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40.Todestag von Jo Siffert
24. Oktober 2011 12:12; Akt: 24.10.2011 15:17 Print
Auf der Überholspur in den Tod
von P. Reich - Jo Siffert gehörte Ende der 60er-Jahre zu den ganz Grossen der Formel-1-Szene. Doch die Karriere des Schweizer Rennfahrers nahm vor 40 Jahren ein plötzliches und tragisches Ende.
«Ich will aussehen wie Jo Siffert», sagte Steve McQueen, bevor er 1971 für den Rennfahrer-Film «Le Mans» vor die Kamera stand. Der Schweizer Joseph «Jo» Siffert war einer der ersten Popstars des Automobilrennsports. Zusammen mit Clay Regazzoni begeisterte er in den 60er- und 70er-Jahren die Schweizer Motorsport-Fans. Seine Popularität lässt sich heute wohl nur mit derjenigen von Roger Federer vergleichen.
Trotz seiner Bescheidenheit war der erste Schweizer GP-Sieger in der Formel 1 stets lässig und draufgängerisch. Um Rennen zu gewinnen, tat er alles. Mit 35 Jahren bezahlte er seine Furchtlosigkeit und seinen Mut zum Risiko auf der Rennstrecke mit einem viel zu frühen Tod.
Im Inferno erstickt
Der 24. Oktober 1971 im englischen Brands Hatch: Die Formel-1-WM ist längst entschieden und Jackie Stewart steht als Weltmeister bereits fest. Auf der Rennstrecke von Brands Hatch in der Nähe von London wird das World Championship Victory Race zu Ehren des neuen Titelträgers abgehalten. Jo Siffert nimmt die tückische Berg-und-Tal-Strecke in seinem BRM P160 in Angriff. In der 15. Runde passiert es: Siffert kommt in einer leichten Rechtskurve bei Tempo 250 von der Strecke ab und rast durch die Abgrenzung und eine Werbetafel. Sofort geht das Wrack in Flammen auf. Die Streckenposten versuchen, dem Inferno Herr zu werden, doch Siffert hat keine Chance. Mit gebrochenen Beinen eingeklemmt, erstickt er im Rauch. Die Unfallursache konnte nie restlos geklärt werden.
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Jo Siffert verunfallt 1971 in Brands Hatch tödlich. (Quelle: YouTube)
Fünf Tage nach seinem tödlichen Unfall wird Siffert in seiner Heimatstadt Freiburg zu Grabe getragen.
Steinige Karriere mit vielen Höhepunkten
Schon als kleiner Junge war Jo Siffert begeistert vom Rennsport. Als sein Vater ihn 1948 zum Formel-1-GP der Schweiz mit nach Bern nimmt, beschliesst der kleine «Seppi» Rennfahrer zu werden. Da er aus ärmlichen Verhältnissen stammt, muss Jo auf die finanzielle Unterstützung seiner Eltern verzichten. Dennoch ging er getrieben vom Ehrgeiz beharrlich seinen Weg. In den fünfziger Jahren startet Siffert seine Rennsport-Karriere zunächst auf zwei Rädern, mit dem Kauf eines Stanguellini-Rennwagens folgt 1960 schliesslich der Wechsel zum Automobilrennsport. Kurze Zeit später fährt der Freiburger in der Formel Junior einen Lotus und wird Europameister.
Parallel dazu fährt Siffert in der Formel 2 und in der Sportwagen-Klasse. Insgesamt siebenmal bestreitet er das 24-Stunden-Rennen von Le Mans, das er allerdings nie gewinnen kann. Die meisten Erfolge feiert Siffert im Langstrecken-Porsche. Bei fast allen klassischen Rennen steht er zuoberst auf dem Treppchen. Auch bei zahlreichen Bergrennen, die sich damals grösster Beliebtheit erfreuen, ist Siffert vielfach nicht zu schlagen.
Der Einstieg in die Formel 1 erfolgt 1962 mit der neu gegründeten Schweizer Scuderia Filipinetti. Siffert fehlt oft das Geld, häufige Teamwechsel sind die Folge davon. Dank seinem fahrerischen Können und seinem draufgängerischen Fahrstil setzt er sich aber dennoch durch. Zwei Grand-Prix gewinnt er in seiner Karriere: 1968 in Brands Hatch und 1971 in Spielberg. Weltmeister wird er nie, obwohl ihm die meisten Experten das Talent dazu bescheinigen.
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Jo Sifferts erster Sieg in der Formel 1. (Quelle: YouTube)
Autocorso durch seine Heimatstadt
Wie jeden 24. Oktober pilgern seine Fans um genau 14.18 Uhr (Zeit des Unfalls) zu seinem Grab, um eine Gedenkminute für «Seppi» abzuhalten. Der 40. Jahrestag seines Todes wird aber noch spezieller gefeiert als sonst. Zu Ehren des schillernden Rennfahrers wird ein Autocorso durch die Freiburger Innenstadt organisiert.
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Motorsport
Ein grossartiger Schweizer Sportler! Leider viel zu früh verstorben! Schade dass Motorsport in der Schweiz immer weniger Stellenwert hat... Es herrscht eine regelrechte Diskriminierung gegenüber diesem Sport.
True, True..
Genau. Es ist die Leidenschaft, das Abenteuer die das Leben aufregend würzen. Sicherheit und Sterilität, wonach heute alle schreien, kosten uns mehr als Tote; die Seele einer Gesellschaft!
Dem kann ich nur zustimmen
Die Leidenschaft welche in uns "brennt" werden sie nie löschen können! So fahre ich halt x mal Jährlich auf Deutschland, Frankreich oder Östreich. Danke Jo!!!