus Christus, Liebe und Vergebung. Nicht einfach, wenn man als Mehrfachmörderin dasteht.

    • Irgendeine am 30.11.2017 23:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Tom

      Die arme Frau! Wurde von bösen Mächten zur Mörderin gemacht. Dass sie selber auch verantwortlich ist hat sie vielleicht bis heute nicht gemerkt. Was verzeiht man nicht alles einem weinenden Huscheli.

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  • Nostradamus am 29.11.2017 18:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ja

    Es wird einen Krieg geben, wir werden uns noch wundern, was dabei geschehen wird. Und wir sind mittendrin..

    • tatiana0 am 29.11.2017 22:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Nostradamus

      Genau, solche negative Aussagen bewirken eben Negatives. Warum eigentlich will man immer Böses anziehen, indem man solche hellseherische Aussagen macht?

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  • Der Erste Affe am 29.11.2017 17:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Denken ist wie Google nur Krasser

    Ich empfehle generell sich über den Koreakrieg zu Informieren... den der ganze Konflikt begann als Japan 45 nach dem USA Atombomben bedingungslos Kapitulierte und Korea gleich mit Besetzte. Hier begann der Hass auf USA

    • Herr Meier am 29.11.2017 19:28 Report Diesen Beitrag melden

      Aber lesen bildet immer noch

      Ziemlich falsch, was Sie hier schreiben: bereits vor der Kapitulation Japans wurde Korea in ein 4-Mächte Protektorat aufgeteilt (UdSSR, China, USA und GB) Februar 1945. Kurz vor der Kapitulation Japans im Aug. '45 drangen sowjetische Truppen in den Norden ein. Die Idee damals war, Korea wieder unter eine selbstständige Regierung zu stellen. Die UdSSR und die USA kamen allerdings in nachfolgenden Verhandlungen zu keiner Übereinkunft, worauf das Land in den von der Sowjetunion verwalteten Norden, und den von den USA verwalteten Süden unterteilt wurde. Juni 1950 kam es zum Angriff des Nordens.

    • Der Erste Affe am 30.11.2017 00:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Herr Meier

      ja sagte ich doch 45... unter Lernhelfer.de steht die ganze Geschichte ausführlich. Während des Krieges setzte sich Japan im pazifischen Seekrieg vor allem mit den USA auseinander, die das Land 1945 auch zur bedingungslosen Kapitulation zwangen. Die Teilung Koreas in zwei Staaten war eine direkte Folge des Zweiten Weltkrieges und des beginnenden Kalten Krieges. Nach dem Zusammenbruch Japans besetzten 1945 sowjetische Truppen den nördlichen Teil und amerikanische Truppen den südlichen Teil Koreas. Die Demarkationslinie war willkürlich am 38. Breitengrad gezogen worden. Herr Meier stimmt Lesen Bildet

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  • marko 32 am 29.11.2017 16:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Spiel

    Es ist schrecklich was Nordkorea für ein Spiel spelt!!

    • Der Irre mit dem Smartphone am 29.11.2017 19:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @marko 32

      Es ist ein furchtbares, menschenverachtendes Spiel, doch sie spielen es sehr gut.

    • Belbula am 30.11.2017 10:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Der Irre mit dem Smartphone

      Allerdings sitzen die damalige Hauptschachspieler in Washington und London.

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  • sandra brosi am 29.11.2017 16:33 Report Diesen Beitrag melden

    Doppelmoral

    Das Atomwaffen unschön sind wissen wir alle, aber eine Frage bleibt zu diesem Thema stets unbeantwortet: Weshalb dürfen Länder wie Indien, USA, Frankreich, England, Russland, China, Israel, Pakistan Atomwaffen besitzen und Nordkorea und der Iran nicht? Ist das nicht eine seltsame Doppelmoral? Der Kim in Nordkorea weiss genau dass er solange er Nuklearwaffen besitzt sicher auf seinem Thron sitzt, niemand wird ihn angreifen. Durch diese Politik der UNO und der Weltmächte werden noch mehr fragwürdige Disputen versuchen sich Nuklear aufzurüsten.

    • Potemkin am 29.11.2017 17:47 Report Diesen Beitrag melden

      No Go

      Die Antwort ist eigentlich einfach. Es hat schon mehr als genug Länder mit Atomwaffen. Glücklicherweise sind sich diese Länder ihrer Verantwortung gegenüber der Menschheit oder zumindest gegenüber ihrer eigenen Bevölkerung mehrheitlich bewusst. Es geht aber sicher nicht, dass eine der brutalsten Diktaturen der Neuzeit über A-Waffen verfügt. Das gleiche gilt auch für den Iran. Die religiösen Extremisten haben dort das Sagen. Dies ist ein klares No Go um denen Atomwaffen zuzugestehen.

    • Reto am 29.11.2017 18:39 Report Diesen Beitrag melden

      @Potemkin

      Und in den USA ist ein grenzdebiler Irrer an der Macht. Wer sagt uns, dass das nicht auch in den anderen Ländern passieren kann in denen nicht genug Checks & Balances implementiert sind?

    • Kor Rektor am 29.11.2017 18:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @sandra brosi

      Despot, es heisst Despot! Wenn jenand nur disputiert, er also ein Disput ist, so ist das eigentlich ziemlich harmlos! Grüessli

    • Nik am 29.11.2017 18:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Reto

      Naja eine Garantie gibt es nie..

    • Der Irre mit dem Smartphone am 29.11.2017 19:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Potemkin

      Weißt du wieviel Prozent der amerikanischen Kindern Kreationismus, statt Darwins Theorie gelehrt wird? Wie oft amerikanische Politiker ihre Entscheidung mit Gottes Willen legitimieren? Wie tief verwurzelt und gezielt eingesetzt der Nationalstolz ist? Welchen Stellenwert der Glaube an die Überlegenheit der USA einnimmt? Die USA sind schon lange auf dem Weg ein Gottesstaat zu werden.

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